„Sie haben Post“ - die Geschichte einer Hombrucher Blitzverpflichtung

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Wenn nur jede Bewerbung so schnell zum Erfolg führen würde… Für einen Neu-Dortmunder Amateurkicker reichte eine Mail, um den Verein und dessen sportlichen Leiter zu überzeugen.

Dortmund

, 07.11.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über die Unterbrechung der Amateurfußball-Saison wegen des Teil-Lockdowns freut sich wohl kein Fußballer – doch für einen Spieler des Hombrucher SV kommt diese Unterbrechung auch sportlich betrachtet zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Denn er war gerade wieder auf dem Weg nach oben.

Eine lange Verletzungsgeschichte hatte den 25-jährigen Jannik Tipkemper erkennbar ausgebremst. Gleich am ersten Spieltag der Saison 18/19 – damals noch in Diensten des münsterschen Westfalenligisten TuS Hiltrup – erwischte es ihn besonders hart.

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Tipkemper erinnert sich: „Das war der Klassiker. Kein Gegner weit und breit. Kein Zweikampf. Einfach nur ein Rasenplatz, der nicht so besonders war und ein Loch im Boden. Das hab ich erwischt, bin umgeknickt.“ Und dann war die Saison auch schon vorbei. Die Diagnose: Kreuzbandriss und Meniskusriss.

„Die Reha-Zeit war ziemlich lang. Eine zweite Operation wurde nötig. An Westfalenliga-Fußball war erstmal gar nicht zu denken.“ Tipkemper zog die Konsequenz und meldete sich sogar bei Hiltrup ab.

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Doch so ganz losgelassen hat ihn das Fußballspielen trotz der schmerzhaften Erfahrungen nicht. Und als nach dem Bachelor in Wirtschaftswissenschaften in Bielefeld der Wechsel für den Masterstudiengang nach Dortmund anstand, war für Tipkemper klar, dass er auch wieder Fußball spielen wollte. Diesmal in Dortmund.

„Sie haben Post“ - die Geschichte einer Hombrucher Blitzverpflichtung

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Voraussetzung war natürlich, dass das Knie halten und schmerzfrei bleiben würde. Das tat es. Und Tipkemper schrieb einfach mal eine Mail an den Klub, den er noch als Gegner aus Jugendzeiten kannte: an den Hombrucher SV. „Hombruch ist mir auch von früher schon ein Begriff gewesen, weil ich gegen die in der Jugend schon oft gespielt habe. Daher war der HSV in der Liga, in die ich wollte, für mich quasi die erste Adresse.“

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Hombruchs Sportlicher Leiter, Detlef Severidt, erinnert sich noch gut an die Nachricht, die im letzten Winter in seinem Postfach landete. „Da hab ich natürlich nicht lange gezögert. Denn ich hab ja gesehen, was für ein Junge da zu uns will“, sagt Severidt. Immerhin hat Tipkemper sogar schon für Ahlen in der Oberliga gespielt, war in der Westfalenliga ein gestandener Spieler. „Da zögert man nicht lange“, lacht Severidt.

„Das stimmt allerdings“, erinnert sich Tipkemper. „Geantwortet hat mir der Hombrucher SV schon, das war noch keine Stunde vergangen.“

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Tipkemper wurde gleich zum Training des Landesligisten eingeladen. „Und ich weiß gar nicht mehr genau, ob unsere Trainer Alex Enke mich noch während des Trainings oder unmittelbar danach angerufen hat“, erinnert sich Severidt. Die Nachricht des HSV-Coachs war aber so oder unmissverständlich: „Bitte sofort verpflichten.“

Severidt reagierte prompt. „Ich habe mich sofort mit Jannik in Verbindung gesetzt. Damit da bloß kein anderer Klub mehr dazwischen kommen konnte.“ Und es klappte. In den vergangenen Monaten hat sich Tipkemper nach der langen Verletzungspause ins Team gearbeitet. Aber jetzt ist ja erstmal wieder Pause - zum falschen Zeitpunkt.

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