Mirko Englich hat sich für "Heim-EM" ein großes Ziel gesteckt

Ringen

Die endgültige Nominierung steht zwar noch aus. Doch wenn am 3. April im Rahmen der Ringer-Europameisterschaft (29. 3. bis 3.4.) in Dortmund der letzte Titel in der 96-kg-Klasse des klassischen Stils vergeben wird, will auch Mirko Englich auf der Matte der Westfalenhalle stehen.

DORTMUND

von Von Wolfgang Bergs

, 09.03.2011, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ausgehebelt: Im olympischen Finale von Peking 2008 musste Mirko Englich (rotes Trikot) die Überlegenheit des Russen Aslanbek Khushtov anerkennen, in Dortmund bei der EM könnte es eine Revanche geben

Ausgehebelt: Im olympischen Finale von Peking 2008 musste Mirko Englich (rotes Trikot) die Überlegenheit des Russen Aslanbek Khushtov anerkennen, in Dortmund bei der EM könnte es eine Revanche geben

Zwar erfolgt die Nominierung des Klassiker-Aufgebots für die EM durch Bundestrainer Maik Bullmann erst nach der Deutschen Meisterschaft (18. bis 20. März), dennoch dürfte an Mirko Englich kein Weg vorbeiführen, zumal er jüngst bei einem international sehr gut besetzten Turnier auf Kuba seine ausgezeichnete Form mit dem zweiten Platz unterstrich.   Dabei schaltete er im Halbfinale seinen deutschen Konkurrenten Oliver Hassler aus. Und da nicht nur das Ergebnis der Deutschen Meisterschaft ausschlaggebend für die EM-Nominierung ist, stehen Englichs Aktien hoch im Kurs.

Und deshalb hat er sein persönliches Ziel für Dortmund auch schon fest umrissen. „Auf keinen Fall wieder Zweiter werden“, erzählt der ausgebildete Feuerwehrmann, denn diesen Rang belegte er schon 2003 in Belgrad und 2008 in Tampere. In seiner alten Heimat peilt er den EM-Titel an. „In meinem Alter muss man sich keine kleinen Ziele mehr stecken“, sagt der 32-jährige neunfache Deutsche Meister. Doch nicht nur für ihn ist ein gutes Abschneiden in Dortmund wichtig. „Die Europameisterschaft ist eine gute Gelegenheit, unseren Sport positiv darzustellen, doch dazu müssen wir erfolgreich sein“, sagt Englich, der die Ringer-Szene rund um Dortmund weiter mit Interesse verfolgt. Es sei zwar bedauerlich, dass es im Revier keinen Erstliga-Klub mehr gäbe, doch sei der Weg, den sein Ex-Klub gegangen ist, der richtige. „Es hatte keinen Zweck, die Blase weiter aufzupusten.“ Mit jungen Leuten auf einer gesundes Basis zu arbeiten sei der richtige Weg.

Einen anderen beschreitet man in seiner neuen Heimat. Dort stehen Athleten der Kampfgemeinschaft Frankfurt/Oder-Eisenhüttenstadt nach deren Ausstieg aus der Bundesliga jetzt gemeinsam mit Ringern des Lokalrivalen Luckenwalde als „Team Brandenburg“ auf der Matte. Ein Modell, das sich Mirko Englich auch im Revier vorstellen könnte, ohne dass Vereine fusionieren müssten. Doch ist das möglicherweise Zukunftsmusik. Jetzt stehen in Dortmund erst einmal die Europameisterschaften an. Und da trifft Mirko Englich nicht nur Freunde aus seiner Wittener Zeit, sondern auch auf einen alten Bekannten aus Peking – den Russen Aslanbek Khushtov, der ihn im Olympia-Finale besiegte. In Dortmund könnte die Stunde der Revanche schlagen.

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