Der OSC Dortmund setzt in der Krise auf einen zurückkehrenden Hoffnungsträger

Handball

Der Dortmunder Traditionsverein hat jetzt sieben Mal in Serie verloren. Der Verein will nicht in Panik verfallen, doch wäre er auch auf einen Abstieg vorbereitet?

Dortmund

, 04.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aktuell gibt es beim OSC Dortmund nicht viel zu lachen.

Aktuell gibt es beim OSC Dortmund nicht viel zu lachen. © Ludewig

Dortmunds Vorzeigemannschaft ist aktuell im Sinkflug. Sieben Mal in Serie hat der OSC Dortmund in der Handball-Verbandsliga verloren und ist auf den vorletzten Platz abgerutscht. Selbst der Abstieg in die Landesliga ist nicht mehr undenkbar.

So richtig vorstellen kann sich das aber niemand. Denn der OSC hat vor drei Jahren noch in der Oberliga gespielt und prägt seit Jahren den Dortmunder Männerhandball wie kein zweites Team der Stadt.

Vollstes Vertrauen in den Trainer Thorsten Stoschek

„Wir sind optimistisch, dass wir da unten rauskommen“, sagt der Abteilungsleiter Thomas Benholz. Er werde jetzt nicht in Panik verfallen. „Wir hier beim OSC haben in den guten Zeiten nie gesagt, wie toll wir sind. Und wir werden in der jetzigen Lage auch nicht alles in Schutt und Asche reden“, ergänzt Benholz.

Er habe volles Vertrauen in das Team und in Coach Thorsten Stoschek, den er für den „besten Trainer der Liga“ hält. „Thorsten ist genau der richtige Mann, um so eine Situation zu händeln.“

Stoschek ist ebenfalls optimistisch, dass er den Klassenerhalt in den neun ausstehenden Spielen mit dem Team hinbekommt. „Wir müssen aber aufpassen und dürfen nicht denken, dass das von alleine geht. Die Tabelle lügt nicht. Wir stehen nicht zufällig auf dem vorletzten Platz“, sagt Stoschek.

Das Mannschaftsgefüge bleibt intakt

Der Coach hat einige Baustellen ausgemacht, die geschlossen werden müssen. In der einen Woche halten die Torhüter fast keinen Ball, in der nächsten Treffen seine Spieler vorne gar nichts und im Anschluss schaffen es die erfahrenen Akteure nicht, Konstanz in ihr Spiel zu bringen.

„Wir müssen es endlich hinbekommen, dass wir als Kollektiv über 60 Minuten unsere Leistung abrufen“, sagt Stoschek.

Er betont, dass das Mannschaftsgefüge intakt sei. „Das hat doch die Partie am vergangenen Wochenende gegen Riemke gezeigt“, sagt er. Seine Mannschaft lag gegen den direkten Konkurrenten mit 12:21 zurück, drehte aber die Partie mit einer tollen Moral und führte plötzlich mit 22:21. Letztlich ging die Begegnung trotzdem mit 24:28 verloren. „Weil wir in der Schlussphase unser Glück erzwingen wollen, anstatt das weiterzuspielen, was uns stark gemacht hat.“

Kai Ferber erweitert die Optionen

Der Coach ist froh, dass Kai Ferber zurückkehrt. Das Talent wird am Freitag gegen den Tabellenzweiten Eintracht Hagen 2 zwar noch fehlen, eine Woche später im Derby gegen den ATV Dorstfeld soll er wieder dabei sein. „Kai ist nach seiner langen Verletzungspause jetzt nicht der Heilsbringer. Durch ihn haben wir aber wieder mehr Qualität im Team“, sagt Stoschek. Ferber könnte Rückraum-Mitte-Spieler Thorben Lommel entlasten, der sich seit Wochen quält.

Kai Ferber kehrt zurück beim OSC Dortmund.

Kai Ferber kehrt zurück beim OSC Dortmund. © Ludewig

„Thorben ist einer, der immer vorangeht. Er hatte gegen Riemke vor dem Spiel Schwindelanfälle, hat trotzdem fast die kompletten 60 Minuten durchgespielt“, lobt Stoschek.

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Aber wäre der Klub denn jetzt auf einen möglichen Abstieg vorbereitet? „Wir sind Optimisten und glauben fest an den Klassenerhalt“, sagt der Abteilungsleiter Benholz, „wir haben unsere Hausaufgaben aber schon gemacht. Wir haben mit zehn Spielern aus dem aktuellen Kader verlängert. Nur Julian Stumpf steht als Abgang fest“, sagt Benholz.

Das bestätigt Thorsten Stoschek, der auch in der kommenden Spielzeit zusammen mit Co-Trainer Thorben Lommel für das Team verantwortlich sein wird. „Aber schwierig ist es, externe Neuzugänge aktuell zu verpflichten, weil die natürlich sehen, auf welchem Platz wir stehen und nicht wissen, in welcher Liga wir in der kommenden Saison spielen“, sagt der Coach. Deshalb müssen schnell Siege her, um diese Ungewissheit zu vertreiben. „Am Freitag gegen Hagen geht es nur um Bonuspunkte. Eine Woche später gegen Dorstfeld müssen wir aber punkten“, sagt der Trainer.

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