Heißes Aufstiegsrennen in der Kreisliga A: Vier Anwärter, vier verschiedene Ansätze

mlzFußball: Kreisliga A

Aktuell ist der ASC 09 II Tabellenführer der Kreisliga A1. Doch dicht dahinter lauern die Huckarder Teams und der TuS Rahm. Jedes Team will aufsteigen - mit einem unterschiedlichen Ansatz.

von Patrick Radtke, Pascal Albert

Dortmund

, 17.01.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 5 min

Der Aufstiegskampf in der Kreisliga A1 ist noch lange nicht entschieden. Gleich vier Vereine sind im heißen Rennen dabei. Aktuell in der Pole-Position: der ASC 09 II (42 Punkte). Doch Westfalia Huckarde (40), Blau-Weiß Huckarde (39) und der TuS Rahm (37) sind den Aplerbeckern auf den Fersen - und wollen alle nach oben!

Tabellenführer ASC 09 Dortmund II kassiert fast immer Gegentore

Was spricht für den ASC II? Die Offensive! Satte 60 Tore hat der ASC II bereits erzielt. Häufiger traf kein anderes Team in der Liga. „Die Offensive ist unsere Stärke“, sagt deshalb auch Spielertrainer Tim Schwarz. Die bisherigen 60 Treffer seien „definitiv schwer zu toppen“.

Tim Schwarz kann sich beim ASC 09 II auf eine starke Offensive verlassen.

Tim Schwarz kann sich beim ASC 09 II auf eine starke Offensive verlassen. © Stephan Schuetze

Was spricht gegen den ASC II? Der bekannte Spruch, „dass man in Wahrheit über die Defensive die Meisterschaft gewinnt“, so Schwarz. Und da gibt es beim Tabellenführer noch Verbesserungspotenzial. 26 Gegentore hat die zweite Mannschaft des ASC bereits kassiert. Nur ein einziges Mal spielte das Team von Schwarz zu Null. „Da wollen wir ansetzen und im Defensivverbund besser arbeiten“, erklärt er. Denn der Trainer weiß, dass es auch Tage geben kann, an denen die Offensive nicht so glänzend funktioniert. „Wir können nicht immer drei, vier Tore schießen.“

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Wie hat sich der Kader des ASC II verändert? Am vorhandenen Spielermaterial hat sich im Winter nichts verändert und soll sich auch nichts mehr ändern, erklärt der ASC-Trainer. Ab und an werde es aber womöglich Verstärkung aus der Oberliga-Mannschaft der Aplerbecker geben.

Wer ist für ASC-Trainer Tim Schwarz der größte Aufstiegsfavorit? Einen Aufstiegsfavoriten hat Schwarz nicht. „Das hängt auch vom Start nach der Winterpause ab.“ Der sei immer schwierig und daher schwer einzuschätzen. Doch bezüglich eines Aufstiegs seiner Mannschaft ist er positiv gestimmt. Für sein Team spreche nämlich, „dass wir aktuell Tabellenführer sind“. Doch auch die beiden Teams aus Huckarde „wollen bestimmt oben angreifen“, vermutet er. „Wir wollen den Platz natürlich verteidigen.“

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Westfalia Huckarde hat sich mit Oberliga-Erfahrung verstärkt

Was spricht für Westfalia Huckarde? Als großen Pluspunkt im Kampf um den Aufstieg sieht Trainer Chris Meschede bei seinem Team die Moral. Die habe sich in letzter Zeit noch mal spürbar gebessert. „Jeder versucht, das Maximum aus sich heraus zu holen, sowohl spielerisch als auch menschlich.“ Nach drei Siegen und drei Niederlagen zu Beginn der Saison startete die Westfalia „eine unglaubliche Serie“. Von den vergangenen elf Partien gewannen sie nur ein einziges nicht - das Huckarde-Derby endete 2:2.

Chris Meschede von Westfalia Huckarde hat mit Mathias Tomaschewski einen neuen erfahrenen Teamkollegen.

