Schwertkampf: Die Söhne der Samurai

DORTMUND Barfuß laufen die Kämpfer durch die Sporthalle der Anne-Frank-Gesamtschule. Leise Schritte – sonst herrscht Totenstille.

von Von Christina Rentmeister

, 17.03.2009, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwertkampf: Die Söhne der Samurai

Iaidoka Enno Olbrich.

Der 35-Jährige Unternehmensberater nimmt zum ersten Mal an den Deutschen Meisterschaften teil. Mittlerweile haben die ersten Wettkämpfe begonnen. Die Stille wird durch das Zischen herabsausender Schwerter unterbrochen. Die Iaidoka treten zuerst in Gruppen gegeneinander an. Es beginnt die unterste Leistungsgruppe Mudan.   Hier startet auch Olbrich, der vor zweieinhalb Jahren mit Iaido begann. „Es war wohl mein allgemeines Interesse an Japan. Und im Internet bin ich dann auf den Schwertkampf gestoßen“, erinnert sich der Hamburger. Dann wird sein Name aufgerufen. Die Wettkampffläche ist in ein rotes und ein weißes Feld geteilt. In jedem Feld präsentiert ein Sportler die vorgegebenen Bewegungsabläufe. Jedes Element ist von der Tradition vorgegeben.

Vom Angrüßen, über das Betreten des Feldes, bis hin zum Wegstecken des Schwertes. Jeder falsche Schritt, jeder Wackler, selbst eine nicht ganz exakte Daumenhaltung kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Elegant führt Olbrich das 70 cm lange Schwert durch die Luft, stößt es kraftvoll in den imaginären Gegner. Die drei Kampfrichter zeigen drei Mal die rote Fahne: Olbrich hat sein erstes Duell gewonnen. Nun darf er in der K.O.-Runde sein Können am Schwert beweisen. Immer wieder blitzt die ungeschärfte Klinge bedrohlich im einfallenden Sonnenlicht auf. Im Halbfinale ist dann Endstation für Olbrich. „Ein dritter Platz ist toll, dass hatte ich nicht erwartet“, sagt er. Erschöpft, aber glücklich.

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