Kapitän, der wegen Corona nicht mehr spielt: „Andere wollen auch nicht weiterspielen“

mlzFußball

Wegen der steigenden Corona-Zahlen hat der Kapitän des Bezirksligisten Rot Weiß Germania entschieden, vorerst nicht mehr Fußball zu spielen. Diese Entscheidung erzeugte in der Fußball-Community viel Resonanz.

Dortmund

, 28.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für ihn persönlich sei es gerade einfach nicht vertretbar, Fußball zu spielen, hat Fabian Leppert für sich entschieden. Fußball- und Handschuhe des Torwarts und Spielführers von Rot Weiß Germania werden wegen der steigenden Corona-Fallzahlen erst mal in der Ecke liegen bleiben. In einem Artikel der Ruhr Nachrichten hatte er seine Entscheidung öffentlich gemacht und daraufhin viele Rückmeldungen erhalten.

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„Mein Telefon stand am Sonntag nicht still“, sagt Leppert. Er habe viele Nachrichten, aber auch den ein oder anderen Anruf erhalten, erzählt der 27-jährige Torwart, der sich nach Corona-Fällen in seiner Mannschaft zurzeit in Quarantäne befindet. Der Tenor sei dabei durchweg positiv gewesen. „Ich kann das absolut nachvollziehen“, „gut, dass das mal jemand öffentlich gesagt hat“, schrieben ihm andere Fußballer.

Auf der Facebook-Seite der Ruhr Nachrichten wurde der entsprechende Beitrag vielfach geliked, in den Kommentaren wurde Leppert zugestimmt. Auch auf den Fußballplätzen wird der Artikel thematisiert. Thomas Behlke, Sportlicher Leiter des FC Brünninghausen, sagte am Sonntag beim Derby gegen Westfalia Wickede, dass der Torwart von Germania die aktuelle Lage sehr gut beschrieben habe.

Auch seine Mannschaftskollegen würden bei der Entscheidung zu ihm halten, sagt Leppert. Man werde in den kommenden Tage auch innerhalb der Mannschaft noch einmal sprechen, wie es weitergehe.

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Verband soll Spielern die Entscheidung abnehmen

Seine Trainer seien natürlich nicht ganz begeistert, dass sie auf ihn verzichten müssten, könnten seine Bedenken aber ebenfalls nachvollziehen. Wie Leppert hoffen sie, dass die Spieler eine solche Entscheidung nicht mehr selbst fällen müssen und eine klare Linie des Verbandes ihnen diese abnimmt.

„Mir ist es nicht leicht gefallen, zu sagen, dass ich erst mal nicht mehr spielen werde“, sagt der 27-Jährige. „Wer mich kennt, weiß, dass ich keine halben Sachen mache. Es ist mir wirklich nicht leichtgefallen. Ich spiele mit Herzblut Fußball und bin meist schon deutlich vor Trainingsbeginn am Platz.“ Die Situation habe in nachdenklich gemacht. Und das scheint auch bei anderen Spielern so zu sein.

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„Ein paar andere haben mir geschrieben, dass sie sich auch schon Gedanken gemacht haben und die Entscheidung nun für sich getroffen haben, nicht weiterspielen zu wollen“, sagt Leppert. Einige seien in kleinen Betrieben unterwegs, in denen sie schlecht mehrere Wochen ausfallen könnten. Andere würden noch zu Hause wohnen und machen sich Sorgen um ihre Eltern, falls sie sich anstecken.

„Ich will es nicht herbeireden“, sagt Leppert, „aber das wird uns Fußballer und die Gesellschaft noch länger beschäftigen. Wir werden nicht in sechs oder acht Wochen in die Hände klatschen, weil dann alles vorbei ist.“

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