Niklas Bienaschs Sahnetag beim TuS Deusen: „Als Dank durfte ich eine Kiste ausgeben“

Amateurfußball

Niklas Bienasch von Fußball-B-Ligist TuS Deusen gelang am Wochenende etwas, wovon andere Stürmer nur träumen können. Wie es dazu kam, erklärt der 21-Jährige im Interview.

von Moritz Lerch

Dortmund

, 28.08.2019, 09:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Niklas Bienaschs Sahnetag beim TuS Deusen: „Als Dank durfte ich eine Kiste ausgeben“

Die Heimspielstätte des TuS Deusen erlebte beim 11:1-Erfolg über Derne einen echten Sahnetag von Niklas Bienasch. © Tobias Walther

Der 21-jährige Topscorer Niklas Bienasch von Fußball-B-Ligist TuS Deusen erzielte beim 11:1-Erfolg seines Teams über den SuS Derne sieben (!) Tore - so viele, wie andere Spieler in einer ganzen Saison. Im Interview spricht Bienasch, der nun in sein drittes Jahr bei Deusen geht, über sein Erfolgsgeheimnis, seine Ziele mit dem Team und den Dank seiner Mitspieler.

Sieben Tore erzielen manche Stürmer nicht einmal in einer ganzen Spielzeit. Wie gelang Ihnen das in nur 90 Minuten?

Das ist auf jeden Fall nicht alltäglich. Ich denke, dass ich einfach einen bärenstarken Tag erwischt habe. Mein gesamtes Team war gut drauf und wir haben dem Gegner keine Chance gelassen. Das Ergebnis spiegelt das ja auch wider.

Werden Sie jetzt Torschützenkönig?

Das kann ich nicht genau beurteilen. Ich weiß ja nicht, wie es im Laufe der Saison weitergeht. Am Ende in der Torjägerliste oben zu stehen, wäre natürlich sehr schön und würde mich ehren. Das wäre echt ein persönliches Highlight. Ich werde diese Saison noch häufig aus verschiedensten Gründen verhindert sein. Daher werde ich nicht alle Spiele machen und das erschwert mir die Sache. Aber mein eigener Erfolg ist nicht ganz so wichtig. Der Erfolg des Teams ist vorrangig.

Was ist nach dem 11:1-Erfolg vom Sonntag für das Team möglich?

Wir haben eine sehr junge Truppe. Wo genau unser Weg zum Ende der Saison hinführen wird, weiß ich nicht. Das werden wir dann sehen. Das Ziel sollte sein, dass wir uns stabilisieren und oben festspielen. Die Mannschaft wurde zu Beginn der Saison neu zusammengewürfelt. Dass die Anpassungsprozesse Zeit brauchen, ist ja normal. Außerdem haben wir zwei neue Trainer bekommen, dessen Philosophie sich erstmal bei uns einbrennen muss.

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Haben Sie trotz Ihrer sieben Tore auch Großchancen liegenlassen?

Nein, das jetzt nicht. Ich habe zum Ende hin den Ball öfter auch mal quergelegt auf einen Mitspieler. Es ist schön, wenn auch die anderen durch meine Vorlagen profitieren.

Wie wurde Ihnen zu der außergewöhnlichen Leistung gratuliert?

Mir wurde gar nicht großartig gratuliert. Ein paar Bekannte haben mir eine Nachricht geschrieben, die, die da waren, haben mir ein Handshake gegeben. Der einzige Dank des Teams ist, dass ich nun eine Kiste ausgeben muss (lacht).

Niklas Bienaschs Sahnetag beim TuS Deusen: „Als Dank durfte ich eine Kiste ausgeben“

Niklas Bienasch vom TuS Deusen © Sven Huesemann

Wie oft werden wir nochmal sieben Tore in einem Spiel von Niklas Bienasch sehen?

Das weiß ich nicht. Dass sich so ein Tag wiederholt, ist eher unwahrscheinlich. Hoffen tue ich dennoch, dass etwas so Außergewöhnliches noch das ein oder andere Mal passiert.

Wie sehr tat Ihnen der Gegner nach dem Spiel leid?

Sehr. Ich habe zwar selber noch nie 1:11 verloren, kann mir aber ein wenig vorstellen, wie hart das sein muss. Ich glaube, dass niemand gerne verliert, vor allem Sportler nicht. Aber das gehört nun mal dazu. Ich hoffe, dass die Jungs von Derne das Spiel schnell abhaken und ihr nächstes Spiel erfolgreicher bestreiten können.

Was war Ihr Erfolgsgeheimnis am Sonntag?

Man sollte in den Kreisligen einfach mal draufhalten. Wenn man den Ball halbwegs gut trifft, dann geht der schon rein. Des Weiteren sollte man aber auch ausgeschlafen, fit und wach im Kopf sein. Nach Möglichkeit wacher als die Gegenspieler.

Hand aufs Herz: Wie viele Tore mussten Sie nur noch über die Linie drücken?

Ungefähr drei Stück waren das. Hinzu kam ein Elfmeter. Die anderen habe ich einfach sehr gut getroffen. So ist das, wenn man einen guten Tag hat. Dann gelingt einem einfach alles. Demnach bin ich meiner Mannschaft, in erster Linie den Offensiven, für ihre Schützenhilfe sehr dankbar.

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