Sommermärchen-Held und Ex-BVB-Spieler hat Interesse an einem Dortmunder Westfalenligisten

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Das wäre ein Knaller: Ein Held des Sommermärchens 2006 in Deutschland schließt sich einem Dortmund Klub an. Die ersten Gespräche finden bei einem Essen statt.

Dortmund

, 21.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die WM 2006 hatte schon ein paar Tage früher begonnen. Zum Sommermärchen wurde sie in Dortmund. Ein junger Mann, den vorher kaum jemand auf der Rechnung hatte, ging über rechts durch, er flankte, innen lauerte Oliver Neuville, 1:0 für Deutschland gegen Polen – ein Stadion, ja ein ganzes Land explodiert.

Alle sprachen über den Flügelflitzer, den Emporkömmling. Dass sie es gestern auch an der Provinzialstraße in Bövinghausen taten, lag ganz einfach daran, dass der WM-Held und ehemalige BVB-Spieler da war. In der Gerüchteküche war er schon vor dem Spiel ein Thema. Als David Odonkor (36) aber auftauchte, schien es plötzlich ganz logisch. Ajan Dzaferoski, der Vorsitzende des hier ansässigen Westfalenligisten TuS Bövinghausen, ist ein Präsidententyp, der sich bestimmt nicht wehrt, wenn sich Prominenz in seinem Umfeld die Ehre gibt.

Kommt David Odonkor zum TuS Bövinghausen

Geht da was? Könnte Odonkor nach Sven Thormann und Nikola Karcev, die nach dem Weggang von Dimitrios Kalpakidis, zunächst interimsmäßig das Team coachen, die Dauerlösung sein? Odonkor war zuletzt bei mehreren Vereinen als Trainer (SpVgg Bad Pyrmont), Co-Trainer, (Eskisehirspor), Sportlicher Leiter (Hammer Spielvereinigung) oder nochmal als Spieler (Wilhelmshaven) im Einsatz, zumeist eher kurz. Er wäre frei.

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Ganz zufällig war Odonkor nicht in Bövinghausen. Auf erste Nachfrage antwortete er: „Obwohl ich in Düsseldorf wohne, fühle ich mich noch immer Dortmund sehr verbunden. Ich interessiere mich für den Amateurfußball. Und da Bövinghausen eine gute Mannschaft hat, möchte ich sie mir mal ansehen.“ Neben Odonkor stand der TuS-Geschäftsführer Safet Dzaferoski.

Odonkor beim Sommermärchen. Ist er bald Trainer beim TuS Bövinghausen?

Odonkor beim Sommermärchen. Ist er bald Trainer beim TuS Bövinghausen? © picture alliance / Hannibal Hans

Auf die Nachfrage, ob Ex-Nationalspieler und Verein vielleicht zusammenpassen könnten, schritt dieser ein: „Wir gehen erstmal zusammen essen, dann sehen wir weiter.“ Odonkor sagte ganz ruhig: „Der Verein will nach oben. Das finde ich schon interessant. Wir werden sehen!“ Da sich beide Seiten nicht äußern wollten, ob beim Essen schon Details auf den Tisch kommen, sprach Odonkor nur davon, was er bestellt: „Ich muss auf meine Figur achten. Also nehme ich Salat.“

Was wirklich auf den Tisch kommt, regelt in Bövinghausen gewöhnlich der Präsident, und das ist Ajan Dzaferoski. Er sagt etwas zurückhaltender: „Wir machen erstmal so weiter. Nikola und Sven arbeiten sehr gut und erfolgreich mit der Mannschaft. Sie bringen ihr Struktur. Daher sehe ich sie gerne hier. Und wir haben hier so viele Interessenten. Da möchte ich mir auch erstmal einen Überblick verschaffen.“

Als er Odonkor begrüßte, lächelte Ajan Dzaferoski freundlich. Es war nicht so, als wäre ihm der Besuch des Ex-Profis unangenehm – eher wirkte er so, als möchte er das Märchen des aufstrebenden Vereins weiterschreiben. Ob Odonkor darin eine Rolle spielen soll, erfahren die Leser, Zuhörer und Zuschauer dann im nächsten Kapitel.

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