Rudolph-Brüder: „Wir wollen mit TuS Bövinghausen in die Oberliga“

Fußball-Landesliga

Mit den Brüdern Patrick und Kevin Rudolph hat der TuS Bövinghausen die nächsten Spieler aus der Oberliga verpflichtet. Im Interview sprechen die beiden über die Gründe für den Wechsel.

Dortmund

, 09.02.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Patrick und Kevin Rudolph laufen in der kommenden Saison für den TuS Bövinghausen auf. Ajan Dzaferoski, der Vorsitzende des Vereins, freut sich über die Zugänge.

Patrick und Kevin Rudolph laufen in der kommenden Saison für den TuS Bövinghausen auf. Ajan Dzaferoski, der Vorsitzende des Vereins, freut sich über die Zugänge. © Privat

Patrick und Kevin Rudolph wechseln zur kommenden Saison vom Oberligisten SV Schermbeck zum TuS Bövinghausen aus der Landesliga. Über die Hintergründe des Wechsels, ihre Jugendzeit beim TuS und ihre Ziele für die kommende Saison haben wir mit den Spielern gesprochen.

Patrick und Kevin Rudolph, Sie spielen jetzt in der dritten Saison für den SV Schermbeck in der Oberliga. Jetzt wechseln Sie in die Landesliga zum TuS Bövinghausen. Was waren die Gründe dafür?

Patrick Rudolph: Zum einen wird es im kommenden Sommer einen kleinen Umbruch in Schermbeck geben und das hat mir nicht so gut gefallen, dass einige Spieler den Verein verlassen werden. Zum anderen war der Fahrweg enorm. 70 Kilometer bin ich zum Training hin und zurück gefahren. In Bövinghausen werden es nur noch fünf Minuten zum Trainingsplatz sein.

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Kevin Rudolph: Bei mir spielte auch der Fahrweg eine große Rolle – 60 Kilometer waren schon eine weite Strecke. An den Trainingstagen bin ich um 16.30 Uhr von der Arbeit gekommen und um 17 Uhr musste ich schon wieder zum Training, um dann gegen 21 Uhr Zuhause zu sein und dann bin ich nur noch ins Bett gegangen. Außerdem haben Patrick und ich immer gesagt, dass wir perspektivisch für unseren Heimatverein spielen wollen. Eigentlich wollten wir bereits zur aktuellen Saison wechseln.

In der Hinrunde haben Sie, Patrick, 13 Spiele und Sie, Kevin, elf Spiele für Schermbeck absolviert und gehörtet damit zum Stammpersonal. Wie hat der SV Ihren Abgang verkraftet?

Patrick Rudolph: Als Co-Kapitän hatte ich dort eine große Verantwortung und es war auch ein super Team. Der Verein wollte mich auch unbedingt halten. Aber der Fahrweg und der Umbruch waren entscheidende Gründe für den Wechsel. Außerdem hat Bövinghausen seit zwei Jahren Interesse gezeigt und ständig nachgefragt.

Kevin Rudolph läuft in dieser Saison noch für den SV Schermbeck in der Oberliga Westfalen auf.

Kevin Rudolph läuft in dieser Saison noch für den SV Schermbeck in der Oberliga Westfalen auf. © Dorstener Zeitung

Kevin Rudolph: Ich mag den Verein sehr und habe gerne dort gespielt. Auch meine Frau wurde dort super aufgenommen. Aber der Fahrweg und der damit verbundene zeitliche Aufwand wurden einfach zu groß.

Der TuS spielt momentan noch in der Landesliga. In dieser Saison wird es wohl mit dem Aufstieg in die Westfalenliga schwierig werden, da es schon neun Punkte Rückstand zu Wacker Obercastrop sind. Was sind Ihre Ambitionen?

Patrick Rudolph: Sicherlich wollen wir so schnell wie möglich aufsteigen. Mein Ziel ist die Oberliga. Vielleicht ist in dieser Saison noch was möglich, wenn der Tabellenführer wackelt oder es eine Relegation gibt.

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Kevin Rudolph: TuS verfügt in der kommenden Saison über einen sehr starken Kader. Da ist der Aufstieg in die Westfalenliga – wenn er nicht noch in dieser Saison gelingt – Pflicht. Perspektivisch will ich mit dem Team auf jeden Fall in die Oberliga.

Sie haben das Kicken beim TuS begonnen. In welcher Jugend haben Sie für den Verein gespielt?

Patrick Rudolph: Ich hab als Minikicker dort angefangen und bin dort bis zur E-Jugend geblieben. Danach wechselte ich zum TSC Eintracht Dortmund, wo ich dann sechs Jahre spielte. Dann ging es zu DJK Hordel und zum VfL Bochum.

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Kevin Rudolph: Nach meiner fußballerischen Anfangszeit beim TuS habe ich in der Jugend noch für die SG Lütgendortmund, für Urania Lütgendortmund und später in der A-Jugend für den TSC Eintracht Dortmund gespielt.

Patrick Rudolph, Sie haben damals für den VfL in der A-Jugend-Bundesliga gekickt. Gab es auch Optionen für Sie, Profifußballer zu werden?

Patrick Rudolph: Ich hatte damals ein Probetraining in Ingolstadt. Das lief auch gut. Doch dann wurde ich Vater und machte eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker. Daher habe ich mich gegen den Profifußball entschieden.

Kevin, wie war es bei Ihnen?

Kevin Rudolph: Nach meiner ersten Saison im Männerbereich beim DJK Hordel hatte ich eine Anfrage von Rot-Weiß Essen aus der Regionalliga. Leider brach ich mir zwei Wochen vor dem Probetraining den Mittelfuß und damit war der Traum vorbei.

Kevin Rudolph. Sie waren 2018 im Aktuellen Sportstudio an der Torwand und hast dort Nationalspieler Antonio Rüdiger getroffen. Wie war es?

Kevin Rudolph: Ich war auf alle Fälle ultra nervös. In der Probe habe ich noch vier Bälle versenkt, drei unten, einen oben. Während der Sendung dann nur noch einen oben. Man hat dabei schon im Kopf, dass sehr viele Zuschauer vor dem Fernseher dabei sind. Antonio ist ein cooler Typ. Leider konnten wir uns nur kurz unterhalten, weil er erst eine halbe Stunde vor Beginn der Sendung ankam. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis.

Kevin Rudolph probierte am 14. April 2018 sein Glück beim Torwandschießen des Aktuellen Sportstudio. Mit dabei war neben Moderator auch Nationalspieler Antonio Rüdiger. Mit einem Traumtor hatte er ein Voting gewonnen und sich damit für das Torwandschießen qualifiziert.

Kevin Rudolph probierte am 14. April 2018 sein Glück beim Torwandschießen des Aktuellen Sportstudio. Mit dabei war neben Moderator auch Nationalspieler Antonio Rüdiger. Mit einem Traumtor hatte er ein Voting gewonnen und sich damit für das Torwandschießen qualifiziert. © Martin Hoffmann

Jetzt steht erstmal noch die Rückrunde mit dem SV Schermbeck an. Was sind die Ziele?

Patrick Rudolph: Wir wollen sicher noch oben angreifen. Mein Ziel ist es, unter die ersten vier Teams zu kommen.

Kevin Rudolph: In der Hinrunde haben einige Spieler verletzt gefehlt. Nun sind alle fit und wir sind regelmäßig über 20 Spieler beim Training. Daher wollen wir noch oben. Der vierte Platz sollte das Ziel sein, an die ersten drei Mannschaften heranzukommen, wird vermutlich schwierig.

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