Dortmunderin an der Linie: Ansetzung im Derby zwischen BVB und S04 sorgt für Irritationen

Fußball

Im Derby zwischen Borussia Dortmunds U23 und der von Schalke 04 in der Regionalliga West stand eine Schiedsrichterin an der Linie, die für einen Dortmunder Verein pfeift.

Dortmund

, 27.04.2021, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunderin an der Linie: Ansetzung im Derby zwischen BVB und S04 sorgt für Irritationen

© imago images/foto2press

Schiedsrichter sollen keine Spiele von Vereinen pfeifen, aus deren Städten sie kommen. Das ist der Normalfall. Manchmal komme es aber auch zu Ausnahmen, erklärt Peter Oprei, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV). Zu solch einer Ausnahme kam es vergangenen Samstag – im Derby zwischen Borussia Dortmunds U23 und der von Schalke 04.

„Prinzipiell haben Sie recht“, sagt Peter Oprei auf die Nachfrage, ob es nicht eigentlich so sei, dass Schiedsrichter keine Spiele pfeifen sollen von Vereinen aus Städten, aus denen sie kommen. Oprei nennt ein Beispiel: „Ich hatte mal einen Schiedsrichter, der hatte ein Auto mit einem Münster-Kennzeichen. Dann ist er zum Spiel nach Lippstadt gefahren, wo er ein Spiel des Heimatvereins gegen Münster pfeifen sollte. Da war natürlich erst einmal die Aufregung groß, als die Heimmannschaft das Auto des Referees gesehen hat.“

Solche Fälle sollen verhindert werden. Auch wenn die Schiedsrichter grundsätzlich neutral sind und Oprei auch großes Vertrauen in seine Unparteiischen setzt, kann es Fragen aufwerfen, wenn der Schiedsrichter eine kritische Entscheidung zugunsten des Vereins trifft, aus dessen Stadt er kommt.

Je niedriger die Klasse, desto schwieriger ist es aber manchmal, die Schiedsrichteransetzungen vorzunehmen. „Besonders während der Coronavirus-Pandemie ist die Herausforderung noch einmal gewachsen“, sagt Oprei.

So ist auch der Fall beim Derby zwischen der U23 des BVB und der von Schalke 04 zustande gekommen. Als zweite Assistentin stand Sina Diekmann an der Seitenlinie. Ein Blick auf die Homepage des Deutschen Fußballbundes zeigt, dass die 31-Jährige in Dortmund wohnen soll und für die SF Sölderholz pfeift.

Gerade in einem Derby kann das für Diskussionen sorgen: Eine Dortmunder Fifa-Schiedsrichtern steht im Derby an der Linie? Könnte sie für Dortmund pfeifen? Ist die Neutralität gegeben?

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Für Oprei alles nur halb so wild: „Wenn sie Assistentin Nummer eins gewesen wäre, hätte man die Ansetzung so nicht vornehmen können.“ Der Grund ist, dass der Assistent eins als Schiedsrichterersatz einspringen müsste, sollte sich der Referee verletzen. Als Assistent zwei sei das Problem nicht gegeben.

Eigentlich sollte Diekmann auch gar nicht dabei sein. Der vorgesehene Assistent musste aufgrund eines Coronaverdachtfalls absagen, klärte Oprei auf. Diekmann sei der kurzfristige Ersatz gewesen.

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Sie lebe auch nicht mehr in Dortmund, sondern in Essen, so der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses, womit sich die Diskussion erübrige. Im Derby selber, das eine wildes Auf und Ab war, brachte das Schiedsrichtergespann eine routinierte Leistung, die keine Fragen aufkommen ließ.

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