Chris Meschede von Westfalia Huckarde hat mit Mathias Tomaschewski einen neuen erfahrenen Teamkollegen. © Dortmunder Sportfotografie / Schulze

Was spricht gegen Westfalia Huckarde? Ein Schwachpunkt sei die noch fehlende Erfahrung einiger Spieler. „Wir wollen ein bisschen mehr Ballkontrolle bekommen und das Spiel besser führen, wenn wir in Führung sind.“

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Wie hat sich der Kader von Westfalia Wickede verändert? Darauf reagiert hat der Verein mit der Verpflichtung von Mathias Tomaschewski. Der ehemalige A-Jugendspieler des BVB spielte zuletzt beim BSV Schüren. Unter anderem absolvierte der 34-Jährige 45 Oberliga-Partien in seiner Karriere. „Er bringt viel Erfahrung mit“, sagt sein neuer Trainer.

Wer ist für Westfalia-Trainer Chris Meschede der größte Aufstiegsfavorit? Nur zwei Punkte trennen den ASC und Westfalia Huckarde. „Die zwei Punkte haben gar nichts zu bedeuten“, sagt Trainer Chris Meschede. Das Gleiche gelte allerdings auch für den Abstand auf BW Huckarde und den TuS Rahm. „Ich sehe das total ausgeglichen“, erklärt er. „Als neutraler Zuschauer kann man sich nur freuen.“

Blau-Weiß Huckarde stellt sich breiter auf

Was spricht für DJK Blau-Weiß Huckarde? Die Defensive! Mit nur 17 Gegentoren sind die Huckarder die Defensivkünstler der Kreisliga A1. „Wir hatten auch schon zehn Spiele, in denen wir fast nur den Ball hatten, wir wollen auch nach vorne spielen. Aber klar, ich sehe schon zu, dass alle gut gegen den Ball arbeiten“, macht Blau-Weiß Trainer Thomas Faust das Hauptaugenmerk seines Teams deutlich. In der Defensive lebt Blau-Weiß vor allem von der Erfahrung von Kapitän Raffael Wichert, Hasan Dinler und Fabio Mund-Reyes. Doch Faust ist sich bewusst: „Das verteidigen fängt schon vorne an!“

Thomas Faust legt viel Wert auf die Defensive.

Thomas Faust legt viel Wert auf die Defensive. © Stephan Schuetze

Was spricht gegen DJK Blau-Weiß Huckarde? Die Chancenverwertung! „Wir hatten das eine oder andere Spiel, in dem wir viele Möglichkeiten liegen gelassen haben“, so Faust. Außerdem habe sich sein Team immer wieder gegen tiefstehende Gegner schwergetan, Lösungen zu finden. „Da können wir es noch besser machen.“ Sollten demnächst die ersten Chancen direkt genutzt werden, würde Blau-Weiß wohl auch nicht mehr so oft in Rückstand geraten. „Wir haben oft hintengelegen und mussten daher immer hohen Aufwand betreiben und die Spiele noch spät drehen“, so Faust.

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Wie hat sich der Kader verändert? Marco Schulz hat aus familiären Gründen aufgehört. Auch Berat Halilaj (Ziel unbekannt) hat Blau-Weiß verlassen. Neu dazugekommen sind Tim Krämer (TSC Eintracht Dortmund), der sich mit den anderen beiden Torhütern bei Blau-Weiß einen laut Faust „offenen Kampf“ im Tor liefern soll, Hendrik Schürmann (Westfalia Wethmar, vorher VfL Kemminghausen) und Ibrahim Tasan (ebenfalls Kemminghausen).

Und dann ist da auch noch Danny Bredehorn eine Art Neuzugang, war er doch die ganze Hinrunde verletzt. Vor allem Schürmann und Tasan erweitern noch einmal das Offensiv-Repertoire der Huckarder. „Wenn Hendrik fit ist, ist er natürlich ein guter Mann. Er bereitet sehr viel vor und hat auch einen guten Abschluss. Das gleiche gilt für Ibo Tasan, der gut im Eins gegen Eins ist und in der Bezirksliga in den ersten Spielen gleich sechs Mal getroffen hat“, beschreibt Faust seine neuen Schützlinge, durch die er sich noch mehr Durschlagskraft vorne und Qualität in der Breite erhofft.

