Team über Trennung von Sebastian Didion: „Wir haben von einer Entwicklung nichts mitbekommen“

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Die überraschende Entlassung von Sebastian Didion hat nicht nur beim Ex-Coach, sondern in Teilen des Teams für Unverständnis gesorgt. Am Dienstagabend will sich der Vorstand erklären.

Dortmund

, 10.12.2019, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sebastian Didion wollte sofort wissen, worum es geht. Der mittlerweile Ex-Trainer des Hombrucher SV war von Willi Thiemann nach dem 0:1 in Bövinghausen am Freitagabend mit den Worten verabschiedet worden, dass man sich am Montag mal unterhalten müsse. Am Samstag jedoch hielt es der 37-Jährige nicht mehr aus, klingelte selbst bei Vorstandschef Thomas Richarz durch und erfuhr, was wohl schon länger feststand: Dass Didion beim HSV keine Rolle mehr spielt.

„Fragwürdige“ Demission

„Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet“, sagte Didion, fühlte sich vom Verein vor den Kopf gestoßen. Und damit war er nicht alleine: „Schockiert ist das Wort, das mir zuerst in den Kopf gekommen ist“, sagte der momentan verletzte Kapitän Fabian Lienig, der als einer der ganz wenigen am Tag nach der Trennung ans Telefon geht und die Art und Weise der Demission „fragwürdig“ findet.

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Didion sei nicht nur ein Trainer, sondern „einer, mit dem man auch mal quatschen konnte“ und außerdem „hat er uns in der schwierigen Phase nach dem Abgang von Markus Gerwien geholfen.“

Didion zeigt sich enttäuscht

Gerwien hatte im Januar 2018 wegen „unüberbrückbaren Differenzen und damit fehlendem Vertrauen in der Führungsebene“ seinen Hut genommen. Auch Didion zeigte sich nun „enttäuscht“, wünschte dem Verein aber immerhin „alles Gute.“

Denn der nun Ex-Coach weiß natürlich, dass man sich im Leben immer mindestens zweimal sieht. Wobei die aktuellen Ereignisse eher nicht vermuten lassen, dass man ihn alsbald an der Deutsch-Luxemburger-Straße wiedersieht.

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Das Verhältnis mit dem verbleibenden Trainer Alexander Enke wollte er nicht kommentieren. Enke war vor eineinhalb Jahren aus Brünninghausen gekommen und hatte unter anderem Benjamin Bielmeier mitgebracht. Der sagt nun: „Es kam mir wirklich immer harmonisch vor. Man hatte immer das Gefühl, dass beide deckungsgleich reden. Dass man sich mal streitet, ist ja normal. Aber als Spieler haben wir nichts von einer Entwicklung hin zu dieser Entscheidung mitbekommen.“

Erklärung vor dem Team

Der Hombrucher Vorstand wollte sich am Dienstagabend beim Training vor der Mannschaft zu den Gründen erklären. Bielmeier kann sich durchaus auch sportliche vorstellen: „Wir haben in den letzten Wochen nicht gut gespielt und weil man nicht eine ganze Mannschaft rausschmeißen kann, trifft es dann einen Trainer.“

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Lienig hingegen sagt: „Klar haben wir auch ein paar Spiele verloren. Aber darum geht es ja offenbar gar nicht.“ Worum es geht, das sagt niemand offen. Thomas Richarz war am Dienstag vor der Mannschaftssitzung nicht mehr zu erreichen.

„Ein Supertyp“

„Ich finde es auf jeden Fall superschade“, sagt Bielmeier, „weil Didi ein Supertyp ist, der uns Jungs auch superviel gegeben hat.“ Didion selbst wolle sich „nun ein neues Betätigungsfeld suchen.“

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Gedanken darüber hatte er sich nachvollziehbarer Weise noch nicht gemacht. Dafür war die Überraschung einfach zu groß.

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