Niemeyer spricht vor dem Abschied Klartext

Leichtathletik

„Ich habe nie die Faust in der Tasche geballt und immer meine Meinung gesagt.“ Daran hält sich der nach 28 Jahren als Kreis-Leichtathletik-Obmann scheidende Gerhard Niemeyer auch in seinem Bericht für den kommenden Kreistag der Dortmunder Fußball- und Leichtathletik-Vereine, bei dem er am 27. April offiziell verabschiedet wird.

DORTMUND

, 25.03.2016, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Niemeyer spricht vor dem Abschied Klartext

Gerhard Niemeyer verabschiedet sich und übergibt sein Amt an Sandra Pantlowsky.

„Ich war sicher beim FLV Westfalen, im Kreisvorstand, bei Behörden, Ämtern und im näheren Umfeld nicht der angenehmste Gesprächspartner, aber immer stand die Leichtathletik im Vordergrund und nie private Interessen.“

Leichtathletik bröckelt Jahr für Jahr

Er beklagt, dass in jedem Jahr in Dortmund ein Stück Leichtathletik weggebrochen ist. „Dass der gewaltige Umbau des Westfalenstadions und damit das gesamte Umfeld mehr oder weniger benötigt wurde, konnte man nicht nur ahnen, sondern musste man spätestens nach Vorlage der Baupläne wissen“, stellt er fest und meint: „Von diesem Zeitpunkt an hätten die Überlegungen der Verantwortlichen der Stadt nach einer neuen Heimat, zumindest nach einem zweiten Standbein beginnen sollen.“

Der streitbare Niemeyer ergänzt: „Im Nachhinein bewundern wir, wie geschickt man uns mit Versprechungen hingehalten hat.“ Niemeyer bilanziert, dass Training und Wettkampfangebot in der Roten Erde oft nicht nur wegen rund 50 Fußballspielen ausfallen mussten, denn darüber hinaus kamen noch weitere Veranstaltungen hinzu, die nichts mit Sport zu tun hatten.“

Bedauern über Vergabe der Hallenmeisterschaft

Aber er erinnert sich auch an Erfreuliches und nennt als Beispiel, dass durch großzügige Unterstützung der Sportverwaltung der Stadt, des OSP Westfalen und den Fußball- und Leichtathletik-Kreis Dortmund die maroden Zeitmessanlagen erneuert wurden. Dennoch bedauert er, dass die Hallenmeisterschaften der Männer und Frauen künftig nicht mehr nach Dortmund vergeben werden sollen, da hier keine Piste mit sechs Rundbahnen angeboten werden kann, und regt an, die Bahn aus Karlsruhe auszuleihen.

Er ist sicher: „Unser Oberbürgermeister Ullrich Sierau wäre bei einer Finanzierungslücke sicherlich der erste Befürworter.“ Der scheidende Niemeyer kritisiert, dass dem Bau der Kunststoffplätze in den Vororten die Rundbahnen zum Opfer fielen. „Die Zentralisierung in der Roten Erde und der Körnighalle hat zwar geholfen, aber durch die langen Anfahrtswege aus den Vororten können nur wenige Mädchen und Jungen regelmäßig teilnehmen.“

Dank an Jürgen Grondziewski

Niemeyer bedankt sich jetzt schon für die hervorragende Zusammenarbeit mit der Fußballsparte, vor allem bei dem Vorsitzenden Jürgen Grondziewski. Er hinterlasse einen Kreis-Leichtathletik-Ausschuss mit einer idealen Mischung aus „Jung und Alt“, dem er viel Stehvermögen wünscht.

„Ich wäre auch gerne einmal zu einer Leichtathletik-Sportplatzeinweihung gegangen, aber das war mir in 28 Jahren nicht vergönnt. Ich habe mich nie zurückgelehnt, sondern mitgearbeitet. Es hat sogar oft Spaß gemacht“, sagt er. Erklärt aber auch: „Niemals geht man so ganz.“

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