Nach Ausschreitungen: Schiedsrichter-Obmann spricht

Dortmunder Amateurfußball

Schuld ist immer der Schiedsrichter. Die Pfiffe des Unparteiischen werden regelmäßig zum Anlass genommen, um die üblen Ausraster im Amateur-Fußball zu rechtfertigen. Im Interview sprach der stellvertretende Schiedsrichter-Obmann des Kreises Dortmund, Jürgen Oelker über die Angst vor Bedrohungen.

DORTMUND

von Von Tobias Nordmann

, 17.10.2011, 18:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nein, natürlich nicht. Wir bekommen auf unseren Schulungsabenden Rückmeldungen. Viele Schiedsrichter sind wegen der zunehmenden Gewalt verängstigt, sie fahren mit einem mulmigen Gefühl zu den Spielen. Dass erstmals ein Kollege angegriffen wurde, hat uns hart getroffen.

Das ist ganz schwer. Wir raten stets zu Ruhe und Besonnenheit. Die Schiedsrichter haben aber auch einige präventive Möglichkeiten, um eine Eskalation zu verhindern.

Bei übertriebener Härte in den Zweikämpfen kann der Unparteiische früh mit seinen Pfiffen eingreifen und persönliche Strafen aussprechen. Dabei hat er einen Ermessensspielraum, den er ausschöpfen kann.

Grundsätzlich ist der Unparteiische nur für die Spieler und Trainer zuständig und muss sich hier um eine vernünftige Spielleitung bemühen. Für die nötige Ruhe abseits des Feldes ist der Heimatverein zuständig. Aber der Schiri kann beispielsweise einen Verweis von der Sportanlage erwirken. Er muss dabei aber die Folgen bedenken.

Die Ansetzungen werden bereits sehr bewusst ausgesucht. Aber wir können ja im Vorfeld nicht wissen, auf welchen Plätzen es zu Ausschreitungen kommt.

Nein, alle Schiedsrichter sind ausreichend vorbereitet. In der Ausbildung gibt es keine Defizite.

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