Spielabbruch wegen Karten-Hagel: Osmanlispor geht in Westhofen geschlossen vom Platz

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Viel Qualität war im Kellerduell der Kreisliga A1 zwischen dem VfB Westhofen und Osmanlispor nicht zu erwarten. Es lag dann auch nicht an der Übermacht des Gegners, dass ein Team den Platz verließ.

Dortmund

, 20.10.2019, 19:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hüseyin Asan ist sich natürlich darüber im Klaren, dass sein Team unter Beobachtung steht. Nicht nur, weil es Migrantenteams aus seiner Sicht momentan ohnehin schwer hätten, sondern auch, weil die Zweite von Osmanlispor erst vor zwei Wochen bei einem Spielabbruch beteiligt gewesen ist: „Jetzt heißt es wieder: Osmanlispor!“, sagt Asan nach dem durch seine Mannschaft herbeigeführten Spielabbruch beim VfB Westhofen am Sonntag. „Aber das geht so nicht“, sagt Asan. Was war passiert?

Formfehler durch den Schiedsrichter?

Aus Sicht von Osmanlispor beging Schiedsrichter Hartmut Tiemens „einen Formfehler“, so Asan, als er dem Westhofener Nicola Frustace, der in dem Duell auch das bis dahin einzige Tor erzielt hatte, nach einer halben Stunde beim Stand von 1:0 für Westhofen die Gelb-Rote Karte zeigte und sie nach Protesten der Gastgeber wieder zurücknahm.

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„Er meinte, er hätte wegen des Regens die Zahlen auf seinem Zettel nicht mehr lesen können“, sagt Asan, „aber er hatte alles korrekt gesehen.“ Die Rücknahme des Platzverweises ist einer von zwei Punkten, in dem Osmanlispor und Westhofen nicht einer Meinung sind: „Unser Spieler Frustace hatte vorher noch nicht Gelb gesehen“, sagt Holger Lennartz, 2. Vorsitzender des VfB.

Schiedsrichter verliert den Überblick

Worin sich beide Teams einig sind, ist die Leistung des Schiedsrichters: „Er hat komplett den Überblick verloren“, bestätigt Lennartz. Und auch Asan sagt: „Unsere Spieler haben natürlich protestiert und dann wirklich eine Karte nach der anderen gesehen. Zu unseren Spielern hat er ‚Halt die Klappe‘ gesagt und ihnen die Gelbe Karte gezeigt. Wenn sie deswegen den Kopf geschüttelt haben, hat er sie runtergestellt“, berichtet Asan.

Mit dem Einverständnis des ebenfalls anwesenden Vorstands nimmt er sein Team daraufhin vom Platz: „Ich wollte unsere Spieler schützen. Wir haben viele wichtige Spiele. Wenn wir weitergespielt hätten, hätte er fünf oder sechs von uns vom Platz gestellt“, sagt Asan.

Zweite Uneinigkeit

Zum Zeitpunkt des herbeigeführten Abbruchs hatte es Bedrihan Akca und Baldan Samed erwischt: „Wir werden natürlich sofort Einspruch einlegen und hoffen, dass es ein Wiederholungsspiel gibt“, sagt Asan. Das ist allerdings der zweite Punkt, an dem sich die beiden Teams uneinig sind, denn Westhofens Holger Lennartz sagt: „Sie haben sich verpfiffen gefühlt und den Platz verlassen. Das geht natürlich auch nicht, deshalb gehe ich davon aus, dass das Spiel für uns gewertet wird.“

Alles kommt jetzt also auf den Bericht des Schiedsrichters an. Osmanlispor hofft „auf ein bisschen Gerechtigkeit“ und darauf, dass die Westhofener bei einer möglichen Spruchkammersitzung bei ihren Aussagen bleiben: „Die haben auch gesagt: Was ist das für einer?“ sagt Asan.

Keine Tätlichkeiten, Osmanlispor fair

Der Osmanlispor-Coach und -Vorsitzende ist sich aber auch darüber im Klaren, dass sein Klub kein unbeschriebenes Blatt beim Verband ist: „Wir sagen unseren Spielern ja, sie sollen ruhig sein und unsere Spieler haben sich auch gebremst.“ Lennartz bestätigt: „Es gab keinerlei Tätlichkeiten, Osmanlispor hat sich auch nach dem Spiel fair verhalten.“

Auch deshalb fragt Asan: „Was sollen wir noch tun? Das hat wirklich nichts mit dem Menschen zu tun, wir laden ihn gerne auf einen Kaffee ein. Aber so ein Schiri hat auf dem Platz nichts zu suchen.“

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