Mit Video: Brutale Verletzung für Hombruchs Alex Enke - es droht sogar das Karriereende

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Alexander Enke verletzt sich im Spiel seines Hombrucher SV gegen Obercastrop schwer. Das bestätigte sich am Dienstag. Seine Verletzung lässt keine Prognose zu, ob er noch einmal zurückkommt.

Dortmund

, 27.08.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich hatte Alexander Enke nur helfen sollen den Sieg mit seiner Erfahrung über die Zeit zu bringen. Der spielende Fußball-Trainer und Defensivakteur betrat in der 87. Minute das Spielfeld für Offensivkraft Alexander Voss, um den 2:1 (1:0)-Landesliga-Erfolg seines Hombrucher SV über den SV Obercastrop abzusichern. Zwar hatte der HSV nach dem Abpfiff die drei Punkte im Stadion an der Deutsch-Luxemburger-Straße behalten - Alex Enke indes stand da schon nicht mehr auf dem Feld.

Schlimme Diagnose bestätigt

Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung war Schluss für den 31-Jährigen. Erste Diagnose am Sonntag: eine schwere Knieverletzung. „Ich mache einen Schritt, dann eine Bewegung nach links und bleibe dann hängen“, beschreibt Enke die Szene. „Ich wusste sofort, dass etwas kaputt ist.“ Und die bittere Bestätigung folgt am Dienstag: Riss des vorderen rechten Kreuzbandes, mindestens sechs Monate, mit großer Wahrscheinlichkeit aber eine noch längere Pause.

„Das Jahr ist für ihn gelaufen“, sagt auch Sebastian Didion, Enkes Kollege auf der Hombrucher Trainerbank. Wichtig sei es erst einmal, dass sich Enke regeneriere. Als von der Schwere der Verletzung erfahren habe, sei das ein Schock für ihn gewesen, sagt Didion. Und auch die Mannschaft leide unter dem Ausfall. „Einen Spieler wie Alex kann man nicht eins-zu-eins ersetzen. Vielmehr“, betont Didion aber extra, „wird er als Mensch fehlen“. Da merkt man, dass der Hombrucher SV ein verschworener Haufen ist.

Video
Die Verletzung von Alexander Enke (Hombrucher SV) im Video

Immerhin kann Enke bis zu seiner Operation, die wohl im September ansteht, an der Seitenlinie stehen. Das freut Didion - und Enke selbst: „Ich will Einfluss auf das Spiel haben, nur dann macht es mir Spaß. Und an der Seitenlinie bleibt mir dieser Einfluss ja nicht verwehrt.“

Enke steht vor einer schwierigen Zeit

Enke stehe eine schwierige Zeit bevor, prophezeit Didion. Der 36-Jährige weiß, wovon er spricht. Der HSV-Trainer erlitt schließlich selbst als Aktiver einen Kreuzbandriss, mit 31 Jahren - wie sein Trainer-Kollege. „Die schlimmste Zeit war die nach der OP“, erzählt Didion. „Das wird bei Alex ähnlich sein, denn dann wird er das erst so richtig realisieren.“

Enke selbst sieht das ähnlich: „Es wird sicher nicht einfach, wenn ich in die Reha gehe.“ Schlechte Laune hat er wegen seiner Verletzung erst einmal nicht. „Ich kann es ja eh nicht ändern“, sagt Enke. Er klingt dabei keinesfalls resigniert, sondern eher wie einer, der an seine Chance glaubt, stärker zurückzukommen.

Und Didion lässt ihm - natürlich - die Tür offen: „Wir hoffen, dass er wiederkommt. Niemand würde dazu ‚nein‘ sagen.“ Didion selbst kam damals zurück und spielte noch zwei Jahre, bevor er die Fußballschuhe an den Nagel hing. Und auch Enke will ein Comeback nicht ausschließen. Eine Karrierefortsetzung macht der Defensivspieler vom Verlauf der Reha abhängig.

In dieser wollen sie Alex Enke nach Möglichkeit helfen. „Es gab schon einige Angebote für Fahrdienste“, berichtet er. Und auch Didion verspricht, dass sich der Landesligist gut um seinen Kollegen kümmern wird. „Wir versuchen, für ihn da zu sein.“ Das bezieht sich nicht nur auf Fahrdienste, sondern geht darüber hinaus. „Alex ist großer BVB-Fan. Wenn Dortmund spielt, wird er nicht allein sein. Wir werden immer versuchen, für ihn da zu sein.“ Und das, bis er wieder fit ist.

Erfahrene Kräfte sind gefragt

Bevor jedoch an ein Comeback zu denken ist, muss der Hombrucher SV aber erst einmal sein Fehlen für lange Zeit kompensieren. „Da werden andere Jungs in die Bresche springen müssen“, sagen beide Trainer unisono und denken an die verbliebenen erfahrenen Kräfte im Kader wie Tim Schrade, Benjamin Bielmeier, Alexander Voss oder auch Raimund Büth.

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Aber auch die jungen Spieler sollen und können diese Lücke füllen, wie das Trainerteam betont. „Die sind richtig stark“, sagt Didion. Und Enke geht noch einen Schritt weiter: „Dass ich ausfalle, ist keine Schwächung. Es ist eine Chance für die jungen Kerle. Die sind charakterlich stark genug.“ Und dann ist da noch der Teamgeist, den Didion umso mehr beschwört: „Wir werden noch enger zusammenrücken“, sagt der HSV-Coach und: „Wir werden versuchen für Alex ein Jetzt-erst-recht-Gefühl zu erzeugen.“ Ganz der verschworene Haufen eben.

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