Schülerinnen des Goethe-Gymnasiums zwischen Weltmeisterschaft und Klausur

mlzDortmunder U17-Handballerinnen reisen zur Schul-WM nach Katar

Die Schülerinnen des Goethe-Gymnasiums Dortmund treten bei der Handball-Weltmeisterschaft in Katar an. Dort vertreten sie nicht nur ihre Schule und die Stadt, sondern gleich ganz Deutschland. Doch das Lernen lassen sie auch in rund 5000 Kilometer Entfernung nicht hinter sich.

Dortmund

, 17.02.2018, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz entspannt drücken Lena Hausherr und Hannah Kriese noch die Schulbank, büffeln Mathe und Pädagogik und gehen anschließend zum Sport. Doch der ganz normale Schulalltag hat schon bald ein Ende. Am Dienstag fahren die beiden 16-Jährigen zusammen mit der Handball-Auswahl des Goethe-Gymnasiums zur Weltmeisterschaft der Schulen nach Katar - um Deutschland zu vertreten. Nicht nur die Spielerinnen, auch den Schulleiter macht das mächtig stolz.

„Es ist etwas ganz Besonderes, für sein Land zu spielen, aber auch seine Schule in Katar zu vertreten“, sagt Hannah Kriese, die wie ihre Mitstreiterinnen beim BVB spielt. Für sie geht es in der Vorrunde gegen die Türkei, Israel, Bulgarien und Rumänien. Wer bei den Gegnern auf dem Platz steht, wissen die Mädchen noch nicht. Deshalb können sie auch noch nicht einschätzen, wie ihre Chancen stehen.

"Fremde Kultur erleben"

„Wir wollen auf jeden Fall Spaß haben“, sagt Hausherr, "die noch fremde Kultur erleben." Auch das Sportliche soll natürlich nicht zu kurz kommen. Trainerin Zuzana Porvaznikova möchte sich nach dem enttäuschenden Abschneiden der Männer bei der Handball-EM in diesem Jahr aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. „Wir wollen die Vorrunde überstehen“, sagt Porvaznikova, „danach kommen die K.o.-Spiele und dann kann alles passieren“.

Doch bevor es für die Mädchen am Dienstag in den Flieger Richtung Katar geht, steht noch viel auf dem Plan: Am Wochenende spielen sie für den BVB, am Montag für das Goethe-Gymnasium in der Bezirksmeisterschaft in Kamen, und zwischendurch müssen sie auch noch für die Schule lernen. „Das ist schon ziemlich viel, aber wir haben uns ja alle bewusst dafür entschieden“, sagt Hausherr.

Ein gelebter Traum

Deshalb sei es in Ordnung, auf andere Sachen zu verzichten, wie beispielsweise viel Freizeit mit Freunden. „Sie leben ihren Traum“, sagt Schulleiter Christof Nattkemper. „Wer möchte nicht sein Abitur schaffen und gleichzeitig für Deutschland spielen?“

Damit das funktioniert, klapperten Hausherr und Kriese noch all ihre Lehrer ab und holten sich Aufgaben, die sie in Katar erledigen müssen, damit sie im Unterricht nicht zurückfallen.

So klappt auch die Klausur in Katar

Hannah Kriese schreibt in Katar sogar eine Klausur im Fach Pädagogik – zeitgleich zu all ihren Mitschülern in Deutschland. Per E-Mail erhält Trainerin Porvaznikova, die gleichzeitig Sportlehrer am Goethe-Gymnasium ist, die Klausur. Ist diese fertig geschrieben, wird sie fotografiert und über das Internet nach Deutschland geschickt, damit die Lehrer nicht für die Korrektur warten müssen. Das Original kommt dann in einem versiegelten Umschlag nach Deutschland zurück. Doch so weit denken die Mädchen noch gar nicht.

„Ich habe erst vor einer Woche richtig realisiert, dass ich zur Schul-WM fahre“, sagt Kriese. Und das, obwohl sie im vergangenen Jahr schon mit der Junioren-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft teilgenommen hat. „Es ist einfach schön, mit dem Kern der Mädchen dorthin zu fliegen, mit denen man schon so lange zusammenspielt.“

Einsatz und Zusammenhalt

Klargemacht haben die Handball-Mädchen des Gymnasiums ihr WM-Ticket schon im Mai 2017 in Berlin, als sie das Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ gewannen. Dieser Erfolg hat sie auch auf den Stimmzettel bei Dortmunds Sportlerwahl gebracht. „Ihr Einsatz und Zusammenhalt hat sie damals schon ausgezeichnet, das wird ihnen auch jetzt helfen und sie von anderen Teams unterscheiden“, ist sich Porvaznikova sicher.

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