Hin, zurück, hin: So lief der Reinholz-Deal zwischen dem TuS Bövinghausen und RW Germania

mlzFußball in Dortmund

Sascha Reinholz wollte erst weg aus Bövinghausen und schloss sich RW Germania an. Dann wollte er weg von Germania und ging wieder zurück zum TuS. Spielberechtigt ist er trotzdem - aus diesem Grund.

Dortmund

, 02.08.2019, 07:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war der vielleicht kurioseste Dortmunder Vereinswechsel dieses Sommers. Sascha-Marc Reinholz, 28-Tore-Bomber des TuS Bövinghausen, verließ den Klub nach dem Aufstieg in die Landesliga und schloss sich dem Bezirksliga-Aufsteiger RW Germania an. Die Begründung damals: Fehlende Wertschätzung.

Dann die Wende

Ein paar Wochen später dann plötzlich die Wende: Reinholz wolle doch nicht mehr für Germania spielen, stattdessen noch einmal beim TuS Bövinghausen angreifen. Für Germania hatte er allerdings schon Freundschaftsspiele absolviert und dort war man auch extrem überrascht über den Sinneswandel des Angreifers.

Nun gibt es im Amateurfußball wie im großen Fußball ein paar Regeln. Wenn Spieler die Vereine wechseln, müssen feste Summen an den abgebenden Verein gezahlt werden. Wenn also Sascha Reinholz vom Landesligisten TuS Bövinghausen zum Bezirksligisten RW Germania wechselt, sollten festgeschriebene 750 Euro an Bövinghausen fließen. Eigentlich.

Ablösen sind nicht ohne

Denn in der Regel einigen sich die Klubs bei Wechseln, bei denen der Spieler den Verein verlassen will, auf niedrigere Summen. Wieviel es in diesem Fall war, ist nicht bekannt, laut TuS-Chef Ajan Dzaferoski hat Germania dieses Geld aber ohnehin nicht bezahlt.

Die Freundschaftsspiel-Freigabe für den Bezirksligisten erhielt Reinholz trotzdem - und spielte auch für Germania. Als er nun aber wieder zurückwechseln wollte, bestand Rot-Weiß laut Dzaferoski auf eine Ablöse von laut Dzaferoski 625 Euro. Beim Wechsel in eine tiefere Spielklasse errechnet sich diese Summe aus dem Mittelwert der beiden Spielklassen (750 Euro + 500 Euro = 1250 Euro und dieser Wert wird dann durch zwei geteilt).

Dzaferoski machte Reinholz allerdings zum Vertragsamateur - der Stürmer erhält also mindestens 250 Euro Vergütungen oder andere geldwerte Vorteile. Anders wäre ein Wechsel zurück ohne Zustimmung von Germania nicht möglich gewesen, denn laut Paragraph 22 der Spielordnung kann eine Sperre von einem halben Jahr bei einem Wechsel innerhalb von einer Saison nur dann entfallen, wenn der neue Verein der Rückkehr des Spielers zu seinem alten Verein zustimmt. Das war hier aber offensichtlich nicht der Fall.

Dzaferoski: „Umfeld ist wichtiger“

Dzaferoski sagt: „Viel wichtiger als Geld ist das Umfeld. Die Jungs, die jetzt zurückgekommen sind, waren bei ihren Klubs nicht zufrieden, weil sie bei 40 Grad in langen Trikots spielen sollten oder sich keiner um kaputte Stutzen gekümmert hat.“

Die beiden Klubs hätten in der Vorbereitung noch aufeinandertreffen können. Doch weil Germania sein West-Cup-Halbfinale gewann, der TuS aber seines verlor, kommt es dazu nun nicht.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben bei Rot-Weiß Germania mehrfach nachgefragt, wie der Vorgang aus ihrer Sicht abgelaufen ist. Doch der Verein wollte sich dazu nicht äußern.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde am Freitagvormittag noch einmal überarbeitet. Der Autor bedankt sich bei allen Hinweisgebern.

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