Saisonabbruch: Der nächste Amateurfußballverband muss wohl die Spielzeit annullieren

Amateurfußball

Immer mehr Fußballverbände müssen ihren bereits unterbrochenen Spielbetrieb komplett abbrechen und die Saison annullieren. Nun steht der nächste Verband wohl vor diesem Schritt.

Westfalen

, 13.03.2021, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der nächste Fußballverband beschäftigt sich mit einem Abbruch der Saison.

Der nächste Fußballverband beschäftigt sich mit einem Abbruch der Saison. © Jens Lukas

Der Hamburger Fußballverband (HFV) hat den Anfang gemacht, der Schleswig-Holsteinische Fußballverband hat nachgezogen. Beide Verbände werden ihren derzeit unterbrochenen Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie abbrechen. Nun hat auch ein dritter Fußballverband eine Entscheidung getroffen, wie es weitergehen soll. Im Raum steht auch hier der Abbruch mitsamt der Annullierung der Saison im Raum.

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Der Hessische Fußballverband (HFV) beschäftigt sich mit einer Annullierung der unterbrochenen Amateurfußball-Spielzeit 2020/21. In einer Videokonferenz hat der HFV am Donnerstagabend mit Regionalverantwortlichen und Kreifußballwarten darüber diskutiert. Wie das Onlineportal „Echo“ schreibt, könne in vielen Ligen Hessen nicht einmal die Halbserie zu Ende gespielt werden.

„Selbst dann nicht, wenn sich die Corona-Zahlen extrem positiv entwickeln und eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs mit Kontakt am 28. März wirklich möglich wäre. Denn dieses Datum ist nach den jüngsten Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz das frühestmögliche. Und selbst das würde auch nur dann funktionieren, wenn die Inzidenz in ganz Hessen unter 50 liegt – danach sieht es derzeit aber nicht aus“, schreibt Echo.

Quotientenregelung macht sportlich noch keinen Sinn

Stefan Reuß, Präsident des hessischen Fußballverbandes, untermauerte die Bedenken des Verbandes mit Zahlenspielen. „Würde die Punktrunde wieder am 25. April gestartet – drei bis vier Wochen Vorlauf sind Pflicht, auch da waren sich alle einig –, wäre in 46 von rund 450 hessischen Ligen ausgeschlossen, eine Halbrunde zu Ende zu bringen. Würde eine Woche später, am 2. Mai, gestartet, wären es schon 71 – je später, desto mehr also logischerweise. Und alle Vertreter waren sich einig, dass mindestens eine Halbrunde gespielt werden muss, um die Saison werten zu können. Eine Quotientenregelung zuvor mache sportlich keinen Sinn“, schreibt Echo weiter.

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Es geht also in Richtung Annullierung. Der Verband wolle nun aber noch seine Vereine befragen und sich ein Stimmungsbild machen. Da die aktuellen Corona-Verordnungen bis einschließlich 28. März gültig sind, sollen im nächsten Schritt bis zum 25. März die Stimmen aus den Kreisen gebündelt werden, um am 27. März eine finale Entscheidung für ganz Hessen treffen zu können.

Im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) sieht es anders aus. Dort stehen die Zeichen aktuell auf der Fortsetzung der Saison. Die überkreislichen Fußballer dürfen bei einem NRW-Inzidenzwert unter 100 ab dem 5. April wieder auf den Sportplatz und trainieren. Blieben die Zahlen bis Mai dann entsprechend niedrig, so wolle der FLVW am 2. Mai die Saison wieder fortsetzen. Kreisliga-Fußballer könnten bei niedrigen Inzidenzwerten noch früher wieder gegen den Ball treten.

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