Sabrina Fischbach und Jörg Jendrysik kämpfen gegen das Marathon-Aus

Verletzungssorgen

Rund zehn Wochen Vorbereitungen liegen hinter unseren zehn angehenden „Marathonis“, doch noch immer ist das Ziel in weiter Ferne. Während sich die Fitteren langsam vorstellen können, überhaupt 42,195 Kilometer am Stück zu laufen, sieht es für Sabrina Fischbach und Jörg Jendrysik im Moment düster aus.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 04.03.2011, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Sorgenfalten werden tiefer: Jörg Jendrysik (l.) kämpft gegen das Ende seiner Marathon-Träume.

Die Sorgenfalten werden tiefer: Jörg Jendrysik (l.) kämpft gegen das Ende seiner Marathon-Träume.

Damals tröstete sie sich damit, dass ihr Leid nun hinter ihr liege und es nach der Entlassung aus dem Krankenhaus so richtig losgehen könne. Doch Pustekuchen, es folgten weitere kleinere und größere Rückschläge für die Gardetänzerin, die zuvor eine halbe Ewigkeit ohne ernsthafte Verletzung über die Runden gekommen war. Aktuell ist aufgrund einer Leistenzerrung nur an gedrosseltes Lauftraining zu denken. Doch auch sie weiß: „So langsam muss ich mal mit dem Training loslegen.“ Noch nimmt sie das Wort von der Aufgabe nicht in den Mund, doch ihr Blick verrät: Sie weiß, dass es schon jetzt eng wird, den Rückstand bis zum Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg am 29. Mai noch aufzuholen. Sie muss etwas tun, sonst ist der Marathon-Traum schon lange vor dem Startschuss ausgeträumt.

Immerhin kann sich Fischbach damit trösten, nicht allein zu sein. Auch Jörg Jendrysik teilt ihr Schicksal. Wenngleich die Lage bei ihm anders gewichtet ist. Wochenlang kam der Kriminalbeamte ohne große Mühen durch die Trainingseinheiten. Eine kleine Zahn-Op, eine kurze Erkältung: längere Zwangspausen verlangte ihm sein Körper nicht ab – bis Anfang Februar. „Ich spürte plötzlich Schmerzen in der linken Kniekehle, der zog dann rüber ins rechte Knie. Beim Laufen ging es noch, aber wenn ich danach Treppen steigen musste, wurde der Schmerz unerträglich“, berichtet der 46-Jährige, der daraufhin den Schongang einlegte und einen Orthopäden aufsuchte. „Der meinte, ein Marathon sei nichts für mich. Doch so schnell gebe ich nicht auf.“

Aktuell befindet er sich in mitten einer Zwangspause und behandelt seine Knieschmerzen mit Entzündungshemmern. „Mitte bis Ende März versuche ich es noch einmal“, sagt er, „ich hoffe, dass dann sowohl mein Knie als auch mein Kopf mitspielen“. Er sagt klipp und klar: „Ich bin noch nicht fertig mit der Aktion. Dafür hat es mir zu großen Spaß gemacht.“ Eine Horrorvorstellung hat er sich in den langen Tagen, die er zum sportlichen Nichtstun gezwungen war, dennoch bereits zurecht gelegt: „Es wäre doch schade, wenn ich die Reise nach New York gewinne, dann aber wegen meiner Knieschmerzen nicht in den Flieger komme…“ Den Humor hat er sich erhalten. Wenn jetzt noch der Körper mitspielt, wird es vielleicht doch noch etwas mit dem Traum, sich binnen sechs Monaten von einem Couchpotatoe in einen waschechten „Marathoni“ zu verwandeln. Bis dahin heißt es für Jendrysik und Fischbach: Daumen drücken.

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