Quälen für Olympia: Der Dortmunder Langsprinter Torben Junker hat Tokio im Blick

mlzLG Olympia Dortmund

Torben Junker hat sich für die Hallensaison hohe Ziele gesetzt. Der Langsprinter der LG Olympia Dortmund peilt die Olympischen Spiele 2020 in Tokio an. Dafür braucht es harte Arbeit.

Dortmund

, 12.12.2018, 18:08 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer Torben Junker danach fragt, warum er sich ausgerechnet die 400 Meter als seine Paradedisziplin ausgesucht hat, erhält zunächst einmal ein breites Grinsen, dann ein kurzes Kopfschütteln und schließlich die vielsagende Antwort: „Das frage ich mich auch die meiste Zeit.“

Jeder, der schon einmal 400 Meter gesprintet ist, kennt wohl diesen Schmerz, der einem auf den letzten Metern in die Muskeln schießt. „Wenn man nach 300 Metern auf die Zielgerade einbiegt“, sagt Junker, „bekommt man seine Beine kaum noch hoch. Das ist schon extrem anstrengend.“ Und so verwundert es nicht, wenn der 25 Jahre alte Langsprinter der LG Olympia mit einem Augenzwinkern erklärt, dass der schönste Moment an einem Rennen der sei, „wenn man die Ziellinie überquert hat“. Aber klar: „Als 400-Meter-Läufer muss man sich quälen können, und es muss einem Spaß machen, sich zu quälen.“ Junker selbst hat Spaß daran – was sich auch in der anstehenden Hallensaison ablesen lassen soll.

Bereits heute kann der 25-Jährige auf zahlreiche Erfolge und Bestleistungen zurückblicken. Er zählte 2017 zur deutschen Nationalmannschaft, die den Titel des Team Europameisters erkämpfte, gehörte zur deutschen 4x400-Meter-Staffel, die bei den Europameisterschaften in Berlin auf Platz acht lief, er wurde Deutscher Hallen-Vizemeister über 400 Meter und erzielte mit 46,17 Sekunden eine neue persönliche Freiluft-Bestzeit. Junker hebt aber hervor: „Für mich persönlich war die Bronzemedaille mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel bei der U23-EM 2015 von großer Bedeutung, da ich damals erkannt habe, was schon nach nur einem Jahr harter Arbeit möglich ist.“

Die Großstadt ruft: Junker zieht es nach Dortmund

Junker stammt aus dem münsterländischen Sassenberg. Als ihn 2014 LGO-Trainer Sebastian Fiene zu einem Probetraining einlud, entschloss er sich zum Wechsel zur LGO. „Ich wollte mit meinen damals 21 Jahren sowieso auf eigenen Beinen stehen, und so habe ich den Schritt aus der Kleinstadt nach Dortmund zu ziehen, gewagt.“´

Junker arbeitet als IT-Administrator bei einem Unternehmen der Modebranche, und obwohl ihm sein Arbeitgeber sehr entgegenkommt, wenn es darum geht, seine Urlaubstage flexibel einzusetzen, ist eine sorgfältige Planung erforderlich, um Training, Physiotherapie und Beruf unter einen Hut zu bringen. So schließt er an drei intensive Trainingswochen eine ruhigere Periode an. „Ich versuche, meine Arbeit so zu planen, dass ich in den intensiven Trainingswochen meine Projekte vorbereite, sodass dann die ‚heiße Phase‘ der Abwicklung während der ruhigeren Trainingswoche stattfindet. Für ein gutes Training braucht man auch einen freien Kopf und kann nicht mit dem Verstand im Büro sein.“

Aktuell trainiert er mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wobei zweimal in der Woche schnelle Läufe in der Körnighalle auf dem Programm stehen und darüber hinaus an der Tempoausdauer im Niederhofener Wald gearbeitet wird. Seinen Einstieg in die Hallensaison plant er beim PSD Bank Indoor Meeting in Dortmund Ende Januar. Er wolle seine persönliche Bestzeit in der Halle verbessern, sagt Junker. Bei 47,79 Sekunden liegt diese derzeit. „Die könnte definitiv besser sein.“

LGO-Langsprinter hat Tokio im Blick

Etwas wichtiger ist ihm die Hallen-DM in Leipzig. Zuletzt war er Zweiter, „da darf es gerne noch eine Stufe höher gehen“. Höchste Priorität genießt aber etwas anderes: „Mein großes Ziel ist Olympia 2020. Um das zu erreichen, ist es wichtig, sich schon im April bei der Staffel-WM in Japan gut zu präsentieren und sich für die WM in Doha zu qualifizieren“, sagte Junker.

Dass er seit Kurzem in Manuel Sander, den er bereits aus gemeinsamen Trainingslagern kennt, einen neuen Teamkollegen hat, sieht er positiv: „Ich habe mich sehr gefreut, dass er sich entschieden hat, nach Dortmund zu wechseln, denn wir können im Training gut voneinander profitieren. Außerdem freue ich mich darauf, dass wir zusammen mit Benjamin Bablich und Henrik Krause eine starke Staffel stellen können, die mitmischen kann“, sagt Junker

„Torben ist ein sehr fleißiger Athlet, und man muss sein Training dosieren, damit er nicht überzieht“, sagt sein Coach Thomas Kremer. Sein Schützling pflichtet ihm bei: „Man muss sich als Langsprinter im Training oft quälen. Deshalb ist es wichtig, dass man auf seinen Körper hört und weiß, wann es genug ist.“

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Fußball-Westfalenliga
Rafik Halims Debüt auf der Trainerbank des FC Brünninghausen? „Eine absolute Katastrophe“
Münsterland Zeitung Hallenfußball in Dortmund
Huckarder Derby in Huckarde! Hier gibt‘s alle Gruppen der 36. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft
Meistgelesen