Marie Grothe schreibt mit ihrem Hattrick Pokal-Geschichte für den SV Berghofen

mlzFußball-Westfalenpokal

„Du schießt Siegen heute ab“. Thomas Sulewski, Trainer des SV Berghofen, ahnte schon vor dem Westfalenpokal-Finale etwas. Er täuschte sich nicht: Marie Grothe gelang sogar ein Hattrick.

Dortmund

, 31.05.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den SV Berghofen war es ein Riesenerfolg. Mit 4:0 durch Tore von Grothe und Annalena Krapp schlug das Team von Trainer Thomas Sulewski die Sportfreude Siegen, holte damit den Westfalenpokal und gleichzeitig einen Startplatz im DFB-Pokal. Spielerin des Tages: Marie Grothe. Mit drei Toren in der ersten Halbzeit brachte die 22-Jährige ihr Team früh auf die Siegerstraße. „Die ersten zwei Chancen habe ich noch liegengelassen. Aber dann fiel das 1:0 und danach lief es einfach für uns. Wenn ich einmal treffe, dann gerne auch nochmal.“

„Richtig die Sau rauslassen“

Am Tag danach machen Grothe und Sulewski schon wieder einen fitten Eindruck. Im Kurzurlaub genießt der Trainer die nachwirkenden Eindrücke vom Pokalsieg während Grothe sich an einem freien Freitag nach einer langen Pokalnacht etwas Ruhe gönnt. „Die Party hat schon ein bisschen gedauert“, erzählt Grothe. „Nach dem Spiel waren wir ja erst noch ziemlich lange auf dem Platz. Und dann ging es mit Bus und Bahn in die Stadt. Für die Mitreisenden war das wohl etwas anstrengend, wir hatten halt die Musikbox dabei.“ Aus Sicht des Trainers war das allerdings mehr als verdient. „Das war klar vorgegeben. Sie sollten richtig die Sau rauslassen.“

Vorausgegangen war ein Spiel, dass schon früh entschieden war, aber beim SV Berghofen dennoch keine Wünsche offen ließ. „Wir wollten es unbedingt besser machen als vor zwei Jahren, als wir schonmal im Finale des Westfalenpokals standen und dann gegen den VfL Bochum mit 0:3 verloren haben. Ich habe echt gedacht: Nicht nochmal das Ding zuhause verlieren“, sagt die Dreifachtorschützin.

Beeindruckende Kulisse

Zusätzliche Motivation zogen Berghofens Spielerinnen aus der stattlichen Kulisse von 500 Zuschauern. „Zu 95 Prozent waren die von uns“, sagt Sulewski. „Und das hat meine Mannschaft beeindruckt - und zwar absolut positiv.“ Das findet auch Grothe: „Da waren ja viele Freunde und Bekannte am Spielfeldrand. Leute, die vielleicht nicht so häufig kommen. Die willst du nicht enttäuschen. Da ist so ein Erfolg nochmal doppelt schön.“

Grothe selbst fand sich in diesem entscheidenden Spiel auf einer Position wieder, die sie zwar sehr mag, die sie in der laufenden Regionalliga-Saison jedoch nur selten innehatte: im Sturm. „Ich weiß, dass sie sich vorne sehr wohlfühlt“, erklärt Sulewski. „Wir hatten aber in der zurückliegenden Saison sehr große Verletzungsprobleme, sodass ich total oft in der Aufstellung schieben musste und Leuten Positionen gegeben habe, die nicht zu ihren Favoriten zählen. Auch Marie musste ich deshalb beizeiten defensiv einsetzen. Im Finale war die personelle Situation aber eine andere, und darum konnte sie stürmen. Allerdings: Auch da, wo man sich wohlfühlt, muss man erstmal drei Tore machen. Das gelingt nicht jeder.“

Erste Runde Anfang August

Anfang August startet der SV Berghofen nun im DFB-Pokal. Wer der Gegner ist, wird noch ausgelost. Sicher ist nur, dass es in der ersten Runde ein anderer Landespokalsieger sein wir. „Für uns ist das eine Riesensache“, freut sich der Trainer jetzt schon. „Und wenn wir dann tatsächlich im DFB-Pokal auflaufen, dann werden wir nochmal merken, was wir da geschafft haben.“

Lesen Sie jetzt