Kirchhörder SC setzt auf junge Wilde aus der Jugend - Konsequent, nachhaltig, erfolgreich

mlzFußball-Landesliga

Vier von elf Startspielern des Kirchhörder SC am letzten Wochenende haben in der vergangenen Saison noch A-Jugend gespielt. Der Weg mit der Jugend ist konsequent, nachhaltig - und erfolgreich.

Dortmund

, 26.10.2019, 11:33 Uhr / Lesedauer: 4 min

Die jungen Wilden sind mal wieder gefordert. Bei SuS Kaiserau (Sonntag, 15 Uhr, Jahnstraße 1, 59174 Kamen) fehlen dem Fußball-Landesliga-Zweiten Kirchhörder SC die erfahrenen Stützen Marcel Stiepermann (Zerrung) und Simon Rudnik (Urlaub). Aber beim KSC wissen sie längst, dass die neue Generation es richten kann.

Vier plus zwei „Junge“

Bereits gegen Horst-Emscher (4:2) standen vier Spieler, die vor einem Jahr noch A-Junioren gespielt haben, in der ersten Elf, zwei weitere kamen rein. „Wir haben alles richtig gemacht“, zieht Kai Gräfenkämper, der Sportliche Leiter ein kaum besser mögliches Fazit nach dem elften Spieltag.

Nicht nur also, weil der KSC auch wegen des Nachwuchses Zweiter ist und mit einem Sieg an den spielfreien Tabellenführer Wacker Obercastrop auf einen Punkt heranrücken kann, ist die Stimmung an der Kobbendelle bestens.

Konzept des Vereins ist stimmig

Das Konzept des Vereins ist stimmig. „Hut ab vor der Arbeit unseres A-Juniorentrainers Ümitcan Aksu, der Leon Franke, Philippe Thienguin, David Dapes, Andrei Mura und Lukas Leuchtmann zu Erste-Mannschafts-Spielern geformt hat“, sagt Gräfenkämper. „Wir hatten schon seit Dezember des vergangenen Jahres mit den Jungs gesprochen und erörtert, dass sie bei uns den Sprung in die Westfalen- oder Landesliga schaffen können.“

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Diese Chance, mal mit gestandeneren Leuten wie den erwähnten Stiepermann und Rudnik eine Einheit zu bilden, ließen sich die Talente nicht entgehen. Dazu kamen noch Nicholas Rous (TSC Eintracht) und Jonas Brigdar (FC Brünninghausen), die ebenfalls ihr erstes Seniorenjahr erleben. „Im Verein können sie ohne Druck reifen. Und wir wussten, dass sie es packen können“, sieht Gräfenkämper Chancen auf eine Weiterentwicklung.

Franke lernt von Stiepermann

Einer von ihnen ist Leon Franke, der als Angreifer nicht den einfachsten Start hatte, denn auf seiner Position spielt Routinier Stiepermann: „Dass er die ersten fünf Spiele von Anfang an spielte, war richtig. Ich sehe das positiv, weil Stiepi mir hilft. Von Beginn an war er für mich da. Und ich habe ja auch meine Spielanteile.“

Franke sagt, es sei schon ein Unterschied zwischen A-Junioren und Erster Mannschaft: „Die 26 bis 27-Jährigen haben nochmal ganz andere Körper. In unserem Team beim KSC fühle ich mich aber sehr wohl. Denn in der Landesliga kicken wir richtig zusammen. Wir spielen zusammen Fußball.“

Drei Tore bislang

Franke ist einer, der Selbstbewusstsein mitbringt, welches ein Stürmer auch braucht. Dabei hat er während seiner Vergangenheit in Ahlen auch mal weiter hinten gespielt. „In der Zentrale habe ich mich immer am wohlsten gefühlt. Aber ganz vorne gefällt es mir auch richtig gut.“

