So wird beim TSC Eintracht Dortmund trotz Corona wieder trainiert

Breitensport

Alles wie immer - das gibt es gerade beim TSC Eintracht Dortmund nicht. Trotzdem ist die Stimmung gut, denn das Gruppen-Fitness-Programm ist neu gestartet. Nur große Sprünge sind noch nicht drin.

Dortmund

, 16.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein ausgeklügeltes Ein- und Ausgangssystem sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Ein ausgeklügeltes Ein- und Ausgangssystem sorgt für zusätzliche Sicherheit. © TSC Eintracht

Es war noch eine kleine Runde, die Daniela Lohse am Donnerstagmorgen zum ersten Group-Fitness-Kurs des TSC Eintracht Dortmund nach langer Pause begrüßen durfte. „Sonst sind wir etwa 20, heute waren drei Teilnehmer da“, sagt die TSC-Trainerin und diplomierte Sportwissenschaftlerin. Aber Lohse klingt trotzdem froh – denn mit dem ersten „Morning Mix“ hat der TSC den wichtigen Schritt zurück ins Kursprogramm für den Breitensport getan.

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„Endlich geht´s wieder los und schön euch zu sehen – das habe ich heute Morgen ganz oft gehört“, sagt sie nach der ersten 45-Minuten-Einheit. Natürlich, vor, während und nach dem Morning Mix ist die neue und erschwerte Situation überall zu spüren.

Die Umkleidekabinen sind geschlossen. Wer mitmachen will, muss schon im Sportdress kommen. Und auch hinterher gibt´s die nötige Dusche erst zu Hause. „Im Übungsraum selbst sind alle vorhandenen Plätze mit Kreuzen markiert, damit jeder weiß, wo er hinkann, um den nötigen Abstand zu halten. Und noch etwas hat sich geändert. Die ersten, die kommen, gehen jetzt in die letzte Reihe, damit möglichst niemand noch an anderen Teilnehmern vorbei muss. So füllen wir in Zukunft die Halle nach und nach auf.“

Natürlich nimmt all das etwas von der sonst überall gespürten Leichtigkeit. „Wir Sportler sind ja sonst immer etwas lockerer und kommen schnell ins Gespräch“, sagt Lohse. Doch an diesem Morgen überwiegt ganz klar die Erleichterung darüber, dass überhaupt wieder was geht.

Lohse betont aber auch, dass man es beim TSC Eintracht ganz langsam angehen lässt. „Das heißt, uns ist wichtig, dass die Teilnehmer an unseren Kursen, von denen manche im Studentenalter sind und andere aber schon über 80, erst dann wieder bei uns anfangen, wenn sie sich wirklich wohlfühlen. Wer sich noch nicht sicher ist, darf uns gerne anrufen. Wir reden dann über die aktuelle Situation. Und das hilft jedem, für sich die richtige Entscheidung zu treffen, ob die Zeit für Sport in der Gemeinschaft für ihn schon wieder gekommen ist, oder eben noch nicht.“

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Der Verein tue auf jeden Fall alles, damit die Öffnung des Sportbetriebs peu a peu gelinge, sagt Lohse. „Hier haben die Köpfe zuletzt ganz schön geraucht, um alle Sicherheitsfragen zu bedenken.“

Für die eigenen Hallen wurde ein Einbahnstraßensystem ersonnen, um durch möglichst wenige Begegnungen Infektionen zu vermeiden. Abstandsmarkierungen sind aufgebracht. Und welche Toiletten genutzt werden und welche nicht, ist auch entschieden. Für alle Kurse muss man sich online anmelden, damit es nie zu voll wird, und sie dauern vorerst nur 45 Minuten. Danach wird eine Viertelstunde gelüftet und desinfiziert. Erst dann ist die nächste Gruppe dran. „Wir wollen diesen Neustart ja nicht aufs Spiel setzen, dadurch wir uns nicht an die Regeln halten“, sagt Daniela Lohse.

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Und doch gibt bei aller Vorbereitung noch immer Details, die neu bedacht werden wollen. „So kam noch in einer Mail der Hinweis, in den ersten Kursen auf Übungen mit Sprüngen zu verzichten, weil die heftiges Ausatmen nötig machen.“ Auch für die erfahrene Trainerin ist das ein Detail, dass viel über die aktuelle Situation aussagt.

„Ich bin seit über 20 Jahren hier im Verein. Da sind bestimmte Abläufe einfach so in Fleisch und Blut übergegangen. Und auf einmal muss man sich komplett umstellen, weil die Automatismen im Moment so nicht mehr gehen.“

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