So hat Kevin Großkreutz den Zweitliga-Profi zu Türkspor Dortmund gelockt

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Der ehemalige Zweitliga-Profi Marcel Reichwein schießt ab der kommenden Saison für den Noch-Bezirksligisten Türkspor Dortmund die Tore. Eine Rolle hat beim Transfer auch Kevin Großkreutz gespielt.

Dortmund

, 21.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er kickte schon in der Zweiten Bundesliga, erwies sich als treffsicherer Torschütze in der Dritten Liga und war auch in der Regionalliga erfolgreich: Die Rede ist vom neuen Türkspor-Transferkracher Marcel Reichwein.

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Hinter dem 34-jährigen Ex-Profi liegt eine bewegte Karriere. Bis zum Zeitpunkt vor der Corona-Krise ging Reichwein in der Oberliga für den Holzwickeder SC auf Torejagd. Ab der Saison 2020/21 greift der Torjäger mit dem aktuellen Bezirksligisten Türkspor Dortmund an - und will hoch hinaus. Aber warum eigentlich bei einem Bezirksligisten?

Großkreutz bombadiert Reichwein mit Nachrichten

Den mit Abstand größten Anteil an der Verpflichtung Reichweins hat Kevin Großkreutz aus dem Türkspor-Trainerteam. Großkreutz und Reichwein verbindet eine Zeit beim Drittligisten KFC Uerdingen, für den Großkreutz auch aktuell noch aktiv ist. „Die beiden hatten eine Fahrgemeinschaft von Dortmund nach Uerdingen. Der Kontakt blieb immer bestehen“, sagt Reza Hassani, Coach von Türkspor.

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Nach und nach kam Großkreutz dann auf die Idee, seinen Kumpel aus Uerdinger Zeiten nach Türkspor zu locken. „Es ist schon so, dass Kevin mich mit Nachrichten bombadiert hat. Wäre Kevin nicht gewesen, dann wäre der Transfer wahrscheinlich auch nicht zustande gekommen“, sagt Reichwein, der im Verlauf der Verhandlungen auch Reza Hassani und Türkspor-Präsident Dr. Akin Kara kennengelernt hat. „Der Verein hat Ambitionen. Das imponiert mir. Auch Reza und der Präsident sind super Menschen“, so Reichwein.

Reichwein verändert sich beruflich

Ein weiterer Grund für den Wechsel zu Türkspor war die berufliche Veränderung Reichweins. Der 34-Jährige durchläuft momentan eine Umschulung bei der Firma Alpha Sports, will dort künftig Fuß fassen. Alpha Sports kümmert sich um Profisportler bei Steuerfragen, Versicherungen und bei der Rente der Berufsgenossenschaft. „Kevin und Reza können mir mit ihren Kontakten sicherlich weiterhelfen“, sagt Reichwein, der in Schwerte-Westhofen ein Haus gebaut hat.

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Auch deswegen habe der Ex-Profi Angebote und Anfragen anderer Klubs ausgeschlagen. „Ich hätte auch wieder in die Regionalliga gehen können, aber ich wollte die langen Fahrten nicht mehr auf mich nehmen und den Aufwand so gering wie möglich halten“, sagt der neue Türkspor-Torjäger.

Vertrag gilt ligenunabhängig

Dass es für ihn in die Bezirks- oder Landesliga geht, habe Reichwein trotzdem nicht gedacht. „Ich möchte mich aber sportlich weiter betätigen, weil ich noch fit bin. Ich fühle mich gut, habe keine Schmerzen und es macht mir Spaß“, sagt Reichwein. Der Vertrag bei TSD gelte ligenunabhängig.

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Beim Noch-Bezirksligisten ist die Freude über diesen außergewöhnlichen Transfer riesig. „Mit diesem Transfer sieht man, dass der Verein auf einem überragenden Weg ist. Cello (Spitzname Marcel Reichwein, Anm. d. Red.) ist eine große Hausnummer und der Verein ist unheimlich stolz. Wir achten nicht nur auf das Fußballerische, sondern auch auf den Charakter. Der ist eigentlich noch wichtiger als die Qualität des Spielers“, sagt Hassani über den Transfer und blickt in die Zukunft: „Wenn wir weiter so arbeiten und immer bodenständig bleiben, dann werden wir unsere Ziele in den nächsten Jahren erreichen. Natürlich gibt es einige Neider in Dortmund. Aber auch aus denen machen wir uns nichts.“

Kevin Großkreutz (r.), hier mit Reza Hassani, lockte Marcel Reichwein zu Türkspor Dortmund.

Kevin Großkreutz (r.), hier mit Reza Hassani, lockte Marcel Reichwein zu Türkspor Dortmund. © Folty

Türkspor könne sich aus fußballerischer Sicht zudem auf einen bulligen, erfahrenen Spieler freuen. „Vor dem Tor ist er eiskalt. In der Box gibt es in Dortmund nur ganz selten so einen Stürmer“, sagt Hassani.

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