Nach Rückzug von ÖSG Viktoria: Was der Verband zu einer möglichen Nachrücker-Regelung sagt

Fußball in Dortmund

Der Rückzug des A-Ligisten ÖSG Viktoria hat hohe Wellen geschlagen. Vielfach kam die Frage auf: Warum darf jetzt eigentlich niemand nachrücken? Die Antwort gibt der Fußball-Verband Westfalen.

Dortmund

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Nach Rückzug von ÖSG Viktoria: Was der Verband zu einer möglichen Nachrücker-Regelung sagt

Der Platz der ÖSG Viktoria bleibt in dieser Saison ohne A-Liga-Spiel. © Schaper

Dass ein Verein seine Mannschaft nach dem letzten Spieltag zurückzieht, ist der Worst-Case im Amateurfußball. Denn es gibt nur Verlierer. Der zurückziehende Verein muss ein Ordnungsgeld zahlen, die Teams aus den unteren Ligen, die gerne aufgestiegen wären, müssen ein weiteres Jahr um den Aufstieg kämpfen, die Liga bekommt einen zerstückelten Spielplan. Und für die Außendarstellung ist so ein Rückzug auch immer schlecht.

Kalpakidis stellt Sinnfrage

Trotzdem sah der Dortmunder A-Ligist vor ein paar Tagen keine andere Möglichkeit, als seine Mannschaft zurückzuziehen. Sie steht damit als erster Absteiger fest - mit allen oben bereits aufgezählten Konsequenzen.

Dimitrios Kalpakidis, früherer Trainer beim BSV Schüren und zuletzt als Spieler beim Kirchhörder SC aktiv, stößt genau das sauer auf. In einem Facebook-Post regt er sich darüber auf, dass es keine faire Regelung für diesen Fall gibt. „Warum nicht zwei Teams von unten gegeneinander spielen lassen und aufsteigen lassen. So wie es jetzt läuft ist es in meinen Augen lächerlich.“

Hinweis auf Paragraph 52

Beim Verband weist man auf Paragraph 52 der Spielordnung hin. Darin heißt es eindeutig: „Mannschaften, die nach dem letzten angesetzten Punktespieltag vor

Beginn der neuen Runde zurückgezogen werden, gelten als Absteiger

in ihrer Gruppe für die neue Spielzeit und verringern die Zahl der

Absteiger entsprechend.“ Natürlich sei es „bedauerlich, wenn so etwas passiert“, sagt der Vorsitzende des Verbands-Fußballausschusses, Reinhold Spohn, „aber es ist nunmal so in der Spielordnung festgelegt.“

Änderungen an der Spielordnung müssten von allen drei Landesverbänden, dem FLV Westfalen, dem FV Mittelrhein und dem FV Niederrhein auf dem Verbandstag beschlossen werden, der am kommenden Samstag (13. Juli) im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund stattfindet. Änderungsanträge hätten aber bereits drei Wochen im Voraus eingereicht werden müssen.

Grondziewski sieht Vereine in der Pflicht

Jürgen Grondziewski vom Dortmunder Fußballkreis glaubt allerdings ohnehin nicht, dass er Erfolg hätte: „Die Auf- und Abstiegsregelung ist ein Stein gemeißelt“, sagt Grondziewski, der darauf verweist, dass am Ende einer jeden Saison noch einmal alle Vereine dazu aufgefordert würden, sich zu melden, ob sie in der kommenden Saison antreten können: „Die Vereine, die sich dann trotzdem zurückziehen, sagen dann natürlich, dass es nicht abzusehen war“, sagt Grondziewski. So wie es auch bei der ÖSG Viktoria war.

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Es wird also auch in den kommenden Jahren so bleiben, wie bisher. Dabei gäbe es durchaus diskussionswürdige Ansätze, wie den von Michael Kalwa von den SF Brackel 61: „Wie wäre es denn, wenn in so einem Fall die fairste B-Liga-Mannschaft nachrückt? Das würde den geförderten Fairplay-Gedanken unheimlich aufwerten.“ Kalwa selbst allerdings darauf hin, dass dies in der vergangenen Saison die 2. Brackeler Mannschaft gewesen sei „und ich das deshalb natürlich nicht ernst meinen kann“, lacht Kalwa.

Meldungszeitraum nach hinten schieben?

Ein Diskussionsansatz ist es trotzdem. Am einfachsten wäre es, wenn der sportlich nächstbeste nachrücken würde, was in diesem Fall den SV Körne 83 treffen könnte, der im Entscheidungsspiel gegen Eintracht Dorstfeld II den Kürzeren zog. Eventuell würde es aber schon helfen, wenn man den Zeitpunkt einer Meldung für die nächste Saison wie in den höheren Ligen ein bisschen nach hinten schiebt.

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