Nach Platzverweisen: WDFV kippt Wochensperre und stellt neues Modell vor

Amateurfußball

Bislang war es so, dass im Amateurfußball in Westfalen Spieler nach Platzverweisen mit einer Wochensperre bestraft worden sind. Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) hat diese Regel nun gekippt.

Dortmund

, 16.07.2020, 16:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Fußballer und ihre Vereine müssen künftig ein neues Sperrenmodell akzeptieren.

Die Fußballer und ihre Vereine müssen künftig ein neues Sperrenmodell akzeptieren. © picture alliance/dpa

Kassierte ein Amateurfußballer in Westfalen in der Vergangenheit nach einem üblen Foulspiel, nach einer Beleidigung oder nach einer Tätlichkeit die Rote Karte, dann bestrafte ihn der jeweilige Fußballkreis mit einer Sperre. Genau genommen handelte es sich dabei um eine zeitliche Sperre, die an Wochen geknüpft war. Drei Wochen musste der Übeltäter beispielsweise dann pausieren. Nun hat der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) die Regelung aber gekippt und ein neues Modell vorgestellt. Das könnte Spieler und Vereine härter treffen.

Auf seiner Homepage stellt der WDFV das neue Modell vor, dass ab dem 1. Juli dieses Jahres greift.

„Die bisherige Regelung, nach der ein Spieler die gegen ihn verhängte Sperre nach Wochen abgeleistet hatte, kommt nicht mehr zur Anwendung“, schreibt der Verband in der Mitteilung auf seiner Internetseite. Statt der bislang bekannten Wochensperre gebe es künftig eine neue Regelung - die Spielsperre. Diese gelte ab sofort für alle Spielklassen, Pokal- und Freundschaftsspiele sowie Turnierpartien. in Nordrhein-Westfalen. Die Regelung betreffe Klubs von der Regionalliga-West bis hinunter in die Kreisligen.

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„Im Klartext wurde festgelegt, dass mit einer Roten Karte bestrafte Spieler ihre Sperre in der Regel nach Spielen ableisten. Damit soll insbesondere verhindert werden, dass eine Sperre eventuell in einer spielfreien Zeit, wie der Winter- oder Sommerpause, „abgesessen“ wird“, macht der Verband auf seiner Homepage deutlich.

Der Verband unterteilt die jeweiligen Partien dabei in unterschiedliche Ränge und misst ihnen einen unterschiedlichen „Wert“ zu. Meisterschaftsspiele sind dabei Teil des ranghöchsten Wettbewerbs. Es folgen in eben jener Reihenfolge Pokal-, Freundschafts- und Turnierspiele. Es gilt: „Spiele sind Spiele des Wettbewerbs, in dem die Tat begangen worden ist, und ranghöherer Wettbewerbe. An rangniedrigeren Wettbewerben darf der Spieler teilnehmen“, schreibt der Verband, der zudem betont, dass die Sperre für alle Mannschaften des Vereins gelte. So hat ein Kicker, wenn er für die erste Mannschaft gesperrt wäre, nicht die Möglichkeit, in der Reserve auszuhelfen.

Anhand zweier Beispiele macht der Verband die neue Regelung deutlich. Diese lauten wie folgt:

Beispiel: 3 Spiele Sperre nach Roter Karte in einem Meisterschaftsspiel:

Ein Spieler erhält in der II. Mannschaft seines Vereins in einem Meisterschaftsspiel eine Rote Karte und wird für 3 Spiele gesperrt. Für diesen Zeitraum ist er neben den Meisterschaftsspielen der II. Mannschaft auch für alle Meisterschaftsspiele seines Vereins in anderen Mannschaften (I., III. Mannschaft) so lange gesperrt, bis die II. Mannschaft drei Meisterschaftsspiele absolviert hat. In den rangniedrigeren Wettbewerben, also Pokal, Freundschafts- und Turnierspielen, dürfte der Spieler hingegen eingesetzt werden.

Beispiel: 3 Spiele Sperre nach Roter Karte in einem Freundschaftsspiel:

Ein Spieler erhält in der I. Mannschaft seines Vereins in einem Freundschaftsspiel eine rote Karte und wird für 3 Spiele gesperrt. Diese Strafe gilt nunmehr für Freundschaftsspiele, Pokalspiele und Meisterschaftsspiele für alle Mannschaften des Vereins (I., II., III. Mannschaft) bis zu dem Zeitpunkt, bis zu dem die I. Mannschaft drei Spiele der Kategorien Freundschaftsspiele, Pokalspiele oder Meisterschaftsspiele bestritten hat. In dem Zeitraum der drei Spiele Sperre darf der Spieler nur in Turnierspielen (=rangniedrigerer Wettbewerb) eingesetzt werden.

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