„Notbremse“: TuS Bövinghausen entlässt seinen Aufstiegs-Trainer Dimitrios Kalpakidis

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Das ist überraschend. Der Westfalenliga-Aufsteiger TuS Bövinghausen hat am Donnerstagabend seinen Trainer Dimitrios Kalpakidis entlassen und geht jetzt auf die Suche nach einem neuen Coach.

Dortmund

, 20.08.2020, 19:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Genau eine Woche ist es her, da hat der TuS Bövinghausen nach einer überragenden Leistung den Oberligisten ASC 09 Dortmund mit einem 2:1-Erfolg aus dem Kreispokal katapultiert. Trotzdem sitzt Trainer Kalpakidis am Sonntag (17 Uhr, Provinzialstraße) im Kreispokal-Finale gegen Mengede 08/20 nicht mehr auf der Bank.

Das kommt für jeden Außenstehenden überraschend. Kalpakidis stand seit Job-Beginn bei genau 15 Pflichtspielen an der Seitenlinie des ambitionierten und finanzstarken Klubs TuS Bövinghausen. Und alle 15 Partien hat er gewonnen – elfmal in der Meisterschaft und viermal im Kreispokal.

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Durch die elf Saison-Siege in Serie hatte der TuS Bövinghausen noch Platz zwei der Landesliga gesichert, der später zum Westfalenliga-Aufstieg berechtigt hatte. Das hat alles nicht geholfen, um das Team weiter trainieren zu dürfen. Der Vorsitzende Ajan Dzaferoski hat ihn am Donnerstagabend in einem persönlichen Gespräch erklärt, dass er ab sofort freigestellt ist. Genauso Co-Trainer Danny Voss.

Nikola Karcev wird interimsmäßig das Team übernehmen. Der war erst vor zwei Wochen als neuer Co-Trainer vorgestellt worden. Karcev hat in seiner Karriere bereits internationale Erfahrung gesammelt und auch schon für sein Land Mazedonien sowie in der Champions-League-Qualifikation gespielt.

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Der Mazedonier, der zuletzt als Trainer in der Jugendakademie des Fudbalska Federacija na Makedonija (kurz: FFM, Nordmazedonischer Fußballverband, Anm. d. Red.) arbeitete, hatte sich nun für drei Monate freistellen lassen und ist nach Deutschland gekommen. Der Klub wird aber nach einem neuen Coach suchen.

Sauer über Kalpakidis‘ Teilnahmen

Der Vorsitzende des TuS Bövinghausen, Ajan Dzaferoski, gab als Grund für die Trennung an, dass er die Befürchtung habe, dass Kalpakidis nicht der richtige Coach für das Team sei. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Dzaferoski es immer sauer aufgestoßen ist, dass Kalpakidis in den Trainingsspielen dabei war, anstatt sich nur auf das Coachen zu konzentrieren.

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Dzaferoski soll auch immer noch der Auftritt bei den Hallenfußball-Stadtmeisterschaften gewurmt haben, als Kalpakidis sich selbst aufgestellt hatte, anstatt auf seinen Kader zurückzugreifen. Platz drei sprang am Ende heraus. Für Dzaferoski hatte nur Platz eins gezählt. „Wir mussten jetzt einfach die Notbremse ziehen. Der Verein hat Pläne und wir glauben nicht, dass wir sie mit Dimitrios erreichen werden“, sagt Dzaferoski.

Die Stimmung soll nicht gestimmt haben

Laut des Vorsitzenden sei die Stimmung zwischen Team und Trainer nicht mehr optimal gewesen. Erst am Mittwoch hatte Dzaferoskis Sohn Dino nach einem Disput mit Kalpakidis das Training vorzeitig beendet. Es soll in dem Streit um Dino Dzaferoskis Aussagen nach der Türkspor-Niederlage gegangen sein, als der Akteur das fehlende Feuer im Team zum Thema gemacht hatte.

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Kalpakidis verabschiedete sich noch am Donnerstagabend bei seinem Team. „Ich bin einfach nur enttäuscht, dass man mich nicht die Arbeit hat machen lassen, die ich hier gerne gemacht hätte. Ich habe alle meine Pflichtspiele gewonnen und das vielleicht beste Dortmunder Team mit aufgebaut. Und jetzt muss ich gehen, weil es drei, vier Spieler gibt, die nicht zufrieden waren“, sagt Kalpakidis gegenüber den Ruhr Nachrichten.

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