LGO präsentiert Neuzugang Gina Lückenkemper

Leichtathletik

Gine Lückenkemper läuft künftig für die LG Olympia Dortmund. Die 18-jährige Sprinterin ist schnell, sehr schnell für ihre jungen Jahre. Und so konnte es am Mittwoch auch nicht überraschen, dass die Dortmunder Leichtathleten nicht ohne Stolz ihr neues Aushängeschild präsentierten, eine Athletin, die die LGO in der Zukunft auch international vertreten kann und perfekt in die Rolle des Vorzeigegesichtes passt.

DORTMUND

, 15.10.2015, 07:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
LGO präsentiert Neuzugang Gina Lückenkemper

Prominenter LGO-Neuzugang: Gina Lückenkemper.

Sie lacht gern, sie lacht herzhaft, sie lacht so herrlich natürlich. Ungemütlich, vielleicht sogar mal ein wenig schlecht gelaunt wird sie nur im absoluten Ausnahmefall. „Unfreundlich werde ich nur, wenn ich nichts zu essen bekomme“, sagt Gina Lückenkemper und lacht erst einmal wieder über das ganze Gesicht.

Zur Not tut's die Bratwurst

Ihre Betreuer wissen längst, ohne Nahrung geht bei Gina Lückenkemper nichts. „Sie haben immer Bananen und Kekse in ihren Taschen für mich“, verrät die 18-Jährige, deren Sprache die Westfälin verrät. Geboren in Hamm startete sie für den LAZ Soest, künftig eben für die LGO. Natürlich bringe sie stets auch ihre eigene Verpflegung mit, und wenn es dann mal eng wird mit dem Nachschub, dann gönnt sie sich vor dem Start auch einmal eine Bratwurst, „und manchmal nach dem Rennen auch eine“. Oder gern auch ein Stück Kuchen.

Gina Lückenkemper hat ein Leichtathletik-Jahr in den schnellen Beinen, das sie selbst als der „pure Wahnsinn“ bezeichnet. So und nicht anders muss man es wohl bezeichnen, wenn alles gelingt, und sogar noch ein wenig mehr, wenn man in wenigen Monaten mitten in die internationale Sprint-Szene hineinrast. Bei der U20-EM rannte sie über 200 Meter allen auf und davon, gewann Gold, fand sich plötzlich in der Nationalmannschaft wieder, ging bei der WM in Peking an den Start, bot im 100-Meter-Einzel eine gute Vorstellung, wurde mit der Sprint-Staffel im Finale Fünfte.

Fantastisches Jahr

Ein fantastisches Jahr liege hinter ihr, meint sie und schaut einen Moment selbst fast ungläubig, was ihr da widerfahren ist. Nie habe sie sich träumen lassen, zur WM nach Peking zu fahren, „ich habe alle für verrückt erklärt, die vorher davon sprachen“.

Aber dann lief sie die WM-Norm über 100 Meter in 11,25 Sekunden, war plötzlich für die Staffel gesetzt, auf der dritten Position, in der Kurve, „manchmal habe ich den Eindruck, ich kann sie schneller laufen als die Gerade“. Auch deshalb sieht sie sich künftig eher auf der 200-Meter-Strecke.

Wechsel war vorgezeichnet

Der Wechsel von LAZ Soest zur LGO war vorgezeichnet, bereits seit dem Frühjahr trainiert sie bei LGO-Trainer Uli Knust, „so ist es die perfekte Lösung“. Diese letzten sechs Monate mit allen Leistungssteigerungen, „natürlich ist das eine kleine Explosion“, sagt sie, auch wenn sie weiter nichts überstürzen will. Vier, maximal fünf Einheiten in der Woche, das reiche, das jetzt gigantisch zu steigern, „das wäre der falsche Weg, dann würde der Kopf schreien: Mach mal eine Pause“. Weniger, sagt sie, „ich bei mir mehr“.

Getrieben wird sie auch so, von der enormen Freude am Sport, „ich will den Spaß einfach auf die Bahn bringen“. Wieder versprüht sie jede Menge gute Laune, denkt nur kurz nach, wenn sie gefragt wird, ob früher oder später ein Wechsel auf die 400-Meter-Strecke nicht zwangsläufig sei. „Nein, das ist eine Schweinestrecke“, sagt sie, „aber in der Staffel, wenn ich gebraucht werde, vielleicht...“. Sie lacht dabei, natürlich, auch wenn sie es ganz offensichtlich ernst meint.

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