Lottes besondere Trainergeschichte

Samstag gegen den BVB II

Sie hat ein bisschen was vom Amerikanischen Traum, die Geschichte des Ismail Atalan. Vom Tellerwäscher zum Millionär – oder: von der Kreisliga in den Profifußball. Atalan ist flott unterwegs auf der Karriereleiter. Innerhalb von fünf Jahren hat er sich als Trainer von der Kreisliga A bis in die Regionalliga-West hochgearbeitet. Samstag trifft er mit den Sportfreunden Lotte auf den BVB II.

DORTMUND

, 11.02.2016, 09:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Handshake mit dem Bundesliga-Trainer: Ismail Atalan (r.) beim DFB-Pokal-Spiel der Sportfreunde Lotte gegen Bayer Leverkusen im August 2015

Handshake mit dem Bundesliga-Trainer: Ismail Atalan (r.) beim DFB-Pokal-Spiel der Sportfreunde Lotte gegen Bayer Leverkusen im August 2015

2010 trainierte der 35-jährige Sendener mit kurdischen Wurzeln noch die Reserve des 1. FC Gievenbeck in Münster, es folgten Stationen bei Davaria Davensberg in der Landesliga und beim Oberligisten Roland Beckum. Zur Rückrunde 2015 übernahm er die Sportfreunde Lotte, mit denen er aktuell auf Platz zwei in der Tabelle rangiert und am Wochenende den BVB II empfängt.

"Indivduell stark"

„Dortmund ist für mich eine der spielstärksten Mannschaften der Liga“, sagt Atalan, „das sind alles individuell starke und gut ausgebildete Jungs“. Den Schlüssel für ein erfolgreiches Abschneiden seiner Mannschaft sucht er in den Köpfen seiner Spieler. Es werde darauf ankommen, „die Bedingungen anzunehmen“, meint Atalan. „Der Platz wird sehr tief sein. Wir definieren uns eigentlich auch über unsere Spielstärke, genau wie der BVB. Wer es schafft, sich besser auf die äußeren Gegebenheiten einzustellen, der wird das Spiel am Ende gewinnen.“

Gewinnen. Atalan weiß, wie das geht. Seit seinem Amtsantritt am Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück hat der gelernte Versicherungs- und Bürokaufmann im Schnitt 2,1 Punkte geholt. 42 Mal stand er für die Sportfreunde an der Linie, 25 Mal jubelte er über den Sieg, nur vier Mal ärgerte er sich über eine Niederlage. Gut möglich also, dass die Karriereleiter den Fußballtrainer Atalan noch weiter nach oben tragen wird. Zumindest die dritte Liga ist schon jetzt in Reichweite. Derzeit haben die Sportfreunde einen Punkt weniger auf dem Konto als Tabellenprimus Borussia Mönchengladbach II – und dabei ein Spiel weniger bestritten.

"Noch 16 Partien"

Atalan selbst macht allerdings das, was Fußballer am liebsten machen: von Spiel zu Spiel denken. „Ich verschwende keine Sekunde an den Aufstieg. Wir haben noch 16 Partien vor uns. Und es wird verdammt schwierig, die alle zu gewinnen“, sagt der A-Lizenz-Inhaber, der seit seinem Engagement in Lotte beruflich voll auf die Karte Trainer setzt und in diesem Jahr die Prüfung zum Fußballlehrer ablegen möchte.

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Seinen Vertrag in Lotte hat Atalan unlängst bis Sommer 2017 verlängert. Bis dahin soll es für ihn und die Sportfreunde weiter bergauf gehen. Sein Erfolgsrezept klingt dabei eigentlich ganz einfach: „Es geht darum, sich seinen Spielern anzupassen, auf die Charaktere des Teams einzugehen. Es gibt keine guten oder schlechten Trainer, es gibt nur passende oder unpassende.“ 

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