Sonnenseite statt Tabellenkeller: Der Kirchhörder SC steht endlich mal wieder oben in der Liga

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Der Kirchhörder SC schaut nach dem Abstieg aus der Westfalenliga wieder auf die oberen Tabellenregionen. Mit mehr Offensivdrang will das Team von Sascha Rammel jetzt eine Serie starten.

von Victor Maly

Dortmund

, 15.08.2019, 18:12 Uhr / Lesedauer: 3 min

Erster Auftaktsieg seit drei Jahren: Der Kirchhörder SC ist nach seiner Abstiegssaison erfolgreich in die neue Landesligaspielzeit gestartet. Nach düsteren Jahren im Tabellenkeller der Westfalenliga, findet sich der KSC eine Klasse tiefer endlich wieder auf der Sonnenseite wieder.

Schon die Vorbereitung mit dem Turniersieg beim Hecker-Cup ließ auf einen guten Saisonstart hoffen. Nach Jahren im unteren Drittel der Westfalenliga sei man nun „befreiter Kopf“ und „kann die Spiele anders angehen“, sagt Mannschafts-Kapitän Mustafa Yüksel. „Man kann den Ball laufen lassen und muss sich nicht mehr hinten reinstellen“, freut sich der Abwehrchef über das offensivere Spiel seines Teams.

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Sein Coach Sascha Rammel hat während der „guten Vorbereitung“ des KSC einen mutigeren Fußball spielen lassen und will von seiner Mannschaft mehr Aktivismus als in der Westfalenliga sehen. Es sei nun ein "ganz anderes Gefühl", sagt Rammel über die offensivere Ausrichtung seines Teams. Man konnte den positiven Trend aus der Vorbereitung mit in das erste Saisonspiel nehmen.

Dennoch weiß Rammel, dass man im Derby "nicht das beste Spiel gemacht hat". Der Dortmunder Coach ergänzt jedoch, dass "in drei Wochen niemand mehr danach frage". Nach dem Auftakterfolg hat der KSC jetzt die Chance eine Serie zu starten, etwas was in der der Westfalenliga nur sehr selten gelang.

"Der Prozess wird noch vier bis sechs Wochen dauern"

Der Auswärtssieg beim Hombrucher SV stimmt auch den Sportlichen Leiter Kai Gräfenkemper zufrieden, der aber anmahnt, dass das „Spiel auch anders hätte verlaufen können". Man habe noch „zu viele Chancen liegen lassen“, meint Gräfenkemper, doch die ersten Punkte sind dem KSC nicht mehr zu nehmen. Dennoch versucht der Sportliche Leiter auf die Euphoriebremse zu treten. „Es wartet noch viel Abriet auf das Trainerteam“, sagt Gräfenkemper, „der Prozess wird noch vier bis sechs Wochen dauern".

Mustafa Yüksel ist die Freude dagegen deutlich anzumerken. Sich nicht mehr nur auf das Konterspiel verlassen zu müssen und mehr Ballbesitz zu haben, erhöhe den Spaßfaktor im Team. Der KSC-Spielführer versucht, den Abstieg als Neuanfang zu sehen, und bestätigt den frischen Wind im Team.

„Wir haben Selbstvertrauen tanken können in der Vorbereitung", so Yüksel, der damit auf den Erfolg beim Hecker-Cup anspielt, bei dem man sich auch gegen höherklassige Teams behaupten konnte. Außerdem ist der Kapitän von der neuen Mannschaftskonstellation angetan und betont dass man „eine bessere Mischung als letztes Jahr“ habe. Durch die Verjüngung des Teams passt der Mix nun besser.

"Das Schöne an der Liga ist, dass nicht jeder Fehler bestraft wird"

Sascha Rammel blickt nach dem Abstieg ebenfalls nach vorne und sieht vor allem für die Entwicklung der jungen Spieler eine Chance. Eine Liga tiefer können die „Jungs befreiter aufspielen", sagt Rammel. Der Druck sei nicht so hoch wie in der Westfalenliga: „Das Schöne an der Landesliga ist, dass nicht jeder Fehler bestraft wird." Die Kaltschnäuzigkeit aller Teams zeichnet den Klassenunterschied aus.

Rammel weiß um die Bedeutung der Psyche im Sport. „Der Kopf ist entscheidend", weiß der Coach. Beim Saisonstart nach einem Abstieg ist dieser vielleicht noch wichtiger. Nach drei Jahren als spielender Co-Trainer ist Rammel nun erstmals Hauptverantvortlicher. Nach dem Motto "ganz oder gar nicht" will er sich nun voll und ganz auf den Trainerposten konzentrieren.

Nach dem Derbyerfolg beim Hombrucher SV wartet am Sonntag der FC Frohlinde. Die Castrop-Rauxeler sind ebenfalls mit einem Sieg gestartet, zum Auftakt gewann der FC gegen den TuS Bövinghausen mit 2:1. Der Dreier gegen das Team von Thorsten Legat, welches immer noch zu den Ligafavoriten mitgezählt werden muss, hat Eindruck bei der Konkurrenz hinterlassen.

Yüksel, der sein Team zu den Top fünf der Liga zählt, erwartet gegen „eine starke Truppe ein Duell auf Augenhöhe". Ähnlich sieht es Gräfenkemper, der den Faktor Marc Andre Kruska betont. Der Ex-Profi traf gegen Bövinghausen zum 1:0. Seine Präsenz wirkt sich auf Mitspieler und Gegner aus.

Marcel Stiepermann kehrt zurück in den Sturm

In Kirchhörde freut man sich auf die Rückkehr von Marcel Stiepermann. Mit „Stiepi" hätte man vorne wieder einen echten Stürmer. Gegen Hombruch ersetzte ihn Kagan Atalay, der eigentlich auf der Sechserposition zuhause ist. Zudem kann Rammel wieder auf Offensivspieler Aleksandar Djordjevic zurückgreifen.

Gegen Topklub Frohlinde sollen jetzt die nächsten Punkte her. Der Spaß ist zurückgekehrt in Kirchhörde und mit ihm auch die ersten Zähler.

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