Höchsten und Brechten im Abstiegsduell: Siegt die Qualität oder der Kampfgeist?

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Die Handballer von Borussia Höchsten und Brechten stehen im Abstiegskampf - das war in Höchsten so nicht geplant, in Brechten schon. Ein Vorteil im anstehenden Derby? Wir haben nachgefragt.

Dortmund

, 05.04.2019, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Handball-Landesliga wird es vier Spieltage vor Saisonende eng. Richtig eng. Wie eng, zeigt ein Blick auf die Tabelle. Nur die Teams auf Platz ein bis fünf sind vor dem drohenden Abstieg sicher, allen anderen droht in der nächsten Spielzeit noch die Bezirksliga. Auch TuS Borussia Höchsten (Platz 7, 19 Punkte) und TV Brechten (Platz 12, 16 Punkte) müssen noch dringend Punkte sammeln.

Im Derby zwischen beiden Teams am Sonntag (7. April, 15.30 Uhr, Preußische Straße 225, 44339 Dortmund) wartet also eines der berühmten 4-Punkte-Spiele. TuS-Coach Marc Rode und Brechtens Co-Trainer Mark Quatuor geben beide die Marschrichtung vor: „Wir müssen gewinnen.“ Derby. Abstiegskampf. Saisonende. Wie es vor einem so wichtigen Spiel in den Köpfen der Spieler aussieht, haben uns Höchstens Linkshänder Matthias Leimbrink und Brechtens Torwart Marc Hügle verraten.

Wie groß ist die Nervosität vor dem Landesliga-Derby am Sonntag schon?

Marc Hügle: Durch die Brisanz, die in jedem Derby herrscht, ist das Spiel natürlich anders als unser sonstiger Abstiegskampf (lacht). Ich würde sagen bei uns herrscht im Moment aber keine Nervosität, sondern eine gesunde Anspannung.

Matthias Leimbrink: Ein Derby ist einfach immer was besonderes, aber ich gehe guter Dinge in das Spiel, bisher lief es in der Rückrunde Derby-mäßig nämlich ganz gut bei uns (29:19 gegen Aplerbeck, 25:24 gegen Oespel-Kley, 26:29 gegen Dorstfeld, Anm. d. Red.).

Wie lautet die Vorgabe für das Spiel? Zwei Punkte müssten mit Blick auf die Tabelle eigentlich Pflicht sein...

Marc Hügle: Der letzte Sieg gegen den SV Westerholt hat gut getan, jetzt wollen wir natürlich wieder zwei Punkte.

Matthias Leimbrink: Ganz klar - wir müssen und wollen gegen Brechten punkten.

Höchsten hat mehr Punkte als Brechten, hatte sich aber vor der Saison vorgenommen, vorne mitzuspielen. Brechten steht auf dem zwölften Platz, der am Ende der Saison entweder den direkten Abstieg oder die Relegation bedeutet. Welche Mannschaft steht da vor dem Spiel mehr unter Druck?

Marc Hügle: Ein Sieg wäre für uns extrem wichtig, um einen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen und natürlich für den direkten Vergleich. Ich denke, wir stehen beide unter Druck, aber Höchsten noch ein bisschen mehr als wir, weil wir wussten schon vor der Saison, dass wir um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Höchsten kennt den Abstiegskampf gar nicht.

Matthias Leimbrink: Brechten steht natürlich viel mehr unter Druck als wir, weil sie nunmal schon auf einem möglichen Abstiegsplatz stehen, wir nicht. Natürlich wollen wir aber mit aller Macht gewinnen.

Trotz der unterschiedlichen Saisonziele hat Brechten das Hinspiel ganz deutlich mit 28:20 für sich entschieden...

Marc Hügle: In dem Spiel sind wir über eine gute Deckung und viel Tempo gegangen, das wollen wir auch dieses Mal wieder abrufen. Wir haben damals vor allem einfache Tore gemacht.

Matthias Leimbrink: Im Hinspiel hatten wir genug Torchancen, waren aber im Abschluss total schlecht. Hätten wir unsere vielen Chancen reingemacht, hätten wir das Ding damals sicher gewonnen. Wir haben aber immer ein paar inkonsequente Spiele, diese Saison leider ein paar mehr als weniger.

Wie schätzt ihr den Gegner ein? Warum geht es immer noch um den Abstieg?

Marc Hügle: Höchsten hat es diese Saison irgendwie einfach nicht gebacken bekommen, Punkte zu sammeln. Das wollen sie gegen uns natürlich ändern und werden heiß wie Frittenfett sein - wir aber auch.

Matthias Leimbrink: Brechten kommt extrem über den Kampf, weil sie spielerisch qualitativ in der Liga nicht oben mitspielen. Wenn die aber gegen uns Lunte riechen, kann es gefährlich werden. Deswegen sind wir alle bis in die Zehenspitzen motiviert.

Was erwartet ihr für eine Stimmung in der Halle?

Matthias Leimbrink: Im Derby ist die Stimmung immer gut.

Marc Hügle: Ich glaube Zuschauer werden schon genug kommen. (lacht) Die Halle wird auf jeden Fall brennen.

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