Letztes Wilke-Heimspiel: Blumen, Tränen und ein dickes Dankeschön

BVB-Handball

Irgendwann ließen sich die Tränen nicht mehr zurückhalten, warum auch? Als in der Halle Wellinghofen am Samstag „Niemals geht man so ganz“ gespielt wurde, da wurde es Dagmara Kowalska ganz feucht in den Augen.

DORTMUND

11.04.2011, 05:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lasst Blumen sprechen: Gustl Wilke (M.) reicht seinen Strauß an seine Partnerin auf der Tribüne weiter.

Lasst Blumen sprechen: Gustl Wilke (M.) reicht seinen Strauß an seine Partnerin auf der Tribüne weiter.

Es hieß Abschied nehmen von einem Trainer, der mit einer längeren Unterbrechung nun 13 Jahre die Geschicke der Schwarzgelben gelenkt hatte. Er habe gedacht, „es geht deutlich trockener über die Bühne“, sollte er später sagen, bei dem „ganzen Geschimpfe, das die Mädels in den letzten Jahren so hören mussten“. Doch er hätte wissen müssen, dass er so ganz ohne Ehrung nicht davonkommen konnte. Bereits vor dem Anpfiff hatte ihm der Sportliche Leiter Jochen Busch einen Blumenstrauß überreicht („Danke für alles, was Du getan hast“), schon da standen die Zuschauer wie auf Kommando auf und applaudierten lang. Dann kam der Sport, das 29:30 gegen den TV Nellingen, und es waren 60 Minuten, in denen der 66-Jährige noch einmal die ganze Palette der Gefühlsregungen durchlebte.

Gustl Wilke tobte und fuchtelte am Spielfeldrand, er fluchte und spornte an, kassierte dank intensiver Proteste Gelb von den Unparteiischen, er pendelte zwischen allen Emotionen. „Ich bin zu jung, um gelassen zu sein“, meinte er, tatsächlich war er temperamentvoller als die meisten 20-Jährigen dieser Welt. Das „Nachspiel“ aber war dann noch deutlich intensiver als das eigentliche Spiel. Julia Wolf nahm sich das Mikrofon, „dies ist ein komischer Moment“, meinte sie und schluckte. Gustl Wilke bekam eine Bildercollage und ein Polo-Shirt, hinten stand schlicht „Danke“ und darunter die Namen seiner Mädels. Es war der Zeitpunkt des Abschieds, es war der Moment, als die Spielerinnen ihn vorsichtig, aber doch schwungvoll in die Höhe warfen. Der Gänsehaut-Stimmung konnte sich keiner entziehen. Später ging es noch ins Strobels, da dürften neben Tränen noch andere Dinge geflossen sein.  

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