LG Olympia baut auf seine Leichtathletik-Talente und peilt die Top drei in Deutschland an

mlzLG Olympia Dortmund

Der Nachwuchs ist die Zukunft von morgen. Auch bei der LG Olympia ist das so, und deshalb arbeiten die Verantwortlichen stetig daran,die Ausbildung der jungen Leichtathleten zu verbessern,

Dortmund

, 27.03.2019, 19:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Talentsuche und Talentförderung sind für Vereine existenziell, um die kontinuierliche Entwicklung eines Klubs zu sichern. Horst Merz sprach mit dem Leiter der Talentförderung der LG Olympia, Christof Neuhaus über die aktuelle Situation und Zukunftsperspektiven.

Wie beurteilen Sie rückblickend die Beteiligung und das Leistungsniveau bei den Kreis-Hallen-Meisterschaften?

Die Kreismeisterschaften sind neben dem internationalen Städtekampf für unsere jungen Athleten stets der absolute Höhepunkt der Wintersaison – und über 300 Teilnehmer bestätigen das. Wenn ich höre, dass sich die Wochenendplanung vieler Familien nach den Hallen-Sportfesten richtet, müssen wir uns über mangelnde Teilnehmerfelder keine Sorgen machen. Das Leistungsniveau war hervorragend, und zahlreiche U 16er haben sich für die „Westfälischen“ qualifiziert.

Wie beurteilen Sie an Hand der Ergebnislisten die Situation bei den den Nicht-LGO-Vereinen?

Beim TSV Kirchlinde und bei der Teutonia Lanstrop wird ausgezeichnete Arbeit geleistet. Konkurrenz und fairer Wettbewerb sind schon in jungen Jahren für die Entwicklung äußerst wichtig. Ich schaue natürlich vor allem auf die LG Olympia. Wir wollen ständig besser werden, damit haben wir genug zu tun.

Hat sich der Aufwärtstrend bei den Westfalen-Meisterschaften der U 16 bestätigt?

Vor wenigen Jahren waren es nur der Stabhochsprung und der Laufbereich, die auf Landesebene erfolgreiche Präsenz zeigten. Das war in diesem Jahr anders. Wir sind breiter aufgestellt und somit auch in der Spitze stärker. So konnten wir uns über zahlreiche Edelmetall-Plaketten freuen.

Wir sind breiter aufgestellt und somit auch in der Spitze stärker.

Worauf legt die LGO zur Zeit ihr Schwergewicht im Nachwuchsbereich?

Systemisch versuchen wir, noch enger mit den Schulen zu kooperieren. Schulleitungen, Sportkoordinatoren bis hin zu den Klassenlehrern sind häufig für unkomplizierte Lösungen offen. So können wir gegebenenfalls auch außerhalb des Goethe-Gymnasiums Frühtraining ermöglichen. Durch die NRW-Sportschule Goethe-Gymnasium erfahren wir selbstverständlich die größte Unterstützung, und das ist unbezahlbar.

Man hat den Eindruck, dass bereits beim Nachwuchs der Laufbereich dominiert. Das ist erfreulich, lähmt aber zum Beispiel den Sprint und von Ausnahmen abgesehen, die technischen Disziplinen. Wie kann da entgegengewirkt werden?

Das sehe ich anders. Steven Orlowski hat als Talentteamtrainer Lauf im U 14/U 16 Bereich die Arbeit der vergangenen Jahre fortgesetzt und weiterentwickelt, und er bekommt von allen Stammvereinen Unterstützung. Auf diesem Niveau wären gerne wieder auch in anderen Disziplinen. Gebt uns hier noch etwas Zeit, ich bin da zuversichtlich. Andreas Nötzig widmet sich mit viel Engagement den Werfern, und in Maite Pasdzior haben wir eine hervorragende Trainerin, die selbst aus dem Mehrkampf und der Trainerausbildung kommt. Sie arbeitet schon seit Monaten mit viel Freude und Erfolg beim Frühtraining am Goethe-Gymnasium und in den Talentgruppen. Das zahlt sich bereits aus und davon werden in den nächsten Monaten alle Bereiche profitieren.

Wie ist das Fördertrainingssystem der LGO aufgebaut?

Die neun Stammvereine bieten von den Bambini bis zur U 16 die ganze Palette der Leichtathletik an. Auf diesem Fundament baut das Förder- und ab der U 18 das Leistungssystem auf. Während wir in der U 16 und U 14 in sechs disziplinspezifischen Talentgruppen die aussichtsreichsten jungen Athleten und damit die Kräfte aller Stammvereine bündeln, beginnt in der U 18 das anspruchsvollere Ziel gerichtete Training.

Die dicken Bücher haben wir alle gelesen, in der Praxis leben können wir es nur im Austausch. Da müssen alle Trainer fragen und mitdenken.

Früher gab es durch die Mitarbeiter der Stammvereine Vorbehalte gegenüber dem Fördertraining, weil Abwerbung befürchtet wurde und sich Übungsleiter zum Teil für besser qualifiziert hielten. Gibt es das heute noch?

Wenn es das gab, so war das vor meiner Zeit. Auch wenn die LGO-Familie groß ist, kennen wir uns alle untereinander gut. Der Austausch auf dem Platz, auf dem Weg zum Wettkampf oder in regelmäßigen Trainerbesprechungen sowie dem gemeinsamen Trainerwochenende bringt uns weiter. Entscheidend ist dabei, dass diskutiert wird. Die dicken Bücher haben wir alle gelesen, in der Praxis leben können wir es nur im Austausch. Da müssen alle Trainer fragen und mitdenken. Das geschieht zum Glück auch.

Wenn schwächelnde Stammvereine, eventuell aus Personalmangel, keine optimale Arbeit in ihrem Training leisten können, sollte dann die LGO unterstützend eingreifen?

Das tun wir ganz akut und immer wieder. Die DJK Ewaldi Aplerbeck ist das perfekte Beispiel. Birgit Jung und ihre Mitstreiterinnen entwickeln seit Jahren mit einfachsten Mitteln und unglaublich viel Herzblut junge Talente, die fast nahtlos in die Leistungsgruppen aufrücken. Dabei kann Ewaldi nicht alles alleine leisten und sucht immer wieder den Dialog. So funktioniert das.

Bekommen wir hauptamtliche Stellen im Schüler- und Jugendbereich, ist die LGO in wenigen Jahren weit mehr als nur der viertbeste Verein Deutschlands.

Welche Mängel bestehen noch im Fördertraining?

Wir haben Ideen, wir haben in verschiedenen Bereichen begeisterte Trainer, Betreuer, Vorstandsmitglieder oder Helfer, die ehrenamtlich arbeiten. Wir verfügen bald über die modernste Leichtathletikhalle Deutschlands und in einigen Monaten direkt am Goethe-Gymnasium über ein weiteres Standbein einschließlich Rundbahn. Der nächste Schritt muss nun mit Hauptamtlichkeit getan werden. Bekommen wir hauptamtliche Stellen im Schüler- und Jugendbereich, ist die LGO in wenigen Jahren weit mehr als nur der viertbeste Verein Deutschlands.

Welche Trainingsmaßnahmen sind für den Nachwuchs während der Osterferien geplant ?

Maike Pasdzior und Oliver Kunz bieten vereinsübergreifend für die Talentteams während der ersten Ferienwoche wie im Vorjahr ein Trainingslager in Sigmaringen an. Ich selbst freue mich, einen Großteil der jungen Lauftalente im spanischen Novo Sancti Petri auf die Sommersaison vorzubereiten.

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