Huckarde-Spieler will nach Verletzung nicht ins Krankenhaus - jetzt wird er operiert

mlzFußball-Bezirksliga

Blau-Weiß Huckarde ist mit dem 3:0-Erfolg über Bezirksliga-Spitzenreiter FC Nordkirchen eine kleine Sensation gelungen. Im Spiel verletzte sich ein BW-Spieler, muss jetzt operiert werden.

von Liv Sternberg

Dortmund

, 01.11.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeder, der in Huckarde blau-weiß ist, war nach dem vergangenen Spieltag in Feierlaune. Blau-Weiß hatte den absoluten Topfavoriten und bis dato ungeschlagenen Spitzenreiter in der Fußball-Bezirksliga, den FC Nordkirchen, mit 3:0 vom Platz gefegt. Für einen der Huckarder war es trotzdem kein rundum perfekter Tag.

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Für Nico Scharge war im Spiel gegen Nordkirchen schon nach 20 Minuten Feierabend – unfreiwillig. Nach einem Einwurf für den FCN ging der BW-Kicker in einen Zweikampf mit Nordkirchens Daniel Krüger. „Ich wollte am Spieler vorbei gehen, um den Ball für uns zu erobern. Dabei muss ich am Gegner hängen geblieben sein“, erzählt Scharge, der sich bei der Aktion die Schulter auskugelte.

Noch auf dem Platz versuchte Lars Rustige vom FC Nordkirchen Nico Scharge die Schulter wieder einzurenken.

Noch auf dem Platz versuchte Lars Rustige vom FC Nordkirchen Nico Scharge die Schulter wieder einzurenken. © Nico Ebmeier

Ins Krankenhaus wollte der Huckarder zunächst nicht. „Meine Schulter ist einfach kaputt, die habe ich mir bestimmt schon 20-mal ausgekugelt.“ Lars Rustige, Spieler des FC Nordkirchen und Physiotherapeut, habe mit Müh und Not versucht, am Platz Erste Hilfe zu leisten und die Schulter wieder einzurenken – ohne Erfolg. Nach vielen Überzeugungsversuchen, vor allem von seinem Kapitän, hat sich Scharge schlussendlich doch von einem Krankenwagen in ein Krankenhaus fahren lassen – zurecht.

Nico Scharge nutzt die Corona-Pause für eine Operation

„Die Schulter musste unter Vollnarkose wieder eingerenkt werden, die Schmerzen waren sonst zu stark“, sagt Scharge. Zehn Tage müsse er nun eine Schiene tragen, die seine Schulter entlastet. Danach könnte er sich einer Operation unterziehen, die die Verletzung vollständig behebt – die Schiene sei nur provisorisch. Scharge würde aber viel lieber so schnell wie möglich auf den Platz zurückkehren. „Nach 14 Tagen hätte ich wieder trainieren können.“ Dieser Entscheidung steht jetzt allerdings die Corona-bedingte Pause im Amateursport bis Dezember im Weg.

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Aber Scharge war auch auf diese Entwicklung vorbereitet: „Ich werde die Zeit nutzen und mich operieren lassen. Dann habe ich genug Zeit, um mich auszukurieren und wieder fit auf dem Platz zu stehen“, so der Huckarder. Eine OP ist anscheinend auch dringend nötig: „Dadurch, dass meine Schulter schon so oft ausgekugelt war, sind die Bänder stark beschädigt. Das ist ein Teufelskreis, durch die lockeren Bändern, kugelt sich die Schulter auch schneller aus“, beschreibt er seine Verletzung. Das führte dazu, dass er schon zwei Operationen hatte und nach dem Zusammenstoß vom Sonntag nun vor seiner Dritten steht.

„Mich wundert das nicht. Vier Jahre lang war alles gut, ich hatte die ganze Zeit keine Probleme mit der Schulter“, sagt Scharge. „Im Sommer ging es dann wieder los, dass sie ausgekugelt ist. Einige Male habe ich es geschafft, sie mir selber wieder einzurenken. Das hat auch immer gut geklappt, sodass ich weiterspielen konnte“, sagt er.

Im Spiel gegen Nordkirchen ist er mit seiner medizinischen Selbsthilfe jedoch an seine Grenzen gekommen. Dort konnte nur noch ein Arzt helfen. Trotz seiner belastenden Verletzung, blickt der Huckarder positiv in die Zukunft: „Ich möchte noch nicht ans Aufhören denken. Wenn nach der dritten Operation alles gut verläuft, möchte ich noch so lange wie möglich Fußball spielen.“

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