ASC-Kapitän: Wenn wir an unsere Leistungsgrenze gegangen wären, wären wir weitergekommen

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Der ASC 09 ist ausgeschieden! Das höchst gesetzte Team Dortmunds scheitert in der Zwischenrunde an Bezirksligist VfR Sölde und B-Ligist SV Westrich. ASC-Kapitän Kevin Brümmer wird deutlich.

Dortmund

, 04.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Marco Nagel hat seinem Team eine ganz klare Ansage gemacht. Gegen den SV Westrich sollten seine Spieler alles geben, nicht den Hauch einer Chance dafür lassen, dass in der Halle Wellinghofen das Gefühl aufkommen könnte, der VfR Sölde würde das Spiel herschenken.

Gute Verbindung zwischen dem ASC und Sölde

Zu gut ist laut Nagel die Verbindung zwischen ihm und Aplerbecks Sportlichem Leiter Samir Habibovic und zwischen den beiden Vereinen. Der VfR Sölde ist regelmäßiger Teilnehmer des Vorbereitungsturniers Hecker-Cup, den der ASC 09 ausrichtet, und das soll auch weiterhin so bleiben.

Trotzdem machte sich genau das bemerkbar, was sich an der Mimik der Aplerbecker Spieler auf der Tribüne erkennen ließ. Sölde war schon weiter, hatte den zweiten Zwischenrunden-Tag bereits erreicht, unter anderem durch den 3:2-Erfolg gegen den ASC 09 im ersten Spiel.

ASC-Kapitän: Wenn wir an unsere Leistungsgrenze gegangen wären, wären wir weitergekommen

Konnten sich ihr Ausscheiden nur noch von Außen anschauen: Das Team des ASC 09. © Stephan Schuetze

Prinzipiell ging es für die Spieler des Bezirksligisten um nichts mehr. Ganz anders beim B-Ligisten SV Westrich: Diese hatten den Aplerbeckern ein 1:1 abgetrotzt, mussten nun mindestens Unentschieden spielen, um den zweiten Tag der Zwischenrunde zu erreichen.

Angetrieben vom fanatischen Westricher Anhang gelang die Sensation: Westrich gewann das Spiel (2:1) und dadurch sogar die Gruppe mit Bezirksligist Sölde und Oberligist Aplerbeck. Der ASC 09 war raus.

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Kurz nach Abpfiff waren lediglich zwei Aplerbecker Spieler noch in der Umkleidekabine: Daniel Schaffer und Kapitän Kevin Brümmer. Brümmer stellte sich, sprach deutlich aus, wie es zu der Blamage des Top-Favoriten auf den Titel kommen konnte.

„Wir haben keine Laufbereitschaft gehabt, bei den entscheidenden Zweikämpfen zurückgezogen und sind nicht den nötigen Schritt gegangen, den es gebraucht hätte, um den Schuss zu blocken und selber eine Chance zu kreieren“, stellte Brümmer klar.

Kein Einsatz, kein Herzblut

Der ASC ließ jeglichen Einsatz, jegliches Herzblut in den beiden Spielen gegen Sölde und Westrich vermissen. Die beiden einzigen Ausnahmen im Ansatz: der junge Lars Warschewski und Daniel Schaffer.

Doch diese reichten nicht aus: es schien ein Plan zu fehlen, wie Aplerbecks Spieler agieren sollen, wenn Gegner, wie Westrich und Sölde, eng und diszipliniert verteidigen, dem ASC kaum Platz ließen. Hinzu kam, dass die jungen Moritz Isensee, Michel Post, Maciej Bokemüller und Reserve-Spieler Janis Hofmeister überfordert schienen.

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Sie hätten die Führungsqualitäten von Spielern wie Pierre Szymaniak oder auch Brümmer benötigt, bekamen sie aber nicht. Auch das Fehlen einiger Stammspieler, die entweder verletzt oder verhindert waren, machte sich dadurch bemerkbar: Mike Schäfer, Maurice Buckesfeld, Ermias Simatos, Phil Südfeld, Dennis Drontmann, Jan Stuhldreier. Alles Spieler, die Erfahrung mitbringen, die die Hitzigkeit des Turniers kennen, damit umzugehen wissen.

Doch Brümmer wollte das gar nicht als Ausrede gelten lassen, lobte beide Gegner: „Wir haben keinen Kampf und Leidenschaft auf den Platz gebracht. Wenn du dann mal hinten liegst gegen eine Mannschaft wie Sölde, wird es halt schwer. Westrich hat einfach das gemacht, was sie konnten. Die haben sich in jeden Zweikampf reingeworfen, wobei sie es spielerisch für einen B-Ligisten sehr, sehr gut gemacht hatten - da ziehe ich meinen Hut vor.“

ASC-Kapitän: Wenn wir an unsere Leistungsgrenze gegangen wären, wären wir weitergekommen

Faire Geste: ASC-Kapitän Kevin Brümmer geht nach dem 1:1 gegen Westrich zum Shake-Hand, während die Spieler des B-Ligisten das Unentschieden mit ihren Fans feiern. © Stephan Schuetze

Trotzdem bleibt für Aplerbecks Kapitän: „Bei allem Respekt - wenn wir an unsere Leistungsgrenze gegangen wären, dann wären wir weitergekommen.“ Das ist der ASC 09 aber nicht und hat damit für ein blamables Zwischenrunden-Aus gesorgt, was dem höchst gesetztem Team Dortmunds nicht würdig ist.

Woran es aber lag, dass der ASC nicht an die Leistungsgrenze gegangen ist, konnte Brümmer nicht genau sagen. Die Gegner habe man nicht unterschätzt, sagt er, und fällt ein niederschmetterndes Fazit: „Wir haben uns einfach schlecht präsentiert. Mit so einer Leistung haben wir am zweiten Tag der Zwischenrunde geschweige denn in der Endrunde nichts zu suchen.“

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Brümmer spricht es zwar klar aus, aber es bleibt der Eindruck: der ASC schien das Hallenturnier in diesem Jahr nicht ernst genug zu nehmen. Womöglich zu sehr mit den Ereignissen der schwachen Hinrunde in der Oberliga beschäftigt, die nun beim 27-Jährigen schon wieder im Fokus war.

Aufarbeitung ist angesagt

„Wir fangen Sonntagmorgen mit der Vorbereitung auf die Rückrunde an und wir müssen alles in den fünf Wochen bis zum Rückrundenstart aufarbeiten, was in der Hinrunde falsch gelaufen ist, müssen das Konzept des neuen Trainers verinnerlichen und dann den Blick wieder nach vorne richten, um die Punkte in der Liga zu holen und nicht abzusteigen“, kündigt Brümmer an.

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Die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft soll dann schon keine Rolle mehr spielen: „Eine Hallenstadtmeisterschaft entscheidet nicht über Abstieg, Meisterschaft oder Sonstiges.“

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