Läuferin Patricia de Graat hat große Pläne

Dortmunds Sportlerwahl 2015

Alles ist bereit fürs sportliche Abendprogramm. Vater Jörg hat Anzug und Krawatte gegen schicke Trainingssachen getauscht, Tochter Patricia ist ohnehin schon umgezogen. Auf geht es zum Hengsteysee, 45 Minuten intensiver Dauerlauf sind geplant, "ich gebe das Tempo vor", sagt die 17-Jährige lächelnd, Papa ist ein guter Partner, "er gibt Geleitschutz", und flott auf den Beinen ist er auch.

DORTMUND

, 05.01.2016, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eben eine sportliche Familie, die Familie de Graat. Und wenn Patricia nun zum Jahreswechsel auf 2015 zurückblickte, dann hat sie nur schöne Dinge zu verkünden. Sie habe alle Ziele erreicht, sie habe tolle Erfolge erzielt, sie ist beim IAAF Diamond League Meeting in Lausanne vor 15 000 Zuschauern im Nationaltrikot gelaufen, „ein unvergessliches Erlebnis“, sie wurde deutsche Meisterin bei den U18-Titelkämpfen in Jena über 1500 Meter. „Es war wirklich ein perfektes Jahr.“

Schnell und ehrgeizig

Patricia de Graat kommt aus Herdecke, startet für die LG Olympia Dortmund, sie ist Läuferin, hat vor keiner Strecke zwischen 400 bis 10 000 Meter Angst. Und die 17-Jährige bringt eigentlich alles mit, um die nationale und vielleicht auch mal internationale Laufszene zu bereichern: Sie ist ehrgeizig, „manchmal vielleicht sogar zu sehr“, sie ist hellwach, unbekümmert, und zielstrebig.

Und hat trotz ihrer jungen Jahre schon einen recht genauen Plan, wohin die Reise auf der Tartanbahn hingehen könnte. Schritt für Schritt, um im Bild zu bleiben, wolle sie sich verbessern, behutsam, aber doch entschlossen, natürlich wolle sie um Medaillen mitlaufen statt nur hinterher, und den Sport einmal zum Beruf zu machen, damit auch Geld zu verdienen, „ja, auch das kann ich mir vorstellen“.

Geprägt von der sportlichen Familie

Patricia de Graat hat schon auf Kindesbeinen mit der Leichtathletik angefangen, geprägt von der sportlichen Familie, „ein gewisser Ehrgeiz hat sich früh entwickelt“. Laufen, einfach nur laufen, löst bei der Mittelstrecklerin eine Menge netter Dinge aus. „Du bekommst so herrlich den Kopf frei, denkst an viele Sachen nicht“, sagt sie, und die Glücksgefühle, „wenn du deine Ziele erreichst“, sie sind ihr auch nicht unwichtig.

Dieses Jahr 2015, „so erfolgreich habe ich es mir wirklich nicht vorgestellt“, es hat ihr einen schönen Schub gegeben. Disziplin und Ehrgeiz seien ihre Stärken, sagt sie, sie hat trotz ihrer jungen Jahre einen Plan, „ich weiß, was ich möchte“. Und fügt dann fast verschämt hinzu, dass es auch bei ihr Tage gebe, an denen sie keinen Bock aufs Training habe, „an denen ich lieber auf der Couch liegen und fernsehen würde“.

Optionen offenhalten

Noch steckt die Karriere erst in zarten Kinderschuhen, noch will sich Patricia de Graat auf keine Distanz festlegen. Sie möchte breit aufgestellt sein, will sich einige Optionen offenhalten, auch nicht einseitig trainieren. Dennoch: „Im Moment liegt das Hauptaugenmerk auf den 1500 Metern, das macht aktuell am meisten Spaß.“ Es passt auch, weil sie für ihre Jugend taktisch schon reichlich gescheit läuft und sich bei ihrem Titelgewinn auch im Spurt sehr stark präsentierte.

Es ist also angerichtet für eine junge Dame, die sich ein Leben ohne Laufen „einfach nicht vorstellen kann. Laufen ist eben die einfachste Möglichkeit, sich in Bewegung zu setzen“. Vor allem der aufregende Auftritt in Lausanne hat Appetit auf mehr gemacht. Es sei ein riesiges Erlebnis gewesen, „so viele coole Athleten zu sehen“, Sportler, die sie bis dahin natürlich nur vom Fernseher kannte.

Runde am Hengsteysee

Und so ist der Wunsch klar. „Ich hoffe, mir steht noch einiges bevor in meinem Sport.“ Und damit sie auch nichts verpasst, geht es mit Vater Jörg in der Dunkelheit auf die Runde am Hengsteysee.  

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