Platzverweis und Personalnot: VfR Sölde bietet Westfalenligist lange Paroli

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Nur einen Sieg konnte der Bezirksligist VfR Sölde in den bisherigen Testspielen einfahren. Auch gegen den Lüner SV setzte es eine Niederlage. Dabei hätte das Spiel auch völlig anders laufen können.

Dortmund

, 18.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Akute Personalsorgen, einen Testspiel-Gegner aus der Westfalenliga und dann auch noch 25 Minuten in Unterzahl - die Partie gegen den Lüner SV hatte alle Voraussetzungen, um für den Beirzksligisten VfR Sölde zu einem richtig bitteren Samstagabend zu werden. Doch letztlich gestaltete sich der Test gänzlich anders als zuvor erwartet.

„Wir waren manchmal einfach wirklich zu doof.“ Diese eindringlichen Worte stammen von Söldes Trainer Marco Nagel. Und damit meint er keineswegs die gesamte Vorstellung seiner Mannschaft im Testspiel gegen den Lüner SV. Vielmehr bemängelte Nagel die eigene Chancenverwertung.

Mannschaft ruft Potenzial ab

„Wir sind zweimal in Überzahl auf das Tor der Lüner zugelaufen und schaffen es aber nicht, die Kugel im Tor unterzubringen. Sonst hätten wir das Spiel möglicherweise auch noch anders gestalten können“, so Nagel.

Dabei hielt der Bezirksligist die Partie über weite Strecken offen. Obwohl er aufgrund von Verletzungen und Urlaub auch im Test gegen Lünen auf einen Großteil seines Kaders verzichten musste, war Nagel mit dem Spiel vollkommen zufrieden: „Wir haben ein richtig gutes Spiel abgeliefert. Insbesondere unsere Viererkette hat einen wirklich starken Job gemacht.“

Neben seinen Verteidigern lobte der Trainer vor allem seine beiden Außenbahnspieler Fabien Garando und Sascha Holtze. „Beide waren sehr schnell und wendig unterwegs. Fabien hat jetzt auch gezeigt, weshalb wir ihn im Winter verpflichtet haben.“

Rote Karte verändert Spiel

Außerdem bemerkenswert: Mit Holtze überzeugte bei der 0:2-Niederlage ein Spieler, der mittlerweile eigentlich in der zweiten Mannschaft aktiv ist und nur aufgrund der derzeitigen Personalnot im Spiel gegen Lünen aushalf.

„Das Sascha so ein gutes Spiel gemacht hat, freut mich natürlich zusätzlich. Es ist aber insgesamt schön zu sehen, dass die Jungs endlich mal das vorhandene Potential abgerufen haben,“ erklärt Nagel.

Erst die Rote Karte gegen Jens Jäkel in der 65. Spielminute ließ das Spiel gänzlich in die Richtung des Lüner SV kippen. Als letzter Mann grätschte der Routinier seinen Gegenspieler vor dem Strafraum um und musste daraufhin den Platz verlassen. Laut Nagel kein böses Foul, die Rote Karte aber rein regeltechnisch dennoch berechtigt.

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In der Folge musste Nagel seine Mannschaft taktisch umstellen. Aus einem 4-4-2 wurde ein 4-4-1. Den durchaus undankbaren Job als einzige Spitze übernahm Marvin Koschinski. „Seine Laufarbeit war wirklich herausragend“, so Nagel. „Er hat das da vorne gut gemacht und auch stark verteidigt.“

Nagel beklagt zwei verletzte Spieler

Mit zunehmender Spieldauer schwanden bei den zehn Söldern allerdings die Kräfte. Die Folge war das 1:0 für den Lüner SV durch den eingewechselten Milan Sekulic (84.). Sein Schlenzer aus knapp zwanzig Metern senkte sich über Torhüter Stephane Preuß ins Netz.

Anschließend drängte Sölde zwar auf den Ausgleich und warf alles nach vorne, das Tor erzielte aber der Gegner. Gegen eine aufgerückte Hintermannschaft machte Sekulic mit seinem zweiten Treffer (87.) den Lüner-Sieg perfekt. „Dass man sich dann noch das zweite Tor fängt, kann passieren. Wir müssen jetzt aber daran arbeiten, endlich auch mal selber Tore zu machen“, betont Nagel.

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Vorerst nicht dabei helfen können werden Martin Striewski und Kevin Kastner, Während Striewski nach dem Spiel über Adduktorenprobleme klagte, zog sich Kastner Nagel zufolge eine Fußprellung zu. Trotz der beiden Verletzten kann der Coach in der kommenden Woche wieder mehr Spieler beim Training begrüßen.

„Die Urlauber sind jetzt bald alle wieder da und dann können wir endlich mal mit dem fast kompletten Kader trainieren. Das gibt uns die Möglichkeit auch mal Dinge einzustudieren.“ Trotz mittlerweile fünf Niederlagen in sechs Testspielen stehen die Zeichen beim VfR Sölde also auf Besserung.

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