Pascal Jonathan Werning als Jockey erfolgreich

Dortmunds Sportler des Jahres

Jeder Sportler hat ein besonderes Verhältnis zu seinem Sportgerät. Bei Pascal Jonathan Werning, nominiert zum "Sportler des Jahres 2014", ist dieses Verhältnis besonders wichtig und sehr speziell. Sein „Gerät“ wiegt 400 bis 500 Kilogramm und ist 160 bis 172 Zentimeter groß.

DORTMUND

19.12.2014, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pascal Jonathan Werning in seinem Element auf dem Pferderücken.

Pascal Jonathan Werning in seinem Element auf dem Pferderücken.

Mit sechs Wochen saß Werning Junior erstmals auf einem Pferd. Nein, nicht im Sattel, sondern im Arm von Vater und Trainer Reiner Werning. Pferde spielen im Leben der Familie eine große Rolle, somit war früh klar, dass Pascal einen Beruf mit diesen edlen Tieren ergreifen würde. Werning: „Mit drei Jahren saß ich erstmals allein auf einem Pony, noch ohne Sattel, aber den Stallgeruch hatte ich wohl schon in meinen Sachen.“

Im zarten Alter von 15 Jahren bestritt der gelernte Pferdewirt sein erstes Rennen. Es war der 25.10. 1997. Auf Walzerkönig, trainiert vom Vater und im Besitz von Muter Marie, wurde der Junior nur Vorletzter. Doch bereits das zweite Rennen seiner Laufbahn am selben Tag auf Tulpenblüte, ebenfalls in Familienbesitz, konnte Pascal Werning gewinnen, und es begann eine erfolgreiche Jockey-Laufbahn.

Nach seinem Realschulabschluss besuchte Werning das Wirtschaft-Gymnasium. Doch die Reiterei war bereits seine große Leidenschaft. Da er früh die Sollzahl von 50 Siegen in drei Jahren schaffte, stand dem Sprung zum Profi-Jockey nichts im Wege. Seine Lehre hat der Dortmunder bei seinem Vater Reiner Werning absolviert. Danach wechselte er nach Mülheim zum Ostermann-Stall. In seiner über dreijährigen Zeit in Mülheim gelangen viele Siege, darunter auch in Gruppe-Rennen. Anschließend folgte der Wechsel zum heimischen Werning-Stall nach Dortmund. Später zog es ihn wieder nach Mülheim. Diesmal zum Trainer Jochen Mühlmeier.

Anfang kommenden Jahres wird der Pferdeliebhaber nicht nur als Jockey arbeiten, sondern auch als Trainer beim väterlichen Stall seine ersten Sporen verdienen. „Ohne Liebe zum Pferd kann man meinen Beruf nicht ausüben“, ist die Philosophie des zukünftigen Trainers klar. Werning kennt kein freies Wochenende. Nicht nur in den Sommermonaten, sondern auch im Winter sitzen die Jockeys im Sattel. Werning: „In meinem Beruf bist du sieben Tage und rund um die Uhr im Einsatz. Rennpferde benötigen eine sehr intensive Betreuung. Die schließt auch oft die Nächte ein.“

Da Pferde Fluchttiere sind, ist eine vertrauensvolle Basis zwischen Reiter und Pferd von Nöten. Werning: „Nur wenn es gelingt, eine harmonische Einheit mit dem Pferd zu bilden, kann sich auch der Erfolg einstellen.“ Eine klare Vorstellung zum Verhältnis mit dem Pferd ist für Werning Grundvoraussetzung: „Man darf natürlich keine Angst vor den großen Rennpferden haben. Sollte sich dieses Gefühl bei mir einmal auftauchen, würde ich sofort mit dem Sport aufhören.“

So abwegig ist ein Angstgefühl sicher nicht. Denn die Stürze kann Pascal Werning nicht mehr zählen: „Es fällt mir leichter, die noch nicht geprellten und gebrochenen Stellen aufzuzählen.“ Doch trotz der zahlreichen Verletzungen würde der Jockey immer wieder zurück in den Sattel steigen. „Ein Sieg bei der Sportlerwahl würde mich sicher für all die bisherigen erlittenen Verletzungen entschädigen“, wünscht sich Pascal Jonathan Werning einen Erfolg am 2. Februar.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt