Erst das Karriereende mit 24 Jahren, jetzt doch das dritte Comeback in der Westfalenliga

mlzAmateur-Fußball

Er hatte das Karriereende nach drei schweren Knie-Verletzungen schon vor Augen. Mit 24 Jahren. Doch Robin Gordon ist überraschend zurück im Amateurfußball. Nicht in Dortmund, sondern in Lünen.

Dortmund

, 20.12.2019, 13:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer auf der Homepage des Internetportals transfermarkt.de unter Robin Gordon nachschaut, der bekommt auf dem ersten Blick einen leichten Schreck. Schwarz auf weiß steht dort: letzter Verein SV Brackel 06, danach vereinslos, Karriereende seit dem 1. Juli 2019. Man muss kein Pessimist sein, um zu sagen: eine einstmals vielversprechende Laufbahn ist also beendet. Robin Gordon hat quasi im besten Fußball-Alter die berühmten Schuhe an den Nagel gehängt.

Jetzt lesen

Was allerdings nicht mehr ganz aktuell ist. Seit einigen Wochen gibt es wieder Lebenszeichen von Robin Gordon, der als talentierter Mittelfeldspieler galt, sich mit 19 und 21 Jahren die Kreuzbänder im linken Knie riss, sich zweimal wieder rankämpfte, aus der Jugend des TuS Wattenscheid zum Oberligisten Sprockhövel wechselte, 2015 dann zum VfL Kemminghausen kam und von dort ein Jahr später zum Westfalenligisten SV Brackel 06 wechselte.

Meniskus-Riss gegen Wiemelhausen

Ein Datum wird Gordon allerdings nicht vergessen. Den Mai 2018, das vorletzte Meisterschaftsspiel gegen Wiemelhausen. In einem Zweikampf zog sich der Dortmunder einen Riss im Meniskus zu, wieder im bereits lädierten und zweimal operierten linken Knie. Die Diagnose ließ keine Hoffnung aufkommen, jemals wieder auf dem Platz zu stehen.

Jetzt lesen

Doch Gordon kickt wieder, wenn auch zunächst nur im Training. „Mein Knie macht keine Probleme“, so der Wambeler, der seit einigen Wochen beim Westfalenligisten Lüner SV aktiv ist. „Mit 26 Jahren aufzuhören, das war keine Option für mich. Ich habe mich nach der Knie-OP bei Dr. Russe in Wuppertal fit gehalten, habe im Studio die Beinmuskulatur trainiert, war auf dem Laufband, bin Fahrrad gefahren. Ich wollte einfach kein fauler Hund sein“, beschreibt Gordon die schwere Zeit nach der OP.

Die Gedanken drehen sich immer um den Fußball

Vier Monate lang ging gar nichts, Gordon war lange auf Gehhilfen angewiesen, danach folgte eine intensive und langwierige Reha. In dieser Zeit, so Gordon, habe er gemerkt, dass es nicht ohne Fußball gehe. Jede Woche habe er die alten Kollgen auf dem Platz gesehen, die Berichte über sie gelesen. „Meine Gedanken haben sich immer um Fußball gedreht“, gibt Gordon zu.

Jetzt lesen

Unterstützt wurde er dabei von seinem Bruder Daniel. Der heute 34-Jährige stammt aus der Jugend des BVB, spielte in der Saison 2007/2008 in der Bundesliga-Mannschaft und steht aktuell im Kader des Zweitligisten Karlsruher SC. „Er hat mir gesagt, ich muss fleißig sein, darf nicht den Mut verlieren und müsse immer an mich glauben“, so Robin Gordon.

Die Intensität soll gesteigert werden

Dass er nun beim Westfalenligisten Lüner SV spielt und nicht bei einem Klub in Dortmund, das sei purer Zufall gewesen. Er persönlich hätte auch bei einem weniger hochklassigen Verein sein dritte Comeback versucht. Aber Lünens Coach Christian Hampel habe ihn angesprochen. Und von Wambel nach Lünen zu fahren, sei ja kein Problem, so Gordon, der aktuell einmal die Woche trainiert, vorsichtig in die Zweikämpfe geht und besonders bei Pressbällen kein Risiko eingeht.

Jetzt lesen

„Das Knie fühlt sich gut an. Nach der Winterpause will ich das Pensum steigern, viermal die Woche trainieren“, hat sich Gordon vorgenommen: „Mein Ziel ist, nach der Winterpause zur Mannschaft zu gehören. Ich will dabei sein.“

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Fußball in Dortmund
Die besten Schiedsrichter-Sprüche: „Ich gebe dir jetzt eine menschenfreundliche Gelbe Karte“
Meistgelesen