Ein unbekannter Laptop-Trainer in der Traum11 – Jürgen Klopp strahlt bis in die Kreisliga

mlzFußball Kreisliga A

Wenn man schon mit 24 als Trainer einer Traum-11 ausgewählt wird, dann hat man bislang nicht so viel falsch gemacht – und gezeigt, dass ein Laptop auch in die Kreisliga passt.

Dortmund

, 21.11.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In unserem Videoformat „Meine Dortmunder Traum11“ überraschte Kevin Mattes, Kapitän des Landesligisten Hombrucher SV, mit seiner Nominierung für den Trainerposten der Wunschelf. Mattes wurde in der Kreisliga A fündig.

Es ist eine kleine Überraschung, dass Mattes Arne Werner nennt, denn Werner ließ damit als Kreisliga-A-Coach viele andere gestandene Trainer aus höheren Ligen hinter sich. Aber Kevin Mattes nennt gute Gründe, warum er beim TuS Holzen-Sommerberg fündig wurde: „Arne Werner ist ein junger Trainer, hat sehr, sehr viel Ahnung von Fußball und lässt ganz modern trainieren. Der packt auch in der Kreisliga A den Laptop aus und macht ne Videoanalyse.“

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„Das stimmt, der Laptop gehört tatsächlich zu meinem Werkzeug als Trainer“, sagt Arne Werner. „Aber ich glaube, das hat einfach auch was mit meinem Alter zu tun, dass ich das gar nicht mehr so ungewöhnlich finde. Mit 17 hab ich meine erste C-Jugend trainiert und auch da schon mit dem Computer gearbeitet, hab mir online Einheiten von anderen Trainern angeschaut.“

Darum gehört es für Werner auch zum Trainer-Alltag sich Vorbild und Inspiration bei den ganz Großen der Branche holen. „Natürlich schaue ich mir virtuell an, wie Guardiola oder Klopp zum Beispiel ein Angriffspressing trainieren. Die Möglichkeiten das zu sehen, sind ja mittlerweile auf so vielen Plattformen da.“

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Seine Mannschaft – vielen Spieler waren schon damals in besagter C-Jugend dabei – sieht die teilweise Digitalisierung des Trainings ähnlich selbstverständlich wie ihr Trainer. „Das ist ne Truppe, in der der älteste Spieler 31 ist, die aber einen Altersschnitt von 22 hat. Da wundert sich keiner, wenn ich mit dem Rechner ankomme“, sagt Werner.

Arne Werner vertraut auch seinem Laptop.

Arne Werner vertraut auch seinem Laptop. © Bernd Paulitschke

Ganz im Gegenteil, die Spieler würden daran eben auch ablesen, wie sehr sich ihr Trainer reinhänge. „Das ist ja auch nicht selbstverständlich, dass sich ein Kreisliga-Trainer drei Videomitschnitte vom Gegner ansieht oder Videoanalysen der eigenen Truppe macht. Daran erkennt auch die Mannschaft, wie ernst ich das nehme und wie wichtig mir das ist, was die Jungs auf dem Platz tun.“

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Trotzdem habe er mit Florian Klose und Florian Kaiser die beiden Routiniers im Team gefragt, wie sie seine Methoden finden: „Und wenn diese erfahrenen Jungs gesagt hätten, dass ist das alles Quatsch, dann hätte das sicher Gewicht gehabt. Aber die Rückmeldung war eher die, dass die genaue Analyse die Mannschaft vor dem Spiel eher nochmal pusht.“

Alte Werte wie Respekt und Disziplin

Aber gibt’s auch Dinge, in denen sich der Trainer Arne Werner noch so richtig „Oldschool“ fühlt? „Ich glaube nicht“, sagt der 24-Jährige. „Denn „Oldschool“ übersetze ich mir als altmodisch. Es gibt höchstens die alten Werte Respekt und Disziplin, die auch für mich als jungen Trainer unbedingt zählen. Aber das sind so wichtige Stützen im Fußball, dass sie hoffentlich nie altmodisch werden.“

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Bleibt die Frage ob Kevin Mattes jemals unter seinem Traumtrainer spielen wird. Im Moment trennen beide ja noch zwei Ligen. „Gefragt hat er mich schonmal“, sagt Mattes. „Nur im Spaß“, klärt Werner auf. „Aber vielleicht steigen wir mit dem TuS Holzen-Sommerberg absehbar ja doch in die Bezirksliga auf. Dann frag ich ihn nochmal.“

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