Nach 52 Jahren reicht es ihm: Staffeltrainer Manfred Richter hört bei der LG Olympia auf

Leichtathletik

Nach 52 Jahren hat Manfred Richter genug: Der 70-Jährige, zuletzt Staffeltrainer bei der LG Olympia, zieht sich aus dem Vereinsleben zurück. Es geht ein erfolgreicher Sportler und Mann klarer Worte.

Dortmund

, 14.11.2019, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach 52 Jahren reicht es ihm: Staffeltrainer Manfred Richter hört bei der LG Olympia auf

Manfred Richter hört auf. © Peter Middel

Manfred Richter braucht nicht vieler Wörter, um seine 52 Jahre als erstklassiger Hürdensprinter, Trainer und Funktionär zusammenzufassen. Es sei eine „erlebnisreiche, intensive und schöne Zeit“ gewesen, sagt der bisherige Staffeltrainer der LG Olympia Dortmund.

„Ich habe die Leichtathletik geliebt, und als Trainer war es mein Ziel, die Athleten besser zu machen und Staffeln so vorzubereiten, dass die Läufer selbst von dem Ergebnis angenehm überrascht waren.“

Abschied schon seit Längerem Thema

Zwar hatte Manfred Richter, mittlerweile 70 Jahre alt, bereits seit Längerem davon gesprochen, nicht mehr dem Verein und seinen Athleten zur Verfügung stehen zu wollen, die Leichtathletik allerdings ließ ihn am Ende doch nicht los. Aber wen wundert’s auch, wenn man mit Annegret, der Olympiasiegerin über 100 Meter von Montreal 1976, verheiratet ist und sie bei ihren glanzvollen Erfolgen stets begleitete.

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Nun aber will sich Manfred Richter doch endgültig verabschieden. Nach mehr als fünf Jahrzehnten. „Ich war jetzt lange genug dabei“, sagt er nur. „Nun reicht es mir.“

Karriere begann einst bei Schalke 96

Seine Leichtathletik-Laufbahn begann Manfred Richter einst bei Schalke 96, im Jahr 1967 ist das gewesen, und schon bald wurde sein Talent als trittschneller Hürdensprinter deutlich. Zwei Jahre später erkämpfte er „Bronze“ bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften, wurde ein Jahr später Dritter der Deutschen Hallenmeisterschaften über 60 Meter Hürden und trug beim Länderkampf gegen Frankreich erstmals den Nationaldress.

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Mehrfach erreichte er das nationale 110-Meter-Hürdenfinale, und es folgten zahlreiche internationale Einsätze. „Dass ich 1972 als Vierter der Qualifikation den Start bei den Olympischen Spielen in München nur knapp verpasste, betrachte ich als größten Erfolg meiner Laufbahn“, sagt er. Über den TV Wattenscheid kam er 1972 zum OSC Thier Dortmund. Nach mehreren Verletzungen musste er aber vier Jahre später seine Karriere beenden, ohne seine großen Möglichkeiten jemals ganz ausgereizt zu haben.

Manfred Richter ging keiner Konfrontation aus dem Weg

Doch der Abschied von den Bahnen dieser Welt sollte nicht das Ende seiner engen Verbindung zur Leichtathletik sein. Durch seine lange Erfahrung als aktiver Athlet wurde Richter zu einem begehrten Trainer und Mitarbeiter. 1996 wurde er 2. Vorsitzender des OSC, übernahm Traineraufgaben und gehörte ab 1997 dem Vorstand der LGO an, deren Sportliche Leitung ab 2001 und nach einer Unterbrechung ab 2009 in seinen Händen lag.

Manfred Richter war stets streitbar, und ging keiner Konfrontation aus dem Weg, wenn er glaubte, dass irgendetwas falsch lief. Doch stellte er auch Weichen – und die auf seine Initiative bei der LG Olympia ins Leben gerufene Institution „Sportliche Leitung“ bestimmt noch heute das Geschehen des Vereins. Seit 2017 widmete er sich den Jugendsprintstaffeln der LGO, die er mehrfach in das nationale Finale führte.

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Doch bekanntlich geht man ja niemals so ganz. Und so wird man ihn auch künftig als Stützpunkttrainer Westfalen-Mitte der Hürdensprinter in der Körnig-Halle und im Stadion Rote Erde sehen.

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