Der Ärger um den am Grünen Tisch verpassten Aufstieg ist noch nicht verraucht

mlzFußball Kreisliga B

Es hätte die Aufstiegssaison werden sollen. 105 Tore geschossen, nur 31 Gegentore erlaubt – Tordifferenz 74. Bestwert in der Liga. Und doch hat es am Ende nicht gereicht.

Dortmund

, 01.06.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei Phönix Eving sitzen der Ärger und die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg aus der B-Liga noch tief. Denn den B-Ligisten aus dem Dortmunder Norden hat das vorzeitige Saisonaus knallhart getroffen. „Wir hatten echt nen Lauf. Haben zehn Spiele hintereinander nicht mehr verloren“, sagt der Phönix-Vorsitzende Christian Nurk.

„Wir hätten ganz klar um Platz 1 in der Liga mitspielen können“, sagt Nurk. „Und in einer Relegation der vier Zweitplatzierten hätten wir mit der Mannschaft beste Chancen gehabt . Aber dann kam der Saisonabbruch und eine Aufstiegsrechnung am Grünen Tisch, die einfach eine Katastrophe ist. Den Fußballkreis trifft dabei kein Vorwurf, aber was der Verband da vorgegeben hat, das hat mit Sport nichts mehr zu tun.“

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Phönix Eving, obwohl Tabellenzweiter, muss in der B-Liga bleiben. Am Ende fehlten bei 49 Punkten aus 19 Spielen in der Rechnung nach der Quotientenregel (Anzahl der Punkte geteilt durch Anzahl der Spiele) die Winzigkeit von 0,02, um aufzusteigen. Stattdessen hat der FC Sarajevo-Bosna (52 Punkte aus 20 Spielen) aus der Kreisliga B2 das bessere Ende für sich. „Für mich ist diese Quotientenregelung ganz klar eine Wettbewerbsverzerrung“, sagt Nurk. Der Vergleich von Mannschaften mit einer unterschiedlichen Anzahl von Spielen sei nicht korrekt.

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„Für mich“, sagt Nurk, „wäre es gerecht gewesen, wenn man alle vier B-Ligisten nur bei einer gleichen Anzahl von Spielen verglichen hätte. Dafür hätte man entweder die Bilanz der Teams, die nur 19 Spiele haben, rechnerisch um ein Spiel und drei Punkte aufstocken müssen. Oder den Teams, die 20 Spiele gemacht haben, rechnerisch ein Spiel und drei Punkte abziehen sollen.“ Und dann, so Nurks Wunsch, hätte bei Punktgleichheit die Anzahl der Siege, der Niederlagen oder letztlich die Tordifferenz den Ausschlag geben müssen. Im konkreten Fall wäre es in jeder Rechnung auf die Tordifferenz als entscheidendes Kriterium hinausgelaufen. Und da hätte Phönix Eving vor den anderen drei Zweitplatzierten der B-Ligen, Mengede 08/20 II, FC Sarajevo Bosna und VfR Sölde II, die Nase vorn gehabt.

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Bei Nurk wirkt das verkorkste Ende einer so aussichtsreichen Saison noch gewaltig nach. Es hätte so etwas wie die Wende zum Besseren einleiten können bei Phönix Eving. Denn nach der Saison 2017/18 schien der Verein völlig überraschend an einem Tiefpunkt zu stehen. In beiden Spielzeiten zuvor hatte der Klub jeweils als Tabellenzweiter die Kreisliga A abgeschlossen und an das Tor zur Bezirksliga geklopft. Doch beide Anläufe scheiterten in der Relegation.

Im dritten Versuch sollte es 17/18 endlich klappen. Doch der Anlauf scheiterte krachend. Am Ende der Spielzeit stand nur der 13. Platz zu Buche. Zu wenig, um die Mannschaft in ihrer Grundstruktur zu halten. Die erste Mannschaft brach auseinander und trat 18/19 erst gar nicht mehr an. Phönix Eving, einer der großen Dortmunder Traditionsvereine, stand plötzlich nur noch mit einer zweiten Mannschaft da – in der Kreisliga C.

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2019/20 sollte so etwas wie der Neustart werden. „Dafür haben wir ein Jahr gearbeitet“, sagt Nurk. Eine neuformierte 1. Mannschaft visierte den Neubeginn in der B-Liga an. Das Ziel war klar. So schnell wie möglich eine Etage höher. Auch in der Außenwirkung ist die A-Liga-Zugehörigkeit für den Klub lebenswichtig. „Die Zeiten, in denen wir beim Nachwuchs allein schon mit unserem Kunstrasenplatz punkten konnten, sind vorbei“, sagt Nurk. Zwar ist der Kunstrasen noch immer da, doch in der Nachbarschaft etwa beim TV Brechten oder VfL Kemminghausen gibt es eben mittlerweile auch einen.

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Ein Blick auf die Entwicklung der Anzahl der Jugendmannschaften, macht klar, wie dringend Phönix Eving an Anziehungskraft gewinnen muss. Trugen in der Saison 2014/15 noch Jugendkicker aller Altersklassen in 14 Mannschaften das Phönix-Trikot, so waren es 2018/19 und 2019/20 gerade mal noch drei Teams.

Im Moment fühlt es sich für Nurk so an, als sei die Aufbauarbeit der vergangenen eineinhalb Jahre im Eimer. „Aber bei allem Ärger darüber werden wir mit der Entscheidung umgehen.“ Die Kreisliga A bleibt das nächste Ziel in Eving.

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