Kirchhörde schafft mit kleinen Preisen Anreize in der Corona-Krise

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Momentan darf kein Fußballteam zum Training auf den Rasen. Laufen, laufen, laufen heißt da die Devise. Damit es nicht langweilig wird, hat man sich beim Kirchhörder SC etwas Besonderes überlegt.

Dortmund, Kirchhörde

, 04.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fußballer betreiben ihren Sport unter anderem deswegen, weil sie gerne gegen den Ball treten und dem Spielgerät technische Finessen wagen. Eine Grundlage dafür ist die läuferische Fitness. Wer nach drei Sprints schon nicht mehr kann, hat was falsch gemacht. Und gerade in Corona-Zeiten können Fußballer enorm an ihren läuferischen Fähigkeiten arbeiten.

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Für die meisten Kicker bedeutet das jedoch keinen großen Spaß. Kilometer um Kilometer abreißen – daran haben viele keine Freude. Um ein bisschen Freude am Laufen auszulösen haben sich Sascha Rammel und Karim Bouasker etwas überlegt. Das Trainerduo des Kirchhörder SC hat ein Programm geschaffen, dass ein gegenseitiges Anspornen zu Laufleistungen zur Folge haben soll.

Ballsack tragen und Trikots waschen als Strafe

„Alle Spieler sind in einer App versammelt und können mitverfolgen, wer wann und wie viel läuft. Jede Woche wird ein neues Ziel vorgegeben“, beschreibt Trainer Rammel. Wer die angestrebte Laufleistung nicht schafft, dem drohen kleinere Strafen – „aber nichts dramatisches. Es geht nur um die Dinge, die keiner gerne macht: Ballsack zum Platz bringen, Trikots waschen und so weiter.“

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Bisher haben die Pläne des Trainerduos gewirkt: Jeder Spieler hat das Soll erreicht. Für den Spitzenreiter, also der, der am meisten Kilometer in einer Woche abreißt, gibt es zudem noch einen kleinen Preis – und dies scheint einige aus dem Team zu Höchstleistungen anzuspornen.

Ein Kicker legte 30 Kilometer zurück

Einmal legte ein Kicker in der vergangenen Woche 30 Kilometer zurück. Zudem liefen zwei Spieler des KSC jeweils 18 Kilometer. „Das sind schon lange Strecken und überragende Leistungen“, sagt KSC-Mittelfeldspieler Michael Sievers, „ich hoffe nur, dass die Spieler diese Leistung neben dem Platz auch auf dem Platz zeigen, wenn es wieder los geht.“

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Neben der sportlichen Belastung und den kleinen Anreizen will das Trainerteam mit dieser Maßnahme vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit stärken. „Die Mannschaft bleibt im Kontakt, kommuniziert miteinander und spornt sich gegenseitig an“, meint Rammel, dem es wichtig war, seinen Jungs nicht einfach nur auf den Weg zu geben, dass sie sich mit Laufeinheiten fithalten sollen.

Michael Sievers vermutet, dass sich die Überlegungen des Trainerteams auf die Anstrengungen seiner Teamkameraden ausgewirkt haben. „Ich denke, jeder ist ein paar Kilometer mehr gelaufen als er es vielleicht sonst getan hätte und das Programm hat zur Motivation beigetragen.“

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Ob und wann die Saison wieder aufgenommen wird, ist noch unklar. Deshalb ist KSC-Trainer Sascha Rammel auch klar, dass er das erarbeitete Konzept nicht über die gesamte Zeit durchziehen kann. „Die Idee war es, über eine kurze Zeit Anreize zu schaffen und dass das Team sich nicht aus den Augen verliert. Wir werden den Spielern perspektivisch auch sich selbst überlassen. Wir hoffen, dass sie dann die zurückliegenden Wochen als Grundlage nehmen.“

Sascha Rammel: „Wir hoffe das Beste“

Ob Rammel auch mal daran gedacht habe, dass ihn die Spieler austricksen? „Wir können per GPS die Laufstrecke der Kicker nachvollziehen. Aber ja, klar kann ein Spieler seinen besten Freund oder seine Freundin losschicken. Es gibt da ein paar Wege. Aber wir hoffen das Beste.“

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