Lisa Schmidla und Carina Bär feiern Olympia-Gold

Olympia 2016: Rudern

Eine war eine Nacht voller "Party, Party, Party", wie Lisa Schmidla am Freitag schmunzelnd erklärte. Die Damen des Frauen-Doppelvierers, der bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zur Goldmedaille gerudert war, haben am frühen Morgen das Deutsche Haus an der Copacabana abgeschlossen. Die Letzte macht das Licht aus.

Dortmund/Rio de Janeiro

, 13.08.2016, 12:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Geteilte Freude ist doppelte Freude: Lisa Schmidla (l.) und Carina Bär, die beide in Dortmund leben und trainieren, präsentierten in Rio de Janeiro gestern ihre olympischen Goldmedaillen.

Geteilte Freude ist doppelte Freude: Lisa Schmidla (l.) und Carina Bär, die beide in Dortmund leben und trainieren, präsentierten in Rio de Janeiro gestern ihre olympischen Goldmedaillen.

"Jetzt legen wir erstmal die Beine hoch, und dann genießen wir den Rest der Spiele", sagte die Schlagfrau aus Dortmund, die ihr Boot, übrigens mit der zweiten Dortmunderin Carina Bär an Bord, mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt in die Goldspur gelenkt hatte.

Jubel-Marathon

Kurz zuvor hatte der Männer-Doppelvierer vorgelegt, es folgte ein doppelter Jubel-Marathon, der die beiden Quartette von Interview zu Interview führte. Schmidla, die angehende Journalistin, die ihren Berufswunsch vor zwei Jahren nach einem Praktikum in der Sportredaktion dieser Zeitung fasste und seither an der TU Dortmund studiert, war dabei auch als Interviewerin ihrer goldenen Mitruderer gefragt. Es wurden launige Gesprächsrunden mit Gesprächspartnern, denen zunehmend die kurze Nacht anzumerken war. Aber mit der 100 Gramm schweren Goldmedaille am Hals war das eine schöne Pflicht.  

Bei uns studiert eine Olympia-Siegerin! Lisa Schmidla und ihr Team errudern Gold in #Rio2016. Glückwunsch! pic.twitter.com/e2emCWtQw1

— TU Dortmund (@TU_Dortmund)

Lisa Schmidla und Carina Bär, beide bereits von unseren Lesern zu „Dortmunds Sportlerin es Jahres“ gewählt, hatten in Rio besondere moralische Unterstützung: Lisas Freund Mike Struckmeier ist ebenso vor Ort wie Florian Mennigen, der Lebensgefährte von Bär und Achter-Olympiasieger von London 2012. Damals hatte die angehende Ärztin mit dem Doppel-Vierer die Silbermedaille gewonnen, ein Rennen später bejubelte sie mit ihrem Freund olympisches Gold. Nun hat Carina Bär ihre eigene Goldmedaille.

Besuch der Freunde

In den vergangenen Tagen haben Mike und Florian ihre Freundinnen in Rio nicht zu Gesicht bekommen, „ich bin schon mindestens seit drei Wochen auf Entzug“, meinte Struckmeier grinsend. Und, Angst gehabt wegen der Sicherheitslage in Rio de Janeiro? „Die größte Unsicherheit für uns hier war, ob unsere Frauen wirklich das Gold gewinnen.“ Wie alle wissen, hat das prächtig funktioniert, auch wenn das Finale an Spannung nicht zu überbieten war.

Eigentlich wollte das Frauen-Quartett schnell herauskommen und die 2000 Meter von vorne kontrollieren. Die Polinnen machten ihnen einen Strich durch die Taktik, „aber wir wussten auch, dass wir spurtstark sind. Lisa hat einen starken Schlussspurt, und wir haben einfach mitgemacht“, erklärte Carina Bär schmunzelnd. So einfach kann offenbar ein Olympiasieg sein ...

Mit dpa-Material

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