Lebenszeichen aus dem Westen

Fußball: Westfalenliga

Vier Siege und ein Remis: Die Bilanz der Dortmunder Westfalenligisten am vergangenen Wochenende liest sich blendend. Doch nicht alle Trainer sind zufrieden. Die Lage der fünf Dortmunder Klubs.

von von Florian Herrmann

, 05.11.2012, 18:34 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Mengeder (graue Trikots) landeten einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf.

Die Mengeder (graue Trikots) landeten einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf.

Bei aller Freude über den eigenen Erfolg und die Patzer der Konkurrenz war Trainer Jörg Silberbach nicht vollends zufrieden: „Momentan geht uns etwas die Leichtigkeit abhanden. Unser Spiel war auch gestern nicht sehr schön anzusehen, daran gilt es zu arbeiten.“ Während Marcel Großkreutz und Adrian Kinscher weiterhin ausfallen, sind die Comebacks von Daniel Diaz und Fathallah Boufeljat absehbar. Nächsten Sonntag wird Christian Werner aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung stehen. „Die Rückkehrer können sich über die Trainingsleistung empfehlen und es kann nicht schaden, wenn der Konkurrenzdruck steigt“, sagte Silberbach. Auch Alexander Hueck und Philipp Denninghoff stehen vor ihrer Rückkehr in den Kader.

 Weiter unten in der Tabelle konnte Mengede 08/20 einen wichtigen Sieg gegen den TuS Erndtebrück II einfahren. Das rettende Ufer ist trotzdem noch nicht erreicht. „Der Sieg gegen Erndtebrück war ein Big Point. Bei einer Niederlage hätten wir wohl für die Landesliga planen können“, war der Sportliche Leiter Martin Schiffer erleichtert. „Spielerisch war auf dem Platz nicht viel möglich, deswegen war es ein sehr kampfbetontes Spiel“, so Schiffer. Einen bitteren Beigeschmack bekam der Sieg durch die Rote Karte gegen Bekir Kilabaz, der in Brünninghausen ebenso fehlen wird wie Dennis Schultze, der aus beruflichen Gründen in Portugal ist.  Mit dem letzten Aufgebot wolle man trotzdem alles in die Waagschale werfen. „Wir hoffen natürlich, dass das Derby wieder seine eigenen Regeln hat. Auf dem Papier ist das Spiel wohl schon entschieden, aber mit der Einstellung fahren wir da nicht hin“, gibt sich Schiffer vor dem Spiel beim FCB kämpferisch.

Nach zuletzt zwei Siegen in Serie und dem damit verbundenen Vier-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge blickt Evings Trainer Dimitrios Kalpakidis optimistisch nach vorne. Dabei interessiert ihn wenig, dass Mannschaften wie Hagen oder Erndtebrück Punkte liegen ließen. Trotz der angespannten personellen Situation überzeugten die Evinger zuletzt, was Kalpakidis auf den tollen Zusammenhalt zurückführt: „Wir waren Sonntag genau 14 Leute. Aber die haben alle zusammen gehalten. Wir haben eine tolle Gemeinschaft.“ In Langscheid/Enkhausen machte Serkan Erol einen guten Job im Tor. Bis zum Spiel am Freitag gegen Wanne-Eickel wird nur Andreas Lichtner zurückkehren. Michal Zioto ist noch gesperrt. „Da müssen wir durch. Aber das haben wir bisher gut gemacht. Ich hoffe, dass wir den einen oder anderen Zuschauer mobilisieren konnten, am Freitag auch zu kommen“, sagt Kalpakidis.

Nach dem Heimsieg gegen Kaan-Marienborn war es vor allem die Art und Weise des Erfolges, die Trainer Marko Schott überzeugte. „Solche Siege sind natürlich besonders schön. Wir kennen es ja teilweise auch anders, als wir fußballerisch nicht so überzeugen konnten“, sagt Schott, der aber auf dem Boden der Tatsachen bleibt. Wichtig sei, dass seine Mannschaft nicht zu schnell zufrieden wird. Die Tatsache, dass Wickede nur vier Punkte von Platz eins entfernt ist, berührt ihn kaum: „Wir waren auch schon mal punktgleich mit dem Ersten. In dieser ausgeglichenen Liga bedeutet das nicht viel.“ Deshalb werden auch die Saisonziele bislang nicht nach oben korrigiert. Ebenso ausgeglichen wie die Liga ist auch der Wickeder Kader, zu dem jetzt wieder der entsperrte Dominik Huneke stößt. „Möglichst jeder soll eine Chance bekommen“, sagt Schott in dem Wissen, eine starke Bank zu haben.

Mit der Leistung seiner Mannschaft war Trainer Frank Eigenwillig in Holzwickede zufrieden. Einziges Ärgernis aus seiner Sicht war die Rote Karte gegen Denis Boutagrat. „Raimund Büth wird an der Eckfahne von hinten gefoult, das Foul mit Gelb geahndet. Später erkämpft sich Denis Boutagrat mit einem tollen Tackling von der Seite den Ball und sieht Rot. Da stimmen die Verhältnismäßigkeiten nicht“, sagte Eigenwillig. Ein Freistoß und eine Gelbe Karte wären in Ordnung gegangen. „Denis hat mit Sicherheit in der Vergangenheit Fehler gemacht und wurde zurecht kritisiert. Aber er hat sich gebessert und es tut mir Leid für ihn, dass er jetzt unverschuldet in eine Ecke gedrängt wird, in die er nicht hineingehört“, nahm Eigenwillig seinen Spieler in Schutz. Am Sonntag sei man vor allem am starken Holzwickeder Keeper gescheitert.  

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