Jetzt ist es offiziell: Der BVB trennt sich von Michael Skibbe

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Der Fall Michael Skibbe hat hohe Wellen geschlagen. Nun ist das Ende seiner Amtszeit bei Borussia Dortmund offiziell besiegelt. Skibbe war für den BVB aus zwei Gründen nicht mehr haltbar.

Dortmund

, 29.05.2020, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was die Ruhr Nachrichten bereits am 14. Mai exklusiv berichteten, ist jetzt auch offiziell bestätigt: Borussia Dortmund und Michael Skibbe gehen in Zukunft getrennte Wege. In den vergangenen Tagen wurden die letzten juristischen Details geregelt. Nun herrscht Klarheit – und der 54-jährige Skibbe ist sowohl sein U19-Traineramt als auch sein Mandat als Cheftrainer aller Nachwuchsteams los. Seine eigentlich bis 2022 datierte Amtszeit beim BVB endet jäh nach nicht einmal einem Jahr.

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„Es stimmt, dass wir uns mit Michael Skibbe darauf verständigt haben, die Zusammenarbeit zu beenden“, sagte BVB-Nachwuchskoordinator Lars Ricken am Freitag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Wir bedanken uns bei Michael für insgesamt mehr als elf Jahre in Diensten des BVB und wünschen ihm für seine Zukunft alles erdenklich Gute.“

Das ist die offizielle Sprachregelung - und am Ende klingt dieser Rausschmiss fast so freundschaftlich wie das Ende eines fröhlichen Grillabends. Mach’s gut, war schön, bis bald mal wieder.

Öffentlich wird freilich keine verbrannte Erde hinterhergeschmissen, auch wenn es intern ordentlich gekracht hat. Der vermittelte Eindruck des friedlichen Einvernehmens bei dieser Entscheidung ist allerdings nicht einmal die halbe Wahrheit. Für Skibbe ging es nur noch darum, sein Gesicht halbwegs zu wahren, für den BVB nur noch darum, Skibbe nicht länger als irgendwie nötig bezahlen zu müssen.

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Denn nach Informationen dieser Redaktion war Skibbe für den BVB aus zwei Gründen nicht mehr haltbar. Dortmunds Macher waren einerseits mit seinem Wirken im sportlichen Bereich unzufrieden. Erste deutliche Kritik an der Arbeit des ehemaligen Dortmunder Cheftrainers und Co-Trainers der deutschen Nationalmannschaft kam bereits im vergangenen Herbst auf, wenige Monate nach seinem Dienstantritt im BVB-Nachwuchsbereich. Vor allem fehlendes Engagement wurde und wird ihm vorgeworfen. Andererseits – und das wog am Ende sogar noch schwerer – verstimmte es die Verantwortlichen massiv, dass Skibbe sie über einen Gerichtsprozess im Unklaren ließ. Letztendlich wurde Skibbe als nicht mehr tragbar eingestuft.

Kautionszahlung in Höhe von 80.000 Euro

Wie die Bild-Zeitung Anfang Mai berichtete, wurde Skibbes Schwager wegen Vergewaltigung zu achteinhalb Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Zwei der drei Vergewaltigungen hatten demnach während Skibbes Abwesenheit in dessen Villa stattgefunden. Außerdem versuchte der Trainer laut Bild, seinem Schwager statt der U-Haft einen Aufenthalt in seiner Villa zu ermöglichen – durch eine Kautionszahlung in Höhe von 80.000 Euro, die er dem Gericht anbot.

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Borussia Dortmunds Entscheider erfuhren all das überwiegend aus der Zeitung. Danach wurde im Verein sehr offen von Vertrauensbruch gesprochen. Skibbe jedenfalls hatte spätestens ab diesem Zeitpunkt keinen Rückhalt mehr beim BVB. Bereits vor über zwei Wochen wurde ihm nach Informationen der Ruhr Nachrichten persönlich mitgeteilt, dass seine Tage bei Borussia Dortmund gezählt seien. Was fehlte, war nur die offizielle Bekanntgabe des Rauswurfs.

BVB-Plan ist nun hinfällig

Der vom BVB noch Anfang Mai publizierte Plan, Skibbe ab kommender Saison die U23 anzuvertrauen, ist somit ebenfalls hinfällig. Die Borussia sucht einen neuen leitenden Angestellten für seine Reserve - und wird sich hinterfragen lassen müssen, warum das Projekt Skibbe so krachend gescheitert ist. Letztendlich wurde dieser Trainer den Wünschen der Dortmunder Bosse nie wirklich gerecht. Daran ändert auch Platz zwei in der kürzlich Corona-bedingt abgebrochenen U19-Spielzeit nichts.

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