Mit 52 in der C-Liga: Auch nach 500 Toren denkt Kirchdernes Guido Silberbach nicht ans Aufhören

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Die Guido-Silberbach-Festspiele gehen auch in der Kreisliga C weiter: Der Ex-Profi gehört trotz seiner 52 Jahre zu den Leistungsträgern bei Viktoria Kirchderne IV - und trifft nach Belieben.

Dortmund

, 03.10.2019, 08:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er trifft und trifft und trifft. Und er weiß, dass kaum eine andere solch eine Marke je erreicht. Um auf nunmehr 506 Tore in Meisterschaftsspielen zu kommen, spielt Guido Silberbach mit seinen 52 Jahren immer noch für die vierte Mannschaft von Viktoria Kirchderne in der Kreisliga C5.

„Ohne Fußball geht es nicht.“ Der Ex-Profi entschied sich nicht nur, da er um seine Quote von 496 wusste, dazu, noch ein Jahr dranzuhängen. „Der Plan war nämlich, in Kirchderne, wo ich wohne, Alte Herren zu spielen. Als die Jungs aus der Vierten mich fragten, habe ich mich aber an meine Trefferanzahl erinnert und einen weiteren guten Grund gefunden“, sagt Silberbach.

Guido Silberbach kann nicht ohne Fußball

Und jetzt fühle er sich in der Mannschaft so wohl, „dass ich erstmal weitermache. Ich muss nicht trainieren. Das ist auch ein Grund, bei den Jungs zu bleiben.“ Silberbach kann nicht ohne Fußball und die vierte Mannschaft nicht ohne Silberbach.

Nun ist es nicht so, dass Silberbach den Gemütlichen herauskehrt. „Klar, ich meide Kopfballduelle und Zweikämpfe, um mich nicht zu verletzen. Aber wenn ich den Sprint anziehe, laufe ich manchem jungen Spieler noch weg“, sagt er. Und dann passiert es wie am Sonntag beim 5:2 seiner Mannschaft gegen Merkur II, dass er sich zweimal in eine so gute Schussposition bringt, um den Ball am Torwart vorbeizuschieben.

Bereits bei zehn Saisontreffer

Mit seinen Saisontreffer neun und zehn zum 4:1 und 5:1 sorgte er dafür, dass sein Team eine sichere Schlussphase erleben durfte und in der Tabelle auf Rang sieben kletterte – und das in einer Liga, „in der fast alle Spieler meine Söhne sein könnten“.

Altersmilde macht all dies den Routinier nicht. Selbst mit ein paar Tagen Abstand möchte er noch seine Rage über den Schiedsrichter loswerden, der ihn gegen Merkur viermal im Abseits sah. „Da zeigt der mir von der Mittellinie an, dass ich ein paar Zentimeter im Abseits gestanden haben soll. Wie will er das sehen? Wenn ich mich darüber nicht aufregen darf, kann ich wirklich aufhören uns brauche erst gar nicht mehr zu spielen.“

Silberbach-Festspiele am 12. September

Wäre zu schade, wäre er ein anderer Typ. Dann hätte er das Highlight der Saison auch erst gar nicht erlebt, die furiosen Silberbach-Festspiele am 12. September. Er erzielte alle fünf Treffer zum 5:0 beim DSW/DEW21. Der Tag, an dem er die 500er-Marke knackte, war zusätzlich also noch ein ganz besonderer.

Der Ärger über den Unparteiischen sei ihm gestattet, denn er gehört zum Fußball dazu wie Silberbach selbst. Der Coach versichert aber auch schnell, er könne das einordnen. „Ich weiß, dass viele in der Liga dann doch schneller sind. Und am Montagmorgen brauche ich etwas länger, um hochzukommen als nach Nicht-Spieltagen.“ Aber Silberbach wäre nicht Silberbach, würde er gleich hinzufügen, dass er sich fit fühlt: „Bin ich einmal aufgestanden, geht dann auch wieder alles ganz schnell.“

Er trifft und trifft und trifft

Und natürlich ist er stolz auf seine 506 Tore. Andere wüssten wahrscheinlich gar nicht, wie oft sie je getroffen hatten. „Ich bin erst später draufgekommen. Als ich vor einigen Jahren auch schon im hohen Alter für die dritte Mannschaft des SV Herbede spielte, brachten mich Mitarbeiter des Kickers, die alles archiviert hatten, darauf. Von da an habe ich jeden Treffer gezählt.“

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Die Vorgabe 600 setzt sich Silberbach nicht. Wer ihn kennt, weiß aber, um zur Werbesprache vom Texteinstieg zurückzukehren, „dass nichts unmöglich ist“. Denn er trifft und trifft und trifft.

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