ASC-Trainer Sekic kennt das Alter seines Leistungsträgers nicht - Er hält ihn für viel jünger

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Neben Philipp Rosenkranz bildet nur noch ein Spieler die Ü30-Fraktion im jungen Oberliga-Team des ASC. Das größte Kompliment ist wohl, dass sein Trainer diesen bislang für Ende 20 gehalten hat.

Dortmund

, 27.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Daniel Schaffer zog mal eben das Tempo an. Vorbei an ein, zwei Gegenspielern und plötzlich war der Weg frei für den 31-Jährigen. Eine Körpertäuschung, ein Pass - und Kevin Brümmer konnte das wichtige 1:1 in Sprockhövel erzielen. Wenig später hatte Schaffer selbst das 2:1 besorgt und legte schlussendlich für Lars Warschewski auch noch das 3:1 auf. Keine Frage: Er war neben Torhüter Jan Held eine der wichtigsten Figuren bei der Beantwortung der Charakterfrage in Sprockhövel.

Die 3 steht vorne

Und das - man muss es bei den vielen jungen Leuten im ASC-Kader extra erwähnen - in seinem Alter. Sein Trainer Daniel Sekic ging zwar bis zum Telefonat für diese Geschichte davon aus, dass Schaffer Ende 20 sei, doch die 3 steht bei ihm nunmal schon vorne dran. „Man merkt es montags nach dem Spiel“, sagt Schaffer, „dass es schon was anderes ist, als mit 22.“

Für Sekic hat Alter allerdings noch nie eine wichtige Rolle gespielt, obwohl er sagt: „Es beeindruckt mich total, dass er, obwohl er schon in einem, ich sage mal, gesetzten Alter ist und schon viel gesehen hat, sich so sehr auf unsere Ideen und das, was wir fordern, einlässt“, sagt Sekic. „Er ist sehr wissbegierig und hat wirklich von Anfang an sofort verstanden, was wir wollen.“

ASC-Trainer Sekic kennt das Alter seines Leistungsträgers nicht - Er hält ihn für viel jünger

Daniel Schaffer (r.) konnte beim 0:1 gegen Gütersloh auch nichts mehr retten - doch in Sprockhövel war er der entscheidende Mann © Stephan Schütze

Und das ist neben der totalen Leistungsbereitschaft auch eine gewisse Flexibilität. Schaffer kam vor dreieinhalb Jahren vom Regionalligisten Rot-Weiß Ahlen nach Aplerbeck: „Als offensiver Außen oder Zehner“, wie der Sportliche Leiter Samir Habibovic sagt.

Offensiver Part im defensiven Mittelfeld

In Sprockhövel spielte Schaffer plötzlich auf der Sechs: „Aber das war jetzt gar nicht so defensiv, wie es sich anhört“, sagt Schaffer selbst. Denn wenn der gebürtige Lüner auf der Sechs auftaucht, ist er eine versteckte Acht: „Ich habe dann meist den offensiveren Part und je nach System stoße ich mit vor.“ So wie in Sprockhövel.

Dass er in einem Team aus vielen Jungspunden zusammen mit Philipp Rosenkranz, der nochmal ein Jahr älter ist, zur alten Garde gehört, tut Schaffer nicht nur gut, es beflügelt ihn sogar: „Es macht extrem viel Spaß und merkt es selbst, weil es abfärbt, wenn man so viel mit jungen Leuten zusammen ist. Man ist dann doch eher noch länger jugendlich, als wenn das nicht so wäre“, sagt Schaffer. Er kennt es aus seinen vorherigen Stationen, beim BV Brambauer, in Hamm und in Ahlen durchaus auch anders.

Schon damals versucht Habibovic den jüngeren Schaffer zu sich zu lotsen: „Er hat es schon versucht, als er noch in Hombruch war und dann auch in Aplerbeck“, erzählt Schaffer, doch erst beim dritten Mal „hatte ich das Gefühl, dass es jetzt an der Zeit ist, den Schritt in den Dortmunder Fußballkreis zu gehen. Das ist ja doch nochmal etwas anderes als in Hamm oder Ahlen“, sagt Schaffer.

Schaffer will mehr

Zweimal ist er in den vergangenen beiden Jahren mit dem ASC knapp am Aufstieg gescheitert, die offensiven Ziele des Klubs, der nun endlich den Sprung in die Regionalliga schaffen will, teilt er komplett: „Ich bin sehr optimistisch, dass wir eine gute Rolle spielen können. Wir sind alle Sportler und wenn man zweimal so knapp gescheitert ist, will man sich doch verbessern.“

„Er macht einfach einen Riesenjob. Wenn er diese Leistung weiter so abruft, wird er immer einen Platz in der Mannschaft haben.“
Daniel Sekic, ASC-Trainer

So einfach ist das manchmal. Und dass er ein Teil dieser verbesserten Mannschaft ist, daran gibt es nicht erst seit seiner Gala-Vorstellung gegen Sprockhövel keinen Zweifel: „Er macht einfach einen Riesenjob. Wenn er diese Leistung weiter so abruft, wird er immer einen Platz in der Mannschaft haben“, sagt Sekic.

Schon beim Saisonauftakt in Paderborn (2:1) traf Schaffer früh zum 2:0: „Ich fühle mich wohl und wenn ich im Kopf frei bin, dann kann ich meine Leistung abrufen“, sagt Schaffer, schränkt allerdings ein: „Persönliche Erfolgserlebnisse sind schön, aber noch schöner ist es, als Mannschaft zu gewinnen.“

Gütersloh-Spiel als Warnung

In dieser Phrase ist eine Warnung versteckt, die er mit dem Wissen der in der Art und Weise bedenklichen 0:1-Heimpleite gegen Gütersloh ausspricht: „Da hat man gesehen, wie schwer es werden kann, wenn wir nicht alles abrufen.“

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