Nach Frauen-Diskriminierung: Gladbach-Coach Heiko Vogel spricht über seine Aussagen

Fußball

Mit seiner diskriminierenden Aussage gegenüber dem Frauenfußball hat Fußball-Trainer Heiko Vogel zuletzt für großen Unmut gesorgt. In einem Interview äußert sich der Coach nun.

Dortmund

, 24.03.2021, 11:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heiko Vogel, U23-Trainer von Borussia Mönchengladbach, hat sich zu seiner diskriminierenden Aussage gegenüber Frauenfußball geäußert.

Heiko Vogel, U23-Trainer von Borussia Mönchengladbach, hat sich zu seiner diskriminierenden Aussage gegenüber Frauenfußball geäußert. © picture alliance/dpa

„Frauen haben auf dem Fußballplatz einfach absolut nichts zu suchen“, hat Heiko Vogel, Trainer der U23 von Borussia Mönchengladbach, zu Schiedsrichterassistentin Vanessa Arlt während einer Partie gesagt. Der Satz hat in Fußball-Deutschland für großen Unmut gesorgt. Viele Fußballerinnen fühlten sich ob der Beleidigung angegriffen. Der Westdeutsche Fußballverband hat Vogel mit einer Zwei-Spiele-Sperre und einer Geldstrafe von 1500 Euro belegt. Im Rahmen der Verhandlung vor dem WDFV bot Heiko Vogel an, mehrere Trainingseinheiten einer der Frauenmannschaften der Borussia zu leiten. Doch auch das kam nicht bei jedem gut an. Nun hat sich Vogel öffentlich geäußert.

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Auf der Homepage von Borussia Mönchengladbach hat U23-Trainer Heiko Vogel Stellung zu seinen Aussagen bezogen. In einem kurzen Interview schildert der Fußball-Trainer, was seine Intention hinter dem Vorschlag gewesen sei, eine Damenmannschaft zu trainieren.

Heiko Vogel bereut sein Verhalten sehr

„Ich bereue mein Verhalten sehr. Nach meinem Platzverweis habe ich in einem emotionalen Ausbruch gesagt, dass Frauen nicht auf den Fußballplatz gehören. Das war dumm, das war unsportlich und es war diskriminierend. Meine Aussage ist absolut nicht zu rechtfertigen und entspricht vor allem nicht meiner persönlichen Einstellung“, wird Vogel auf der Gladbacher Homepage zitiert.

Vogel habe sich für seine Äußerung bei allen Beteiligten entschuldigt und wolle sich auch bei allen Fußball spielenden Frauen und Mädchen sowie bei allen Schiedsrichterinnen entschuldigen. Die vielerorts geäußerte Kritik an dem Vorschlag, dass Vogel nun ein paar Mal eine Frauenmannschaft trainieren soll, versteht der U23-Trainer. „Ja, ich verstehe diese Kritik. So etwas als Strafe zu betiteln, sendet ein ganz falsches Zeichen. Es war nie in meinem Sinn, dies als Teil einer Strafe zu verstehen“, so Vogel weiter.

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Vielmehr habe Vogel diesen Vorschlag ins Spiel gebracht, um sich bei den Fußball spielenden Frauen und Mädchen zu entschuldigen. Vogel weiter. „Ich wollte ihnen zeigen, dass ich den Frauenfußball wertschätze und auf der gleichen Ebene wie Männerfußball sehe. Leider ist das total falsch rübergekommen. Ich wollte nach meiner mündlichen Entschuldigung einfach auch Taten folgen lassen.“

Trainiert Heiko Vogel noch die Damen?

Ob es nach all dieser Kritik nun das Training noch geben wird, ist ungewiss. Vogel beteuert, dass er es gerne weiterhin machen wollen würde, sofern die Spielerinnen auch Lust darauf haben. Vogel zeigt sich reumütig und verspricht zudem, dass es so einen Vorfall nie wieder geben werde.

„Mein Verhalten war nicht nur unsportlich, sondern auch diskriminierend. Nochmal: Ich bereue das sehr, mir wird das nie mehr passieren und ich möchte mich bei allen Menschen entschuldigen, die ich damit verletzt habe“, so der Coach, der seine Zwei-Spiele-Sperre bereits abgesessen hat, abschließend.

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