LGO-Trainer Kunst: "Die Arbeit hält mich frisch"

Leichtathletik

LGO-Trainer Uli Kunst darf sich Meister-Trainer nennen. Der Coach von Sprint-Ass Gina Lückenkemper hatte auch am Wochenende bei der Hallen-DM in Leipzig wieder viel Grund zur Freude. Mit Horst Merz sprach der Leichtathletik-Trainer über Motivation, Erfolge und kleine Auszeiten.

Dortmund

, 21.02.2017, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
LGO-Trainer Kunst: "Die Arbeit hält mich frisch"

LGO-Trainer Uli Kunst, hier in der Körnighalle mit Gina Lückenkemper, hat nach wie vor Spaß an der Arbeit.

Uli Kunst, Sie sind 66 Jahre alt, ein Alter, in dem viele Leichtathletik-Trainer die Meisterschaften eher im Fernsehen verfolgen. Sie hingegen haben Ihre Athletinnen zu Titeln geführt. Wie verkraften Sie diese körperliche und nervliche Belastung?

Natürlich merke ich schon, dass meine körperliche Verfassung anders ist als vor zehn Jahren, und da zwickt auch einmal der Rücken und die Beine schmerzen. Probleme macht mir das jedoch nicht. Die Arbeit hält mich mental frisch und macht riesige Freude. Man benötigt aber seine Auszeiten, um den Akku wieder aufzuladen. So fahre ich jetzt für zwei Wochen an die Ostsee und schwimme in dem eiskalten Wasser.

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Was ist Ihre Motivation, sich immer wieder in die oft stressige Arbeit zu stürzen? Schließlich geht man nach dem Training ja nicht nach Hause und schaltet völlig ab...

Es ist wunderbar, mit jungen Leuten zusammen zu arbeiten, die etwas erreichen wollen und bereit sind, dafür hart zu arbeiten. Wenn es dann gelingt, aus Athleten, die in Einzeldisziplinen eventuell keine Möglichkeit haben, ganz nach oben zu kommen, eine erfolgreiche Staffel zu formen, ist das für Aktive und Trainer die verdiente Anerkennung.

Haben Sie mit der deutschen 4x200-Meter-Hallenmeisterschaft der LGO-Sprinterinnen gerechnet?

Dass es nicht leicht werden würde, wusste ich. Aber ich habe uns schon als Medaillenkandidaten gesehen, obwohl die Konkurrenz sehr stark war. Schon im Dezember sind wir intensiv in das Wechseltraining eingestiegen, damit die Automatismen in Fleisch und Blut übergehen. Uns kam entgegen, dass wir auf der Außenbahn unbehindert laufen konnten. Dadurch konnten wir auch ohne Hektik sicher wechseln.

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Im Staffelkader ist nur Gina Lückenkemper eine feste Größe. Daneben gibt es fünf bis sechs Läuferinnen, die in ihren Leistungen nur geringe Unterschiede zeigen. Gibt es da keine Eifersüchteleien?

Das gibt es absolut nicht. Die Mädels haben untereinander ein gutes Verhältnis und kommen gut miteinander aus. Alle haben sich während des Wintertrainings individuell gesteigert. Deshalb war es nicht einfach, die Staffelbesetzung herauszufiltern, und es war sogar ein Ausscheidungsrennen notwendig. Aber es war auch ein Erfolg des Trainertrios Thomas Kremer, Sebastian Fiene und mir. Wir haben gut zusammengearbeitet.

Von 1996 bis 2003 hat die LGO achtmal in Serie den Titel erkämpft. Ist es eine besondere Motivation und ein Schub für den kommenden Sommer, dass daran jetzt wieder Anschluss gefunden wurde?

Ich hoffe, dass wir den Schwung mit in den Sommer nehmen können. Wir fahren ab Mitte März für elf Tage in die Sportschule Kienbaum, um die Weichen für die Freiluftsaison zu stellen.

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