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Wer ist für den BW-Trainer Thomas Faust der größte Aufstiegsfavorit? Am Anfang der Saison habe es so ausgesehen, „dass alles nur über Aplerbeck läuft“, blickt Faust zurück. Doch mittlerweile seien die vier Teams oben alle auf Augenhöhe. „Wir sind oben dabei und das ist wahrscheinlich auch kein Zufall mehr, auch wenn wir uns in der vergangenen Saison erst kurz vor Schluss gerettet haben.

Die Jungs gehen mit, haben Bock, die Trainingsbeteiligung ist überragend. Wir stehen nicht zu Unrecht da oben. Ich hoffe, dass wir bis zum Schluss oben dabei bleiben und den zweiten Platz im Auge behalten, da brauchen wir nicht mehr tiefstapeln“, hofft Faust auf den großen Coup zum Saisonabschluss.

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Der TuS Rahm hat seinen Top-Torjäger verloren

Was spricht für den TuS Rahm? Die Heimstärke! Neun Mal trat der TuS Rahm in der Hinrunde zu Hause an, acht Siege und ein Unentschieden sprangen dabei heraus. Und in der Rückrunde kommen fast alle Kontrahenten noch nach Rahm. „Das ist ein Vorteil, da können wir den ein oder anderen ärgern“, sagt auch Rahms Trainer Manfred Schulze.

Manfred Schulze schielt mit dem TuS Rahm noch auf die Aufstiegsplätze.

Manfred Schulze schielt mit dem TuS Rahm noch auf die Aufstiegsplätze. © Stephan Schuetze

Was spricht gegen den TuS Rahm? Der Abgang von Sadin Basic! Schon neunzehn Mal hat Basic für den TuS Rahm in der Hinrunde getroffen. Doch jetzt wechselt er den Verein und schließt sich wie auch sein Bruder Sabin der SG Phönix-Eving an. „Er sagte, er bekommt dort einen Arbeitsplatz, das geht natürlich vor“, so Schulze.

Hinzu kommt, dass in der Defensive noch Verbesserungspotenzial besteht. Rahm kassierte bisher 29 Gegentore und somit am meisten von den vier Aufstiegskandidaten. „Wir hatten dort viele Wechsel. Zudem haben wir einige Linksfüßer, wodurch wir dann auf der rechten Seite Probleme haben“, sagt Schulze.

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Wie hat sich der Kader verändert? Neben den Basic-Brüdern hat auch Erman Celik den Verein verlassen, er ist zu Arminia Marten gewechselt. „Er war ein bisschen unzufrieden, weil er wenig Spielzeit bekommen hat“, so Schulze. Den drei Abgängen stehen fünf Neulinge gegenüber. Neuer Stoßstürmer soll Volkan Yildirim Cetin werden, der von Frohlinde nach Rahm kommt. „Er ist gelernter Stürmer, hat in der Jugend in der Regionalliga und der Westfalenliga gespielt, hatte aber eine Knieverletzung und deshalb bei Frohlinde nicht richtig Fuß gefasst“, ist Schulze auf den neuen Spieler gespannt.

Ebenfalls neu in Rahm: Julien Armbruster (RW Barop), Süleyman Kocoglu (RW Germania) und Bünyamin Atun. Der Abgang von Basic soll also auf mehreren Schultern verteilt werden. „Offensiv sind wir gut aufgestellt, auch weil wir Mohammad Alokla halten konnten, der eigentlich höherklassig spielen wollte und auch das Zeug dazu hat. Sadin Basic eins zu eins zu ersetzen wird aber schwer“, so Schulze.

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Wer ist für TuS-Trainer Manfred Schulze der größte Aufstiegsfavorit? „Bei Aplerbeck weiß man ja nie, man hört nur, dass die Oberliga-Spieler nicht mehr mitspielen. Trotzdem gehört Aplerbeck klar dazu. Ich finde aber, dass die beiden Huckarder Mannschaften spielerisch stärker sind als der ASC. Außerdem haben die sich auch beide gute verstärkt.“

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