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Drei Tore erzielte der Angreifer bislang. Und es dürfen gerne mehr werden. „Ich denke, ich kann für alle Jungen sprechen, dass wir die Mannschaft weiter unterstützen wollen, wo wir können. Einige von uns sind Stammkräfte geworden. Das ist schon schön.“ Und auch vor Kaiserau ist Franke nicht bange: „Klar, Stiepi fehlt uns. Dann sind andere gefordert. Wenn wir keine unnötigen Fehler machen und aggressiv spielen, bleiben wir oben dran. Das wollen wir.“

Trainer behandeln alle gleich

Gut möglich, dass Trainer Sascha Rammel Franke (gegen Horst- Emscher spielte er bereit von Beginn an, wie auch Rous, Dapes und Mura), aber auch anderen Ex-A-Junioren das Vertrauen schenkt. Der oft überzeugende Tchienguin wäre rechts hinten beispielsweise wieder eine Option. Für Franke steht nämlich fest: „Die Trainer behandeln uns alle gleich. Sascha erklärt uns nach jedem Spieltag, was wir besser machen können. Davon profitieren wir.“

Der Coach, der auch die Wichtigkeit seiner gestandenen Leute unterstreicht, beobachtet die Entwicklung des Nachwuchses ganz genau. „Sie sind auf einem richtig guten Weg. Der eine entwickelt sich etwas schneller als der andere. Das ist völlig normal. Es kann am Ende zwar auch sein, dass es jemand nicht schafft, aber die Jungen machen es insgesamt schon gut und bringen sich ins Kollektiv ein.“ Rammel sagt, seine jungen Leute wüssten, dass sie sich auch immer wieder anbieten müssten, um Chancen zu erhalten.

Keine „Überspieler“ beim KSC

Letztendlich lebe der neue KSC, der während dieser Spielzeit so viel Freude macht, auch davon, dass sich neben den erwähnten Leistungsträgern nicht die „Überspieler“ beim KSC tummeln. Daher rotiert Rammel auch öfter. „Wir sind aber als Mannschaft gut. Damit meine ich den Kader. Und daran haben dann auch die jungen Leute ihren Anteil.“

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Der KSC ist dabei, sich einen Sonderstatus im Dortmunder Amateurfußball aufzubauen, als besondere Mannschaft mit Typen und vielen jungen Leuten aus dem eigenen Klub, die dann auch noch gut anzusehenden Fußball spielt. Ob das so bleibt, stellt sich unter anderem in Kaiserau heraus. Danach folgen weitere wichtige Herausforderungen. Denn die gute Position aufgeben wollen die Kirchhörder bestimmt nicht.

„Die Jungs wissen, was sie am Verein haben“

Über weite Sicht glauben Gräfenkämper und Rammel, dass die Jungs in Kirchhörde eine gute Zukunft haben. Gräfenkämper kommentiert: „Die Jungs wissen, was sie am Verein haben. Die Leute haben Geduld mit ihnen. Und sie erfahren Wertschätzung.“

Auch Rammel sieht keinen Anlass, dass den ersten Jungs die Erfolge zu Kopf steigen und sie vielleicht sogar einen schnellen Wechsel anpeilen: „Den Unterschied zwischen Westfalenliga und Landesliga sehe ich ohnehin nicht als so groß. Wenn aber jemand die Chance erhält, in der Oberliga zu spielen, bin ich keiner, der sie ihnen verbaut. Ich denke aber, im Falle unserer Leute käme das wohl noch zu früh. Ich glaube, sie können sich auch gut einschätzen.“

Obercastrop auf den Pelz rücken

Sie sollen also zunächst weiter daran arbeiten, den KSC im Schatten von Obercastrop in Stellung zu halten. Die nächste Hürde ist – wie erwähnt - SuS Kaiserau. Die Mannschaft von Trainer Jörg Lange ist aktuell Neunter, aber nicht ohne, wie Rammel findet.

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„Da spielen Jungs zusammen, weil sie Bock drauf haben. Kaiserau ist geschlossen.“ Fast klingt es so, als hätte Rammel seine eigene Mannschaft beschrieben. Sie aber will am Sonntag schon den Unterschied machen, um Obercastrop auf den Pelz zu rücken.

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